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"Starke Mädchen" wird zur Marke

Langenhagen "Starke Mädchen" wird zur Marke

Das Projekt-Jahr "Starke Mädchen" der Langenhagener Jugendpflege war ein Erfolg. Deshalb wird es nicht nur künftig weiterhin spezielle Veranstaltungen geben. Auch die übrigen Programm-Leiter werden künftig ein Auge darauf haben, ob sie ergänzend eigene Treffen anbieten sollen.

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Warum es Süßigkeiten vermeintlich speziell für Mädchen geben muss, erschließt sich Silke Sziedat, der Leiterin des Mädchen-Cafés, ebensowenig wie der Leiterin der Jugendpflege, Martina Neumann. Sie setzen lieber auf Angebote unter dem Motto "Starke Mädchen".

Quelle: Neander

Langenhagen. Das Feindbild sieht eigentlich ganz niedlich aus. Und süß ist es obendrein. Doch Silke Sziedat und Marita Neumann können trotzdem dem rosabarbenen Schokoladenhasen auf dem Besprechungstisch so gar nichts abgewinnen. "Warum, bitte, müssen denn jetzt auch noch Süßigkeiten Geschlechtern zugeordnet werden?!" Sziedats rethorische Frage bleibt im Raum stehen.

Gleich daneben liegt das Gegengift: Zum neuen Programm der Kreativ-Werkstatt der Langenhagener Jugendpflege gehören zwei Kurse, die ein neu geschaffenes Label tragen. Mit "Starke Mädchen" ist die "Boulder-Werkstatt" betitelt sowie ein Selbstbehauptungskursus. Aufmerksamen Langenhagenern wird dieser Begriff bekannt vorkommen. Seit dem Sommer zeigen stadtweit aufgehängte Plakate, was sich insgesamt rund 200 Mädchen seit dem Sommer 2015 in besonderen Aktionen "getraut und Neues entdeckt" haben. Sie haben unter sich gefeiert, haben geschweißt, durften laut sein und toben.

In den seit der Abschlussdisco im Haus der Jugend vergangenen Wochen hat Marita Neumann, die Leiterin des Teams Kinder und Jugend, mit ihrem Team die Aktionen evaluiert. "Wir haben gemerkt, dass die Stärkung von Mädchen, sich außerhalb klischeehafter Geschlechterrollen zu behaupten, weiterhin hohen Bedarf hat", sagt Neumann. Sziedat, die das seit 18 Jahren bestehende Mädchencafé leitet, stimmt dem zu. "Es ist immer wieder schockierend, welches Bild junge Mädchen spontan von ihren Zukunftschancen zeichnen ohne eigenen Anspruch auf eine hochwertige Berufsausbildung", hält Sziedat fest. Auch für das Haus der Jugend war das Projekt "Starke Mädchen" erfolgreich. "Es haben Mädchen teilgenommen, die das Haus der Jugend oder die beteiligten Jugendtreffs bislang nicht kannten", berichtet Neumann.

Die gewonnenen Erfahrungen stützen jedoch nicht nur Mädchen: "Wir wollen in allen Bereichen die Sensibilität stärken, wo wir geschlechtergetrennte Kurse als Ergänzung anbieten müssen", beschreibt es Neumann. So gehört zum Programm der Kreativ-Werkstatt eben auch der Kochkursus nur für Jungs. "Und natürlich gibt es auch einen Selbstbehauptungskursus für die Jungs." Denn auch für sie gelte, dass sich manche Dinge besser im geschützten Raum umsetzen lassen, ergänzt Sziedat.

Für die Aktionen der Kreativ-Werkstatt nimmt das Team Kinder und Jugend noch Anmeldungen entgegen. Einige wenige Projekte sind bereits ausgebucht. Anmeldungen sind möglich telefonisch unter (0511) 73079950, unter kreativ@kiju-langenhagen.de per E-Mail oder persönlich im Haus der Jugend montags bis donnerstags zwischen 9 und 18 Uhr sowie freitags zwischen 9 und 16 Uhr.

Von Rebekka Neander

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