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Integrationsbeirat fordert schulübergreifende Sprachklassen

Langenhagen Integrationsbeirat fordert schulübergreifende Sprachklassen

Der neu formierte Integrationsbeirat hat klare Vorstellungen, wie der starke Zustrom Hilfsbedürftiger gemeistert werden kann: Sprachlernklassen müssen schulübergreifend angeboten werden.

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Der neue Vorstand des Integrationsbeirates sieht sich für die neuen Herausforderungen gut aufgestellt: Vorsitzender Erwin Eder (links) und seine beiden Stellvertreter Humira Pragasky und Hamidou Bouba.

Quelle: Rebekka Neander

Langenhagen. Montag, 8 Uhr. Müde zu sein ist jetzt erlaubt. Für Humira Pragasky, Hamidou Bouba und Erwin Eder allerdings gilt das besonders: Bis 2 Uhr gehörte der frisch formierte Vorstand des Integrationsbeirats zu den dolmetschenden Helfern bei der Ankunft von Flüchtlingen an der Hans-Böckler-Straße. Was die drei an dieser binnen der ersten zwei Tage bereits voll belegten Notunterkunft des Landes erlebt haben, lässt die eigentlichen Aufgaben des städtischen Gremiums ziemlich verblassen. „Vor drei Jahren haben wir noch über Strukturen und Einfluss mit Politik und Verwaltung gesprochen“, umschreibt es Bouba. „Jetzt stehen uns die Menschen direkt gegenüber.“

„Viele erzählen uns, dass nach bis zu zehn Stationen allein in Deutschland hier das erste Mal jemand mit ihnen in ihrer Sprache gesprochen hat“, ergänzt Pragasky. Viele verstünden nur drei deutsche Wörter: „Raus, rein und Hauptbahnhof.“ Dank der vielen Dolmetscher, die sich gemeldet haben, konnte den Notleidenden in Langenhagen erstmals verständlich gemacht werden, weshalb sie sich beim Medizin-Check ausziehen müssen. „Und es ist wichtig, dass die Dolmetscher nicht nur übersetzt haben, sondern warnen konnten, welche uns vertrauten Gesten für sie vielleicht beschämend oder verängstigend wirken können“, sagt Eder.

Eder und sein Vorstandsteam denken schon weiter: „Das zweite und dritte Jahr sind entscheidend.“ Der Beirat will deshalb das Gespräch suchen mit den Grundschulen, um sich dort für schulübergreifende Sprachlernklassen starkzumachen. „Für eine Klasse pro Schule reicht die Zahl der Kinder nicht überall aus“, sagt Bouba. „Deshalb versuchen wir, die Schulen von Regionalzentren zu überzeugen.“ Die Stadt habe flankierend bereits Unterstützung für den Transport der Kinder signalisiert. Mit dieser Forderung rennt der Integrationsbeirat auch bei der Politik offene Türen ein. Grünen-Ratsfrau Ulrike Jagau und BBL-Vertreter Werner Knabe hatten sich zuletzt im Sozialausschuss eindeutig dahingehend geäußert. Bislang haben sich Langenhagens Schulleiter mehrheitlich gegen übergreifende Sprachlernklassen ausgesprochen.

Weil aber nicht nur Flüchtlinge Fragen haben, sondern auch die Langenhagener, bereitet der Integrationsbeirat jetzt eine besondere Veranstaltung vor: „Jene Menschen, die schon ein, zwei Jahre hier sind“, kündigt Bouba an, „werden ihre Geschichte erzählen.“ Auf Deutsch.

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