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Kein Platz für Gleichstellungsbeauftragte im Rathaus

Langenhagen Kein Platz für Gleichstellungsbeauftragte im Rathaus

Für die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt ist im Rathaus kein Büro frei. Trotz Forderung der Politik kann der Bürgermeister nichts daran ändern. Lob gab es im Rat für ihren Tätigkeitsbericht. 

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Christina Mundlos ist seit Dezember 2016 Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Langenhagen. Bislang hatte sie ihr Büro im Mehrgenerationenhaus gegenüber dem Rathaus. 

Quelle: Neander (Archivbild)

Langenhagen.  Wer sich in Sachen Gleichstellung beraten lassen möchte, muss künftig einen „Dienstgang“ in den Eichenpark machen. Dies jedenfalls gilt für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Wie am Rande der Ratssitzung am Montagabend mehr zufällig bekannt wurde, kann aus Platzmangel dem Wunsch von Christina Mundlos, ihr Büro aus dem Mehrgenerationenhaus über die Straße ins Rathaus zu verlagern, nicht entsprochen werden. Obwohl mehrere Fraktionen Bürgermeister Mirko Heuer im Rat aufforderten, dem Wunsch Mundlos’ nachzukommen, sieht dieser keine Lösung. 

Nicht zuletzt stehe aus Gründen der Raumnot seit Langem die Rathauserweiterung zur Debatte. Heuer sieht aber auch kein Problem: „Fast die Hälfte aller Mitarbeiter sind gar nicht im Rathaus beschäftigt. Sie alle müssen auch jetzt schon fahren, um Frau Mundlos zu besuchen“, sagte Heuer am Dienstag auf Nachfrage. Mundlos selbst begründete ihren Wunsch mit ungünstigen Arbeitsbedingungen im Mehrgenerationenhaus. Im Rathaus gelänge eine enge Zusammenarbeit mit den übrigen Abteilungen leichter. 

Überraschung im Rat

Bekannt geworden war der bevorstehende Umzug durch die Frage einer Bürgerin in der Einwohnerfragestunde. Mundlos sollte dem Rat an diesem Abend erstmals einen Bericht zu ihrer bisherigen Tätigkeit vorstellen. Sie und Heuer bestätigten den Umzug. Allerdings, wie sich am Dienstag herausstellte, ohne dass sie zuvor über den Sachverhalt direkt miteinander gesprochen hätten. „Ich hätte darüber mit Frau Mundlos gerne vor der Ratssitzung gesprochen“, betonte Heuer am Dienstag. Diese Möglichkeit habe sich aber nicht ergeben. Von der öffentlichen Nachfrage wurde der Bürgermeister offenkundig überrascht. 

Heuer weist vehement jede Vermutung von sich, der Umzug der Gleichstellungsbeauftragten hänge mit deren öffentlichem Widerspruch gegen eine von Heuer favorisierte Stellenbesetzung bei der Leitung des Jugendamtes zusammen. In diesem Zusammenhang hatte Mundlos die Kommunalaufsicht der Region um Überprüfung gebeten. Wie die Region jetzt mitteilte, sieht die Behörde jedoch keinen Grund zur Beanstandung der Entscheidung. 

Protest gegen AfD

Die Fraktionen zollten mit überwiegender Mehrheit Respekt und Anerkennung für den Tätigkeitsbericht der Gleichstellungsbeauftragten. Einzig Sven Hoffmann (AfD) äußerte unter lautstarkem Protest der übrigen Ratsmitglieder seine Verwunderung darüber, dass die CDU „dem Unfug“ einer Gleichstellungsbeauftragten zugestimmt hätte. CDU-Fraktionschef Reinhard Grabowski verbat sich daraufhin, von der AfD vereinnahmt zu werden. Seine Partei entscheide frei – und unterstütze das Engagement Mundlos’, sofern sie sich um die Gleichstellung von Frauen und Männern gleichermaßen kümmere. 

Von Rebekka Neander

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