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Flüchtlinge: Stadt stellt Sozialberatung vor

Langenhagen Flüchtlinge: Stadt stellt Sozialberatung vor

Sie kümmern sich um Möbel, um Schlüssel und stehen bereit, wenn jemand spontan vor der Tür steht: Ein Dutzend Mitarbeiter des Sozialberatungsdienstes ist für die Stadt auch bei der Betreuung der Flüchtlinge im Einsatz. Grund genug für die Verwaltungsspitze, das Team einmal vorzustellen.

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Susanne Cortez (hinten, von links), Susanne Waas-Hansen, Ivan Culjak-Kollmeyer, Sandra Jäger sowie Stefanie Tiede (vorne links) und - neu im Team - Bettina Pfeifer-Krüger kümmern sich im Auftrag der Stadt um die alltäglichen Belange der in Langenhagen untergebrachten Schutzsuchenden.

Quelle: Neander

Langenhagen. Wer wissen möchte, wer wo in der Stadt derzeit wohnt, von wo diese Menschen gekommen sind und warum, und was sie vielleicht derzeit am dringlichsten brauchen, der muss im Rathaus nach einem Team mit einem etwas sperrigen Titel suchen. Sozialberatungsdienst ist überschrieben, was im wirklichen Leben viel mit teuflischen Details im Alltag zu tun hat oder schlicht mit der Frage: Wer hat den Schlüssel?

Das weiß im Zweifel Sandra Jäger . Sie ist das sogenannte Backoffice. "Ich arbeite den Sozialarbeitern zu", beschreibt es die freundliche junge Frau leicht untertreibend. 50 Unterkünfte in der Stadt mit Möbeln zu bestücken, ist das eine. Eine Übersicht darüber zu bewahren, was wo vielleicht kaputt sein könnte und ob sich darum schon ein Handwerker gekümmert hat, etwas nochmal Herausforderndes. Doch Jäger verwaltet auch sämtliche Hausschlüssel dieser Einrichtungen und kümmert sich am Ende auch darum, dass alle Kinder auch dort angemeldet sind, wo sie hingehören. Egal, ob Krippe, Kindergarten oder Schule. "Ach so", diese Ergänzung darf dann noch sein, "ich rechne das alles dann auch noch mit der Region ab."

Susanne Waas-Hansen , die stellvertretende Leiterin des Sozialberatungsdienstes, ist hingegen für stabile Nerven zuständig. Sie jongliert mit Zahlen - und Menschen gleichermaßen. "Wenn uns Schutzsuchende zugewiesen werden, gilt dies - ganz egal, ob die Betroffenen von dieser Zuweisung überhaupt etwas mitbekommen haben." Wenn also in den Erstaufnahmelagern entschieden wird, wer wohin umziehen soll, "hängt deren Bild an einer Informationswand". Doch wann wer dorthin gucke, sei nicht gesichert. "Manchmal stehen dann eben Menschen erst Wochen nach ihrer offiziellen Zuweisung hier vor der Tür." Deshalb stehe an mancher Unterkunft zuweilen bereits ein Name, dessen Träger von seinem Umzug noch gar nichts weiß.

Ivan Culjak-Kollmeyer ist das Herz der Unterkünfte. Andere würden ihn einen Hausmeister nennen. Aber das, betont auch Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch, greift zu kurz. Culjak-Kollmeyer war viele Jahre beim Flughafen tätig und zuletzt bei der Stadtentwässerung. In den Hausmeister-Job sei er eher zufällig gerutscht, was die Sozialdezernentin eine Fügung nennt. "Mit Menschen umzugehen ist nicht jedermanns Sache." Wann und wo auch immer etwas zu richten ist, wird ihm zugetragen. In der Rufbereitschaft zuweilen auch nachts und am Wochenende. Er ist es, der im Zweifel auch der Polizei die Türen öffnen muss.

Stefanie Tiede und Susanne Cortez betreuen jeweils gleich einen Strauß an Unterkünften. Tiede hat ein Büro im Hotel Zollkrug, Cortez an der Grovestraße. Von dort suchen die den engen Kontakt jeweils zu einer dreistelligen Zahl an Menschen. Das betrifft Geflüchtete wie Nachbarn gleichermaßen. "Das ist inzwischen sehr gut vernetzt", berichtet Tiede. Gerade die vielen ehrenamtlichen Sprachlehrer seien eine große Unterstützung für die Sozialarbeiter, um über alle Sorgen und Befindlichkeiten auf dem Laufenden zu bleiben. Beide bieten in ihrem Büro feste Sprechzeiten an, die ebenfalls von jedermann genutzt werden können. Die Organisationsnot sei durchaus heterogen, sagen beide. Wer selbst gut organisiert sei, der suche entsprechend selten den Kontakt zu den Beraterinnen.

Bettina Pfeifer-Krüger ist die jüngste - im Team. Seit dem 1. Februar ist sie neun Stunden pro Woche in der städtischen Anlaufstelle Mila an der Schützenstraße beschäftigt. Dort betreut sie die ehrenamtlichen Helfer und koordiniert die in Mila angebotenen Kurse.

Fünf weitere Kollegen fehlen an diesem Vormittag: Rica Wamhoff , Weronika Richter, Rebecca Brands, die Berufspraktikantin Johanna Jacubovic, der Leiter der neuen Einrichtung an der Leibnizstraße, Leif Möller , sowie die Leiterin des Allgemeinen Sozialdienstes, Doris Lange .

Von Rebekka Neander

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