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Wollen Sie auch in Zukunft neue Logistiker in der Stadt ansiedeln?

Der Kandidaten-Check Wollen Sie auch in Zukunft neue Logistiker in der Stadt ansiedeln?

Vor der Kommunalwahl stellt die Nordhannoversche den Parteien und Wählerbündnissen sieben Fragen. Teil 4: Langenhagens Standort lockt die Logistikbranche. Sollen weitere Ansiedlungen verhindert werden, auch wenn dann Steuereinnahmen fehlen?

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Vor der Kommunalwahl stellt die Nordhannoversche den Parteien und Wählerbündnissen sieben Fragen. Teil 4: Langenhagens Standort lockt die Logistikbranche. Sollen weitere Ansiedlungen verhindert werden, auch wenn dann Steuereinnahmen fehlen?

Quelle: Symbolbild

Marc Köhler, SPD: Logistikunternehmen zahlen in der Regel im Verhältnis zur Größe der genutzten Fläche keine hohe Gewerbesteuer. Ihre Ansiedlung verursacht jedoch hohe Investitionskosten in die Verkehrsinfrastruktur. Langenhagen ist bereits ein großer Logistikstandort. Wir werden die weitere Ansiedlung von Logistik nicht forcieren, sondern eher begrenzen. Die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze hat bei der Ansiedlungspolitik Vorrang.

Bernhard Döhner, CDU: Die CDU setzt bei der Ansiedlung von Firmen auf einen gesunden Branchenmix, bei dem die Logistik, die sich von einem reinen Speditionsgewerbe in Dienstleister mit entsprechend hochwertigen Arbeitsplätzen wandelte, ihren Platz hat. Bei der Weiterentwicklung der Gewerbegebiete muss sich schon wegen der begrenzten Flächen der Fokus aber verstärkt auf kleine und mittlere Unternehmen des Handels, des Handwerks und der freien Berufe richten.

Rolf Linnhoff, Grüne: Bereits jetzt erzeugen die Logistikbetriebe mit ihrem Fuhrpark zu viel Verkehr. Mehr ist nicht leistbar und auch politisch von uns nicht gewollt. Folglich sagt das grüne Wahlprogramm eindeutig „Keine Ansiedlung von Logistikbetrieben“. Im Stadtgebiet vorhandene Betriebe haben natürlich Bestandsschutz, es geht uns um die Beschränkung einer weiteren Ansiedlung. Stattdessen bevorzugen wir arbeitsplatzintensive Betriebe.

Joachim Balk, FDP: Die FDP begrüßt eine differenzierte Gewerbeansiedlung und verdammt die Logistik nicht. Diese ist in einer Flughafen- und Gewerbestadt wie Langenhagen lebensnotwendig und bietet neben einfachen Beschäftigungen auch gehobene Arbeitsplätze im Logistikmanagement. Daher kein „Nein“ der FDP zur Logistik.

Bianka Barann, Linke: Eine einseitige Ausrichtung auf Logistikflächen und den Flughafen macht Langenhagen erpressbar, zudem viele Logistikunternehmen ihre Steuern beim Sitz ihrer Zentrale (nicht in Langenhagen!) zahlen. Eine vernünftige kommunale Wirtschaftsförderung muss sich vor allem um bessere Bedingungen für kleine und mittelständische Unternehmen kümmern und für diese über eine Stabstelle im Rathaus zum Beispiel EU-Gelder einwerben.

Achim Hinz, AfD: Grundsätzlich fehlen Langenhagen keine Steuereinnahmen. Langenhagen hat ein Ausgabenproblem! Wo die Infrastruktur vorhanden ist, spricht unserer Ansicht nach nichts gegen die Logistikbranche. Die Stadtentwicklung darf den Bürgerwillen nicht außer Acht lassen, da dies Entscheidungen sind, die nicht revidierbar sind. Ein grenzenloses Wachstum ist in Langenhagen nicht möglich, ohne den Charakter der Stadt zu gefährden.

Detlef Diesterheft, BBL: Es ist ein Fehler, nur auf die Logistikbranche zu setzen. Die Steuereinnahmen der Stadt hängen damit zu stark von diesem einen Industriezweig ab, der zudem einen hohen Flächenverbrauch hat. Schon jetzt parken Lkw Wohngebiete zu und verursachen Staus. Langenhagen sollte daher seine Wirtschaftspolitik überdenken und andere Branchen mit hochwertigen Arbeitsplätzen anwerben.

Hans-Erich Welge, Die Unabhängigen: Unter Berücksichtigung einer Verkehrsplanung, die die Ortschaften entlastet und einen Autobahnanschluss beinhaltet, ist gegen die weitere Ansiedlung von Logistikunternehmen in unmittelbarer Flughafennähe nichts einzuwenden. Dabei darf es aber keinesfalls zu einer Mehrbelastung der Einwohner durch mehr Güterverkehr in unseren Wohngebieten kommen.

Bernd R. Speich, WG Alternative für Langenhagen: Wirtschaftsförderung und die Ansiedlung von Firmen ist kein Wunschkonzert. Firmen entscheiden nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, wo sie sich ansiedeln. Da bietet sich für die Logistikbranche die Flughafennähe und die Autobahnanbindungen als Vorteil an. Die Politik wäre dumm, wenn sie die Ansiedlung von Firmen, egal welcher Branche, verhindert und damit auf Gewerbesteuereinnahmen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze verzichtet. 

Von der Redaktion

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