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Ganztagsschulen oder Hort – was soll die Stadt schaffen?

Der Kandidaten-Check Ganztagsschulen oder Hort – was soll die Stadt schaffen?

Vor der Kommunalwahl stellt die Nordhannoversche den Parteien und Wählerbündnissen sieben Fragen. Teil 2: Sollen alle Grundschulen eine Ganztagsbetreuung anbieten, oder setzt die Stadt auf mehr Hortplätze?

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Vor der Kommunalwahl stellt die Nordhannoversche den Parteien und Wählerbündnissen sieben Fragen. Teil 2: Sollen alle Grundschulen eine Ganztagsbetreuung anbieten, oder setzt die Stadt auf mehr Hortplätze?

Quelle: Symbolbild

Gudrun Mennecke, SPD: Wir wollen Hortplätze und Ganztagsangebot an den Grundschulen weiter bedarfsorientiert ausbauen und die Betreuungszeiten an die Nachfrage der Eltern anpassen. Die Ganztagsschule ist für uns ein wichtiges Instrument, um allen Kindern unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern ein erweitertes Bildungsangebot mit einer hohen pädagogischen Qualität zu ermöglichen. Engelbostel ist dafür ein gutes Vorbild.

Claudia Hopfe, CDU: Die CDU setzt bei der Ganztagsbetreuung auf ein aktives Zusammenwirken aller Beteiligten. Der Elternwille ist für uns von entscheidender Bedeutung. Wir werden die Ausweitung von offenen Ganztagsschulen positiv begleiten, wenn der entsprechende Wunsch geäußert wird. Aber wir wollen auch das qualitativ hochwertige Hortangebot weiter bedarfsgerecht ausbauen und begrüßen vorrangig die vielfältigen Angebote freier Träger.

Ulrike Jagau, Grüne: Ganztagsschulen und Hort sind an sich kein Widerspruch! Die Grünen setzen bei den Grundschulen eindeutig auf offene Ganztagsschulen. Nur diese Schulform bietet allen Kindern eine gleiche und damit gerechte Beschulung. Diese Form einer Betreuung mit qualifizierten Kräften wird von der Schule finanziert und ist auch im Hinblick auf Inklusion und Integration dringend erforderlich, wenn wir keine Kinder ausgrenzen wollen.

Sibylle Burghardt, FDP: Es muss beides zur Auswahl stehen. Dabei ist zu prüfen, ob die Horte pädagogisch „aufgerüstet“ werden können. Das Wort Ganztagsbetreuung deutet an, dass man oft keine Ganztagsschule haben möchte, sondern eine kostenlose, weil vom Land bezahlte Betreuung. Eine Ganztagsschule darf nicht eingeführt werden, wenn das Land die notwendigen Lehrkräfte und Betreuungsmittel nicht zur Verfügung stellt.

Dietrich Teickner, Linke: Beide müssen sich ergänzen, ausreichend für alle und flexibel in den Zeiten für berufstätige Eltern sowie auf kurzen Wegen erreichbar. Die Kommune muss daher deutlich mehr Betreuungskräfte einstellen: Festeinstellungen und tarifgerechte Bezahlung statt befristeter Verträge sind Bedingung. Dazu muss der Haushalt sozial umgeschichtet werden.

Herbert Klever, AfD: Da immer mehr Familien mit zwei berufstätigen Elternteilen den Lebensunterhalt bestreiten müssen, sollten Ganztagskonzepte zur Verfügung stehen. Diese dürfen nicht verpflichtend sein, um den Eltern ihr zugesichertes natürliches Recht auf Pflege und Erziehung nicht zu entziehen. Hier ist der Hort voranzustellen, damit die Kinder eine klare Abgrenzung zwischen der „Leistungszone“ Schule zur „Freizeitzone“ haben.

Domenic Veltrup, BBL: Wir brauchen eine Betreuungsform, die zuallererst den Bedürfnissen der Kinder gerecht wird. Die Horte haben sich hier gut bewährt und müssen erste Wahl bleiben. Wir sind enttäuscht, dass die rot-grüne Ratsmehrheit blind den Vorgaben aus der Landespolitik folgt. Langenhagen hat eine Politik verdient, die den Anforderungen vor Ort gerecht wird. Ideologische Landespolitik brauchen wir hier nicht.

Stephanie Behrens-Starck, Die Unabhängigen: In jeder Familie gibt es, bedingt durch die persönliche Situation, einen speziellen Betreuungsbedarf. Deshalb darf bei dieser Frage nicht die Kommune Festlegungen treffen, sondern den Eltern muss eine Entscheidungsmöglichkeit gegeben werden. Je nach Situation in den verschiedenen Ortsteilen sollten möglichst überall verschiedene Betreuungsformen gleichzeitig angeboten werden.

Andreas Eilers, WG Alternative für Langenhagen: Der Elternwille ist hier entscheidend. Sind Ganztagsschulen von der Politik verordnet, sind sie auch keine Lösung. Hortplätze bieten umfangreiche Möglichkeiten. Gerade in den Ferien muss die Betreuung für Eltern sichergestellt sein. Das können Ganztagsschulen in diesem Umfang nicht. Eine gute Mischung in all den Schul- und Erziehungsfragen muss also allen gerecht werden. Damit einhergehend muss die Ausstattung der Schulen modernisiert werden. 

Von der Redaktion

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