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Kein Handicap für die Küche

Langenhagen Kein Handicap für die Küche

Das Jobcenter Region Hannover wirbt dafür, Menschen mit Behinderung eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben. Dass es funktioniert, zeigt ein Beispiel aus Godshorn.

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Frederick Schäfer (von links) hört zu, wie Christian Cirksena Birgit Jung von seiner Arbeit berichtet.

Quelle: Stephan Hartung

Godshorn. Plötzlich stand er da. „Ich habe die Stellenanzeige im Internet gelesen und es dann einfach probiert“, berichtet Christian Cirksena. Im Godshorner Baumhaus, wo sich seit Anfang des Jahres das brasilianische Steakhouse Rodizio befindet, fand er schließlich Ende März eine Anstellung als Beikoch. „Gut, dass er das so gemacht hat. Er hat mich von Beginn an fachlich überzeugt und entwickelt sich ständig weiter. Ich weiß nicht, ob ich ihn auch angestellt hätte, wenn ich zuerst seine Bewerbungsmappe gesehen hätte“, sagt Frederick Schäfer, Geschäftsführer des Betriebs an der Nürnberger Straße.

Sein 24 Jahre alter Küchenangestellter hat nämlich ein Handicap: Cirksena besitzt eine Lernschwäche, seine Kochausbildung erhielt einen geringeren Theorieanteil. „Ich hatte Sorge vor viel Papierkrieg und einer übermäßig langen Einarbeitungszeit. Man muss aber auch ehrlich sagen, dass wir wenig Bewerbungen haben“, berichtet Schäfer vom Fachkräftemangel.

Den Mehraufwand für Arbeitgeber wie ihn gleicht das Jobcenter Region Hannover über das seit Oktober 2015 existierende Beratungs- und Integrationscenter (BIC) mit einem Zuschuss aus. In der BIC-Kartei befinden sich Arbeitgeber und Erwerbslose sowie die auf gegenseitige Suchen abgestimmten Stellenanzeigen. So kam Cirksena zu seiner Arbeitsstelle.

„Oft herrscht ein idealtypisches Bild von Bewerbern, was aber in der Praxis in vielen Branchen immer seltener vorkommt“, sagt Birgit Jung, Mitglied der Jobcenter Geschäftführung. „Dabei kann ein Mensch mit körperlichen oder geistigen Behinderungen anspruchsvolle Arbeit leisten, wenn die Tätigkeit seinen Fähigkeiten entspricht.“

Innerhalb eines Jahres kamen über das BIC 450 Menschen in ein festes Arbeitsverhältnis. Dazu zählt auch Christian Cirksena. Dauerhaft. „Auch wenn die Förderung vom BIC aufhört – ich behalte ihn“, verspricht Schäfer.

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Frederick Schäfer (von links) hört zu, wie Christian Cirksena Birgit Jung von seiner Arbeit berichtet.

Quelle: Stephan Hartung

Von Stephan Hartung

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