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32 Bäume liegen quer bis zur Haustür

Langenhagen 32 Bäume liegen quer bis zur Haustür

Der Freitag begann mit einem einfachen Anruf: Ob die Feuerwehr doch bitte einigen Anwohnern draußen im Kananoher Forst Zutritt zu ihren Häusern am Waldweg verschaffen könnte? Klar, kann die Feuerwehr das. Dass sie erst acht Stunden später damit fertig sein würde, ahnte niemand.

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Eine kapitale Eiche mit stattlichen 20 Metern Höhe musste von der Feuerwehr Krähenwinkel am Freitagnachmittag gefällt werden. Sie hatte sich mitsamt Wurzelwerk bedrohlich in Richtung Straße geneigt.

Quelle: Feuerwehr Krähenwinkel

Kaltenweide. 32. Diese Zahl lässt selbst einen erfahrenen Feuerwehrsprecher nicht kalt. "Wahnsinn!" - so lautet der knappe Kommentar von Stephan Bommert, nachdem ihn die Details eines unvermutet spektakulären Einsatz der Kaltenweider Ortsfeuerwehr erreicht hatten. Denn zwischen der Kananoher Straße und den Häusern der Anwohner hoch im Norden am Waldweg lagen nicht weniger als 32 Bäume quer über der Straße. Umgeweht vom Sturmtief Xavier.

Am Freitag, am Tag nach dem Sturm also, ging gegen kurz vor 9 Uhr der Anruf bei der Feuerwehr ein. Es lägen Bäume quer, ein Erreichen der Haustür sei unmöglich, ob denn die Feuerwehr helfen könne. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Florian Köpke machte sich umgehend auf den Weg - "zur Erkundung", wie er am Sonntag berichtete. Die Erkundung jedoch endete nach 500 Metern. "Weiter kam ich in den Wald gar nicht rein." Köpke machte sich zu Fuß weitere 500 Meter auf in den Forst, um dann seine Kollegen zu alarmieren. "Zu der Adresse des Anrufers bin ich gar nicht erst gekommen."

Insgesamt acht Stunden sägten und schleppten die Einsatzkräfte auf dem normalerweise so idyllischen Spazierweg nördlich der Hasenheide. Gegen Mittag kapitulierte nicht nur eine von zwei Kettensägen der Feuerwehr Kaltenweide, sondern auch das Team: "Wir haben dann Engelbostel nachalarmiert", berichtet Köpke. Noch einmal 10 Feuerwehrleute (und zwei weitere Sägen) rückten zur Unterstützung an. "Wir hatten buchstäblich alle Hände voll zu tun." Niemand habe ahnen können, was auf die Wehren zu kommt. "Wahrscheinlich auch die Leute nicht, die uns angerufen hatten. Die haben ja nur bis zum nächsten Baum sehen können." Als die Feuerwehrleute erstmals Anwohner zu Gesicht bekamen, seien ihnen diese mit großer Dankbarkeit begegnet. "Man mag sich nicht ausmalen, dort hätte jemand medizinische Hilfe benötigt", mahnt Köpke. Sogar die Landwirte ringsum mussten sich die Feldwege mit schwerem Gerät freiräumen.

Spektakulär geriet am Freitagnachmittag auch die Bergung einer weiteren Spätentdeckung: Der Wurzelteller einer 20 Meter hohen und 80 Zentimeter dicken Eiche hatte sich am Hainhäuser Weg in Krähenwinkel merklich aus dem Erdreich gehoben. Da der Baum an einer stark befahrenen Straße stand, entschied die Feuerwehr, den Bäum kontrolliert zu fällen. Aus dem Korb der Drehleiter wurden, wie Ortsbrandmeister Kai Jüttner berichtet, zuerst größere Äste aus der Krone entfernt, da der Platz für eine kontrollierte Fällung beengt war.

Ein Zugseil wurde von der Baumkrone zu einem Trecker gespannt, um während der anschließenden Fällarbeiten ein vorzeitiges, unkontrolliertes Kippen zu verhindern. Da der Baum gänzlich entgegen seiner natürlichen Wuchsrichtung zu Fall gebracht werden musste, gestalteten sich die Vorbereitungen sehr aufwendig. Wie Jüttner berichtet, wurden dafür speziell ausgebildete Motorsägenführer bei der Feuerwehr eingesetzt. Die Straße Hainhäuser Weg war für die Fällarbeiten komplett gesperrt, was auch im öffentlichen Personennahverkehr zu Behinderungen geführt hat.

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Fotostrecke Langenhagen: 32 Bäume liegen quer bis zur Haustür

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