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Kleine Schätze der Kunst - etwas versteckt

Langenhagen Kleine Schätze der Kunst - etwas versteckt

Den „Kunstraum“, im Zentrum gelegen und doch eher versteckt, müssen Besucher oftmals suchen - und der Kunstraum seinerseits sucht Besucher. Denn nichts wünschen sich die Künstler mehr, als wahrgenommen zu werden. Hanne Niescken-Voigt betreibt dieses Forum für professionelle Kunst ehrenamtlich im zwölften Jahr.

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Auch Sylvia Wöhler-Jeske aus Oegenbostel (von links) zählt zu den Künstlerinnen, die bei Hanne Niescken-Voigt im Kunstraum Langenhagen ausstellen.

Quelle: Kallenbach

Langenhagen. Als Kunstschaffende bringt sie auch ihre eigenen Werke mit in den Ausstellungsraum: Skulpturen und Objekte aus Holz und Keramik, die im Raku-Feuer in mehrfachen Bränden ihre Einmaligkeit gewinnen. Andere Künstler zeigen in der laufenden Herbstschau Schmuck, Malerei, Keramik, Glas – und greifen voller Fantasie auch zu mehreren dieser Ausdrucksformen. Zwei Ausstellungen dieser Art im Jahr gibt es, die einen größeren Künstlerkreis versammeln; ansonsten bestücken die festen Künstler der Galerie das Ganzjahresangebot, das immer sonntags von 14 bis 17 Uhr offensteht. Der Eintritt ist frei.

Fotoarbeiten fehlen. Zu ihrem Bedauern muss die Galeriebetreiberin gerade jetzt zum Herbst und Winter der fotografischen Kunst eine vorsorgliche Absage erteilen, denn zu niedrige Temperaturen und Feuchtigkeit können aus dem Ausstellungsraum nicht vertrieben werden. Dieser ist zwar lichtdurchflutet, aber nach wie vor unbeheizt, denn zuletzt, in den 1950er Jahren, diente dieser Gebäudeteil des wohl ältesten dokumentierten Bauernhofs in Langenhagen (Schaumanns Hof) einer Tischlerei. Nur zwei Gasöfchen sind jetzt aufgestellt; im Winter blühen Eisblumen an den Fenstern.

Wunderschön fänden andererseits Künstler und Besucher gerade diesen schlichten Ort, sagt Niescken-Voigt. Sie selbst schätzt die „Ehrlichkeit des Raums“ mit Einfachverglasung und Holdielenfußboden – ein unbestrittener atmosphärischer Gewinn gegenüber ersten Anfängen im CCL. Aber sie muss auch berichten: „Die Künstler selbst sagen: Hier kann ich manches nicht verwirklichen“. Hinzu kommt, dass die ständigen Künstler auch bereit sein müssen, den Kunstraum sonntags geöffnet zu halten, Winter inklusive. „Ich kann nicht selbst die Betreuung an jedem Wochenende übernehmen“, sagt Niescken-Voigt.

Raumvor- und -nachteile, Parkplätze an der Walsroder Straße, Besuchermangel, laufende Mietzahlungen und keine öffentlichen Zuschüsse, kein Förderverein: Vom Gedanken einer Galerie mit Verkaufserlösen über eine Deckung der Kosten hinaus hat die kunstschaffende Betreiberin Abstand genommen. Sie nimmt keine Provision von den Künstlern, wenn diese Stücke verkaufen. "Die Künstler beteiligen sich nur finanziell an den jeweiligen Flyern und der Bewirtung der Gäste.“ Aber der Netzwerk-Gedanke treibt die Aktiven umso stärker.

„Hilfreich wäre, wenn wir neue Künstler finden würden, die mitwirken. Künstler sind meist vernetzt und bringen immer auch ihren Kreis Interessierter mit. Dann würde die Info der sehenswerten Kunstausstellungen weiter nach außen dringen  wir brauchen Besucher“, bekräftigt die Kunstraumchefin. Zuschüsse der Stadt habe sie für diesen Standort nicht beantragt, wohl aber würde sie gern auf eine Anregung zurückkommen aus der Politik. „Es gab einen Vorstoß, ob nicht der Kunstverein der Stadt Langenhagen, die Galerie Depelmann und der Kunstraum gemeinsame Aktionen organisieren könnten. Die Idee fand ich toll. Zu Vernissagen zum Beispiel sind viele Besucher unterwegs“, macht Niescken-Voigt deutlich. Sie habe es so verstanden, dass die Idee vom Kulturamt aufgegriffen werden sollte. „Aber ich habe nichts mehr davon gehört.“

Mit Arbeiten in der aktuellen Herbstausstellung zählen neben Hanne Niescken-Voigt noch die Malerin Giselheid Cornelsen, Zeichner Heiner Höhn und die Glaskünstlerin Irene Schwartz zu den Künstlern, die von Beginn an dabei sind. Jolanta Kallischko und Antje Fischer haben als Gäste Arbeiten ausgestellt; – die anderen Künstler zeigen ihre Werke ständig im Kunstraum.

Info: Geöffnet ist der Kunstraum - Galerie für angewandte Kunst, Schaumanns Hof 4, jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung mit Hanne Niescken-Voigt unter (05 11) 77 27 26. Sie gibt auch weitere Informationen. An Feiertagen ist der Kunstraum geschlossen.

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