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SPD erlebt Innenminister in Rage

Langenhagen SPD erlebt Innenminister in Rage

Zu ihren traditionellen Mai-Gesprächen hat sich die SPD-Langenhagen in diesem Jahr einen unterhaltsamen Gast eingeladen: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius nahm die Besucher im daunstärs mit auf einen Ritt quer durch innere und äußere Sicherheit und verriet viel über seine große Liebe.

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Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius stellt sich bei den Mai-Gesprächen der SPD-Langenhagen den von Marco Brunotte vorgetragenen Fragen der Zuschauer im daunstärs.

Quelle: Neander

Langenhagen. Sollten die Fußballvereine zur Kasse gebeten werden für die von ihren Fans verursachten Polizeieinsätze? "Nein!" Die seiner Ansicht nach "nicht einfache Antwort" fällt am Ende dann doch ziemlich eindeutig aus. "Denn", gibt Boris Pistorius zuvor zu bedenken, "wenn Ihre Gartenparty durch ungebetene Gäste gestört wird, warum sollten Sie danach dafür bezahlen müssen?" Sollten Autofahrer, die keine Rettungsgasse bilden, höher bestraft werden? Da kommt die Antwort nicht nur schneller, der just aus dem Urlaub zurückgekehrte Minister möchte seine drastischen Worte denn auch nicht in der Zeitung wiederfinden. Kurz gefasst: Ja - es sei nicht einzusehen, warum derlei Vergehen in Österreich mit 2000 Euro geahndet werde und in Deutschland mit 20 Euro. Sollte Werbung für das Referendum zur Todesstrafe in der Türkei in Deutschland verboten werden? Jetzt fallen beim Innenminister alle Wenn und Aber: "Ja! Unbedingt! Was ich dagegen tun kann, werde ich tun!" Großer und erster Szenenapplaus der rund 100 Gäste.

Der Abend hat der örtlichen SPD zweifelsohne gut getan. Nicht ein einziges Mal fielen die Stichworte Schulzzug oder Landtagswahl, egal ob die vergangene in Schleswig-Holtstein oder die bevorstehende in Nordrhein-Westfalen. Es war ein Abend, dem nach einem rund einstündigen Intro des Innenministers quer durch seinen Arbeitsbereich der von Langenhagens SPD-Chef Marco Brunotte unterhaltsam moderierte Fragen-Antwort-Block folgte. Warum sich dabei niemand traute, nach dem Wohl und Weh des Kanzlerkandidaten Martin Schulz oder den Ursachen für das überraschend schlechte Abschneiden in Schleswig-Holstein zu fragen, blieb das Geheimnis des Abends.

Dafür aber erfuhren die Gäste viel über Pistorius' große Liebe - das Grundgesetz. "Ich bin seit 35 Jahren in das Grundgesetz verliebt" - mehr Leitkultur brauche er nicht, sagte der Innenminister in Richtung seines Amtskollegen auf Bundesebene, des Christdemokraten Thomas de Maiziere. Dabei bewies der Politiker gleichwohl große Nähe zum Menschen. Dem Berufsschullehrer im Publikum, der sich um einen seiner Schüler sorgt, der demnächst abgeschoben werden soll, gab er sichtlich berührte Minister Tipps fürs Verfahren - bat aber ebenso um Verständnis: "Wir müssen das Asylsystem anwenden, sonst bricht es zusammen."

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