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Helfer erwarten neue Flüchtlinge

Langenhagen Helfer erwarten neue Flüchtlinge

Das Land wird in der Notunterkunft an der Hans-Böckler-Straße rund 110 zusätzliche Flüchtlinge unterbringen. Diese kommen voraussichtlich noch an diesem Wochenende an. Zugleich zeichnet sich für den Kulturring Godshorn eine Lösung ab. Das Gerücht einer weiteren Großunterkunft konnte das Innenministerium am Freitag indessen nicht bestätigen.

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Für die zahlreichen Flüchtlinge werden Hygieneartikel bereitgestellt.

Quelle: Johanniter

Langenhagen. „Sie haben es in der Zeitung gelesen: Das Land muss Flüchtlinge auf die Kommunen verteilen. Uns steht einiges bevor.“ Es waren deutliche Worte, die Bürgermeister Mirko Heuer am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus Godshorn fand. Der eigentliche Anlass dieser außerordentlichen Zusammenkunft geriet dabei für geraume Zeit in den Hintergrund - ohnehin scheint für den Kulturring Godshorn und das von ihm organisierte Kleinkunstprogramm eine Lösung im Ort gefunden.

Derzeit, so die Auskunft der Johanniter Unfallhilfe von Donnerstag, leben noch Tausende Flüchtlinge in Niedersachsen in Zelten. Sie sollen vor dem Winter in feste Unterkünfte umziehen - so jedenfalls will es das Land. „An einigen Standorten können zwar Zeltheizungen und eine Spezialfolie helfen“, sagte Pressesprecherin Antje Heilmann. Das Zeltlager in Otterndorf beispielsweise müsse jedoch aufgelöst werden, weil die Zelte dort nicht sturmfest gesichert werden können.

Für Langenhagen hat dies Konsequenzen. Heuer informierte die rund 60 Godshorner am Donnerstagabend, die Stadt habe Signale bekommen, das Land werde in der von ihm und den Johannitern betriebenen Notunterkunft an der Hans-Böckler-Straße womöglich noch am Wochenende weitere 110 Flüchtlinge neben den derzeit dort lebenden 220 Menschen unterbringen. Die Gewerbehalle wurde ursprünglich für rund 300 Personen hergerichtet. Heilmann hat dies am Freitag bestätigt: Weil fehlende Stockbetten noch gestern geliefert werden sollten, könne der Zuzug am Wochenende erfolgen.

Was Heuer am Donnerstag noch nicht erwähnen konnte: Die Stadtverwaltung prüft intensiv den Wahrheitsgehalt eines Gerüchts, nach dem in einer leer stehenden Gewerbehalle bis zu 2000 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Aus dem Innenministerium hieß es gestern dazu: „Davon ist uns nichts bekannt.“ Gleichwohl sei es richtig, dass die Landesregierung derzeit alle Gebäude prüfe, die angeboten werden. Ganz egal, wo. „Zum jetzigen Zeitpunkt kann eine zweite Notunterkunft in Langenhagen nicht bestätigt werden. Das kann sich aber tatsächlich stündlich ändern.“

In einer Krisensitzung der Langenhagener Bauverwaltung wurden gestern alle Möglichkeiten, möglichst viele Menschen dezentral in der Stadt unterzubringen, noch einmal überprüft. Der Plan, an fünf über die Stadt verteilten Standorten Container aufzustellen, ist dabei in den Hintergrund gerückt. Die Preise für die Modulbauten seien aufgrund der dramatischen Nachfrage europaweit derart gestiegen, dass es die Stadt inzwischen günstiger komme, „überteuerte und daher bislang abgelehnte Wohnungen“ anzumieten, sagt Heuer. Zudem habe das Land die Kommune per Rundschreiben informiert, die Stadt könne beim Vergabe- und Baurecht bürokratisch vereinfachte Verfahrenswege beschreiten. „Das Gesetz dazu gibt es noch gar nicht“, sagte Heuer. „Aber die sagen, macht schon mal.“

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