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Immer wieder Chaos an Renntagen

Langenhagen Immer wieder Chaos an Renntagen

Viele Gemüter haben sich noch nicht beruhigt. Zu groß sind die Verkehrsprobleme beim letzten Renntag în Langenhagen gewesen. Das räumt auch die Stadtverwaltung ein. Die Politik will das nun zum Thema machen.

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Jeder freie Platz wird zum Parken genutzt - auch wenn das verboten ist.

Quelle: Stefan Dammann

Langenhagen. Langenhagens Stadtbaurat Carsten Hettwer fordert, dass sich etwas im Bereich der Neuen Bult ändern muss. Auch angesichts des neuen Bades gegenüber der Rennbahn, betont er. Gleichwohl sagte Hettwer auch, dass sich dieses Phänomen mit verstopften Straßen nur auf wenige Renntermine im Jahr reduziere. Vielleicht helfe schon allein die seit Jahren geforderte Verlängerung der Stadtbahn-Linie 1 bis zur Rennbahn, meint der Stadtbaurat. Darauf müsse nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Politik drängen, forderte er. Doch nach derzeitigem Stand der Planungen ist damit nicht vor 2025 zu rechnen, teilte die Region Hannover auf Anfrage am Freitag mit.

Hettwer indes hat noch ein anderes Problem bei der Lenkung der Verkehrsströme ausgemacht: die fehlende Polizei. So könne es nicht sein, dass bei bestimmten Fußballspielen mit 40 000 Zuschauern 2000 Polizisten im Einsatz wären, in Langenhagen aber bei 23 000 Besuchern bei einem Renntag indes nur einige wenige, monierte der Stadtbaurat und fordert mehr Unterstützung aus der Politik und von der Polizei.

Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer hat noch keine Idee parat. Gleichwohl betonte er auf Anfrage, dass die Stadtverwaltung „kühlen Kopf bewahren“ werde und deshalb „keine vorschnellen Antworten dazu abgeben“ wolle. Zumal es das Problem schließlich seit Jahrzehnten gebe. Doch es würden bereits Lösungen diskutiert, einige Szenarien seien gar bereits entstanden und deshalb stehe er etwa „der Eröffnung der Wasserwelt zuversichtlich gegenüber“.

Die Langenhagener Polizei meint indes, das erarbeitete Verkehrskonzept würde greifen. Wohl ein Irrtum. Denn angesichts der Zustände auf den Straßen rund um den Renntag am 1. Mai fordert nun auch Rennbahn-Chef Gregor Baum Lösungen ein. Allein schon wegen der Besucher, die phasenweise über Stunden im Stau gestanden haben. Dazu zählte auch Ministerpräsident Stefan Weil. Er erlitt das gleiche Schicksal wie Tausende andere und musste als Ehrengast letztlich zu Fuß den Weg zur Pferderennbahn antreten.

Die Anwohner sind ebenfalls sauer. Denn neben den verstopften Straßen lösten auch die Wildparker Verärgerung aus. Statt die Ausweichparkplätze zu nutzen, werde rücksichtslos alles zugeparkt, berichten Stefan Dammann und Werner Knabe unisono. Das komme auch häufig bei den sonnabendlichen Flohmärkten vor. Beide fragen sich nun, wo denn Polizei und Stadt am 1. Mai gewesen sind. Angesichts der Parkerei hätte die Stadt „ihre Einnahmesituation deutlich verbessern können“, meint Knabe. Er habe an keinem der illegal abgestellten Autos ein Knöllchen feststellen dürfen. Dammann selbst hat diverse Falschparker nach eigenen Angaben angezeigt.

Dammann unterstreicht aber auch die Bedeutung der Rennbahn und lobt die Bemühungen von Gregor Baum. Denn dessen Erfolg sei auch ein Imagegewinn für Langenhagen. Doch angesichts der verkehrlichen Situation müsse „das Problem angepackt werden“, meint der ehemalige FDP-Bürgermeisterkandidat. Aus diesem Grund empfiehlt er Verwaltung und Polizei, „professionelle Hilfe bei der Lenkung des fließenden und des ruhenden Verkehrs“ in Anspruch zu nehmen. Etwa bei Veranstaltern von Großkonzerten, die mit der Steuerung großer Verkehrsströme Erfahrungen hätten. „Denn das ist etwas anderes als ein Kindergeburtstag“, sagt Dammann.

Angesichts des Verkehrschaos kündigten CDU-Fraktionschef Bernhard Döhner und SPD-Ratsfrau Anja Sander am Donnerstag an, das Problem in die Politik heben zu wollen. Döhners Angaben zufolge soll über mögliche Lösungen im nächsten Verkehrsausschuss diskutiert werden.

Kommentar: Es braucht Hilfe von außen

Hey, ich war mal wieder in Langenhagen – und stand im Stau. Das werden sich möglicherweise künftig nicht nur Besucher der Pferderennbahn an stark frequentierten Tagen sagen, sondern auch die Besucher der 27 Millionen Euro teuren Wasserwelt vis-à-vis – und vielleicht Konsequenzen ziehen. Speziell auswärtige Schwimmfreunde werden nach einem halben Tag im Stau wohl eher nicht wiederkommen. Doch genau auf diese Gäste ist die neue Einrichtung an der Theodor-Heuss-Straße angewiesen. Denn diese Besucher streuen mit einer positiven Bewertung der Wellness-Oase die Vorzüge weit und locken weitere Schwimmer in die Stadt.

Sowohl die Stadt, als auch die Polizei sind nun dringend gefordert, wirksame Konzepte zu entwickeln. Es reicht nicht, nur Ampelkreuzungen in Langenhagen umbauen zu lassen – und Lippenbekenntnisse abzugeben, allein von der Hoffnung beseelt, dass so oder so ähnlich der Verkehr schon richtig fließen wird.

Es geht nur um einige wenige Renntage im Jahr. Das ist bekannt. Die Kapazität der Theodor-Heuss-Straße reicht für die sich daraus ergebenden Fahrzeugmengen einfach nicht aus. Auch bekannt. Aber dann müssen Veranstalter, Stadtverwaltung und Polizei auf jeden Fall bereit sein, dafür professionelle Konzepte zu entwickeln. Und die Polizei muss bereit und in der Lage sein, mit einem entsprechenden Großaufgebot an Kräften den Verkehr zu lenken. Dass das die wenigen Beamten des Langenhagener Kommissariats aber alleine nicht leisten können, sollte allen Beteiligten klar sein. Sie benötigen dafür Unterstützung von anderen Dienststellen.

Doch Polizei auf den Straßen reicht allein nicht aus. Es muss auch mit entsprechend opulenter Beschilderung auf die Ausweichparkplätze in Langenhagens Stadtgebiet einschließlich Shuttlebus-Angebot hingewiesen werden – und zwar für die aus allen Himmelsrichtungen in die Stadt strömenden Besucher.

Für die Verantwortlichen gilt ab sofort, einiges zu überdenken. Denn viel Zeit dazu haben sie nicht. An Pfingstmontag steht schon bald das nächste Top-Besucherrennen im Veranstaltungskalender. Über die bis dahin gewonnenen und vielleicht sogar bereits umgesetzten Erkenntnisse dürfen sowohl die Langenhagener, als auch die geneigten Rennbahnbesucher gespannt sein. Vielleicht hilft es aber auch schon – wie bereits vor Jahren einmal praktiziert –, bei vollem Rennbahnparkplatz die Theodor-Heuss-Straße zeitweise komplett zu sperren.

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