Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Steuern werden nicht erhöht

Langenhagen Steuern werden nicht erhöht

Trotz immenser Investitionen hat Langenhagens Bürgermeister der Politik jetzt einen ausgeglichenen Finanzplan für die Jahre 2017 bis 2020 vorgestellt. Die wichtigste Botschaft: Steuern sollen vorerst wohl nicht erhöht werden.

Voriger Artikel
Godshörnchen: Engelbostel und FES siegen
Nächster Artikel
Schüler legen aus Protest Verkehr lahm

Bürgermeister Mirko Heuer stellt seinen Haushaltsplan-Entwurf 2017 vor.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Für seine Ankündigung, auf Steuererhöhungen zumindest im nächsten Jahr verzichten zu wollen, erntete Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer am Montagabend bei der Vorstellung seines Haushaltsplan-Entwurfs 2017 von einigen Ratsmitgliedern Beifall. Rückblick: Erst im vergangenen Jahr hatte Heuer noch von einer Steuererhöhung gesprochen, um einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Diesem Plan wurde seinerzeit aber von der Politik nicht zugestimmt.

Dass eine Steuererhöhung nun erst einmal nicht nötig sein wird, verdeutlichen auch die prognostizierten Einnahmen. So soll die Gewerbesteuer als größter Einnahmebrocken im nächsten Jahr auf 73,5 Millionen Euro und dann weiter bis 2020 auf 79,9 Millionen Euro steigen. Allerdings machte der Leiter der Abteilung Finanzen, Wilfried Köster, am Dienstag noch einmal deutlich, dass ein in Zukunft weiterhin ausgeglichener Haushalt nur dank der von der Bundesregierung ab 2018 in Aussicht gestellten steuerlichen Entlastung der Kommunen möglich sein werde. Er warnte auch davor, die Steuereinnahmen als verlässliche Größe einzukalkulieren. „Wir haben einige goldene Jahre gehabt, doch das kann sich rasch wieder ändern.“ Dabei erinnert er an den Einbruch der Gewerbesteuern im Jahr 2003 in Langenhagen. Das hatte die Stadt seinerzeit in erheblichen Verdruss gebracht.

Das unterstrich auch die Teamleiterin Haushalt, Janina Schmidt. Es dürfe nichts Unerwartetes passieren, meinte sie etwa mit Blick auf die VW-Standorte nach der Abgaskrise. Sie seien Beleg dafür, dass sich eine eigentlich positive Finanzlage rasch ins Gegenteil verändern könne.

Gleichwohl: Aktuell ist Langenhagen Steuerkrösus in der Region und in Niedersachsen. Nach den Haushaltsstrukturdaten 2015 hatte Langenhagen einen Betrag von 2290 Euro pro Einwohner aus Steuern, Steuerbeteiligungen und allgemeinen Zuweisungen aufzuweisen, berichtet Schmidt und spricht von einer "absoluten Spitzenposition". Denn Isernhagen auf Platz zwei folge mit
1604 Euro. Der Anteil der Gewerbesteuer betrug 1518 Euro pro Einwohner, "auch
hier folgt Isernhagen mit 738 Euro" mit weniger als der Hälfte. "Bei diesen Ausgangswerten müsste ich doch eigentlich den entspanntesten Job in
unserer Verwaltung haben", sagt die Teamleiterin. Gleichwohl kämpfe sie und ihr Team trotz "dieser eklatant positiven Ausgangslage" Jahr für Jahr für den Haushaltsausgleich", betont Schmidt.

Das Zahlenwerk weist durchaus beeindruckende Details auf. So liegen im Ergebnishaushalt laut Plan die ordentlichen Erträge und Aufwendungen bei jeweils gut 155 Millionen Euro. Doch angesichts der erheblichen Investitionen der Stadt – bis zum Jahr 2020 werden 174 Millionen Euro etwa für Bautätigkeit und Kauf von Grundstücken veranschlagt –, rechnet Heuer mit immer größeren Anstrengungen für einen ausgeglichenen Haushalt. Größter Einzelposten ist dabei mit 62 Millionen das geplante neue Schulzentrum.

Aus diesem Grund bedürfe es einigen „Optimismus“, um den Finanzhaushalt bis 2020 ausgeglichen zu rechnen, meint Heuer und mahnt deshalb Sparwillen an. Mit Blick auf die am 1. November beginnende Wahlperiode gab Schmidt dem dann neu konstituierten Rat noch einen Hinweis für die Arbeit mit auf den Weg. "Langenhagen kann sich vieles leisten, aber nicht alles und schon gar nicht alles
gleichzeitig."

Falls interessierte Bürger auch einmal einen Blick in den Langenhagener Finanzplan werfen wollen, hat die Stadt seit Dienstag einen interaktiven Haushalt auf der Internetseite 
langenhagen.de freigeschaltet.

Von Sven Warnecke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr