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Nur der Storch darf noch bauen

Langenhagen Nur der Storch darf noch bauen

Die starken Regenfälle dieses Frühjahres sind der Brut der heimischen Störche nicht gut bekommen. Gleichwohl hat der Nabu-Langenhagen keine Sorge um den Bestand. Auch nicht, wenn es um die neue Regelung im Umkreis des Flughafens geht. Dort darf seit April nur noch der Storch selbst ein Nest bauen.

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Jedes Jahr im Spätsommer sammeln sich die Jungstörche auf Futtersuche auf den Wiesen zwischen Kaltenweide und den Seestädten.

Quelle: privat (Archiv)

Langenhagen. Die Bilder sind dramatisch: Wenn ein Vogelschwarm einem Jumbo begegnet, dann kann das für beide fatal enden. Dennoch geriet der Flughafen vor einem Jahr mit einem Wunsch unter massive Kritik: Störche, so der Wunsch des Unternehmens, sollten im extremen Gefärdungsfall abgeschossen werden dürfen. Ein Jahr später haben Flughafen und die Untere Naturschutzbehörde der Region eine Regelung gefunden - für die bestehenden Storchennester in Langenhagen hat diese jedoch keine Relevanz.

In einem Erlass ist seit April geregelt, dass in Engelbostel, Schulenburg, Kananohe, Altenhorst und Heitlingen sowie in der Kernstadt entlang der Einflugschneise über dem Reuterdamm und dem Pferdemarkt keine neuen Nisthilfen für Störche errichtet werden dürfen. Die bereits existierenden Nester in diesem Gebiet allerdings haben Bestandsschutz, wie Ricky Stankewitz, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Langenhagen, auf Nachfrage sagt. In Engelbostel wurde neben der Kreuzwippe eine Nistehilfe errichtet, so auch in Schulenburg am Ende der Dorfstraße. In Kananohe existiert ein solches Nest auf einem Reiterhof. "Wer künftig in diesem Gebiet eine Nisthilfe aufbauen sollte und dabei erwischt wird, muss sie auf eigene Kosten wieder abbauen", betont Stankewitz. Der einzige, der noch legal bauen darf, sei der Storch selbst. Laut Stankewitz wächst der Bestand der Brutpaare in der Region. "51 Paare sind schon eine Hausnummer." Allerdings hätten viele Jungtiere die vielen Regenfälle nicht überlebt. "Die Futtersituation ist gut, aber immer wieder im Nest komplett durchnässt zu werden, ist denen nicht bekommen."

Gleichwohl sieht Stankewitz im Bauverbot von neuen Nisthilfen nicht die zentrale Lösung des Problems. "Gerade vor wenigen Tagen waren zehn Jungstörche am Flughafen auf Futtersuche. Wie sich herausstellte, stammten die aus Poggenhagen." Der beim Flughafen angestellte sogenannte Bird-Controller habe die Vögel aber durch einen Schuss aus einer Schreckschusspistole erfolgreich vertreiben können. Derlei Situationen seien vor allem im Spätsommer, wenn sich große Gruppen von Jungstörchen auf den Wiesen der Kaltenweider Seestädte sammeln, wieder zu befürchten.

Stankewitz hat durchaus Verständnis für die nun getroffene Regelung, die im äußersten Notfall zur akuten Gefahrenabwehr sogar den Abschuss des unter Schutz stehenden Storches erlaubt. "Wenn ein solcher Vogel mit einem Flugzeug kollidiert, stirbt er sowieso", sagt Stankewitz. "Es ist deshalb legitim, durch den vorzeitigen Abschuss die Beschädigung des Flugzeuges zu verhindern." Er möchte keineswegs in der Haut des Bird-Controllers stecken. "Wer möchte schon die Verantwortung dafür übernehmen, dass bei einem zu späten Abschuss Menschen gefärdet werden?"

Von Rebekka Neander

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