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Helfer schenken Sicherheit

Langenhagen Helfer schenken Sicherheit

In 60 Arbeitsstunden haben eine Handvoll Hilfsdienste aus einer Gewerbehalle ein Heim für Flüchtlinge werden lassen. Die erste Gruppe erreichte Langenhagen am Sonnabend, die zweite am Sonntag. Die Einsatzkräfte sind begeistert von der Zusammenarbeit mit Stadt und ehrenamtlichen Dolmetschern.

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Hilfe gibt es hier überall.

Quelle: Neander

Langenhagen. Es ist ein Anblick, der auch die Helfer für einen Moment wärmt: Zwei Jungs, vielleicht vier Jahre alt. Sie strahlen und juchzen. Weil sie ihr Glück gefunden haben: einen rollenden Schreibtischstuhl. Auf diesem schieben sie sich wechselseitig ratternd durch die Industriehalle an der Hans-Böckler-Straße. Was kleine Jungs eben so tun am Sonntagmorgen, in Schlafanzug und Badelatschen. Es sind Szenen wie diese, die andere Bilder vergessen lassen: „Komatös übermüdete Kinder, die barfuß aus dem Bus steigen“, wie Hubertus von Wick von den Johannitern berührt erzählt.

Eine Gewerbehalle in Langenhagen ist zu einer Flüchtlingsunterkunft umgewandelt worden. Die ersten 127 sind am Wochenende angekommen.

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Doch an diesem sonnigen Morgen ist die Stimmung gut in der binnen weniger Tage geschaffenen Notunterkunft mit festen Räumen für sechs bis 70 Personen. Die ersten 127 Hilfesuchenden, vornehmlich Familien aus Syrien und Afghanistan sowie einige Albaner und Marokkaner, sind am Sonnabend mit dem Bus angekommen. Sie waren zuvor im Erstaufnahmelager in Bramsche, das mit 3000 Personen mehr als vierfach überbelegt ist. „Wir haben dort vor drei Wochen eine Zeltstadt errichtet“, berichtet Johanniter-Einsatzleiter Tim Heinrich. „Die Menschen hier müssen keine Angst vor dem Wetter haben.“

Zu verdanken haben sie dies dem nahezu ununterbrochenen Einsatz von Johannitern und THW sowie den Freiwilligen Feuerwehren aus Godshorn, Krähenwinkel, Langenhagen und Schulenburg. Zudem gelang laut Heinrich den hinzugezogenen Handwerksunternehmen „Unglaubliches“. Wie der „den Bestimmungen des Gesundheitsamtes entsprechende“ Speisesaal, der förmlich über Nacht entstanden ist. Begeistert sind die Organisatoren aber auch von 34 Langenhagenern, die dem Aufruf von Johannitern und Stadt gefolgt waren, um zu dolmetschen. Darunter Abdul Hamid Khalil, der vor 15 Jahren nach Langenhagen kam und seit Sonnabend mit der ganzen Familie als Übersetzer hilft. Oder Awatef Moussa. Sie kam vor 20 Jahren aus Syrien nach Langenhagen.

Wie und wann es weitergeht, ist offen. Das Kompetenzzentrum des Landes, so heißt es, kann die Helfer erst bei Abfahrt der Busse informieren. 85 Flüchtlinge wurden Sonntagmittag noch für denselben Abend angekündigt. Gegen 18 Uhr traf der erste Bus ein, wie Johanniter-Sprecherin Antje Heilmann berichtete. „Wir rechnen mit einer langen Nacht.“

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