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Keine Satzung für den Baumschutz

Langenhagen Keine Satzung für den Baumschutz

Eine Baumschutzsatzung für Langenhagen rückt offenbar in weite Ferne. Mit der Drucksache „Grünes Langenhagen“ fordert die rot-grüne Ratsmehrheit, dass die Stadt in den nächsten zehn Jahren 1000 neue Bäume pflanzen soll.

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Wie geht es mit der Idee einer Baumschutzsatzung für Langenhagen weiter? Die Politik diskutiert über den Vorschlag bereits seit geraumer Zeit - allerdings mehr als kontrovers.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. „Unser Ziel ist der Schutz der Bäume ohne Baumschutzsatzung“, sagte Maren Rietschel von den Grünen. „Für uns ist es ein Schritt nach vorn, weg von dem bösen Wort der Baumschutzsatzung“, ergänzte Anja Sander vom Koalitionspartner SPD.

Mit ihrem Vorhaben überzeugten Grüne und Sozialdemokraten die anderen Politiker, die sich einstimmig für das Vorhaben aussprachen. „Die Zahl von 1000 werden wir bis 2017 schon fast erreicht haben“, prognostizierte Bernhard Döhner (CDU). Er verwies auf die Neupflanzungen rund um das neue Schwimmbad an der Theodor-Heuss-Straße und im Baugebiet an der Dorfstraße zwischen Engelbostel und Schulenburg.

Michael Horn (Grüne) indes betonte, es gehe um den Ersatz von kranken und gefällten Bäumen. „Wir versuchen permanent, die Bäume zu ersetzen“, hielt Ursula Schneider, im Rathaus für die Grünanlagen zuständig, dagegen. Gleichwohl gebe es mitunter gewichtige Gründe, in bestehenden Gebieten keine Bäume zu pflanzen, darunter unterirdische Leitungen oder Wendekreise.

Mike Scheer (SVG) wünschte sich eine „Bepflanzung nur dort, wo es sinnvoll ist“. Dazu gehörten weder Fußwege noch Straßen, die von den Wurzeln beschädigt würden. Zudem dürfe die Pflege die Stadt nicht überlasten, sagte Schneider und erteilte Pflanzcontainern, wie von der unabhängigen Elvira Drescher gefordert, eine klare Absage: „Damit sind wir immer gescheitert, weil wir diese gar nicht so intensiv wie nötig wässern können.“ Für Stadtbaurat Carsten Hettwer steht fest, dass das Vorhaben nur dann gelingen kann, wenn die Politiker sich an das selbst gesteckte Ziel halten: „Wenn Anwohner kommen und mehr Parkplätze anstelle von Bäumen fordern, dann müssen Sie das aushalten“, gab er den Kommunalpolitikern mit auf den Weg.

Kommentar von Antje Bismark

Eine Bankrott-Erklärung

Am Ende bedeutet der rot-grüne Vorschlag eine Bankrott-Erklärung: Langenhagen bekommt keine Baumschutzsatzung, obwohl SPD und Grüne als damals neue Ratsmehrheit sie in ihrem Koalitionsvertrag sogar gefordert hatten. Seinerzeit führten beide Fraktionen vielfältige Gründe an, weshalb sie dem Schutz der Bäume oberste Priorität einräumen wollten. All diese Gründe scheinen angesichts des Widerstands der Langenhagener Bürger nun nicht mehr zu gelten. Natürlich ist es legitim und wünschenswert, wenn diese Bedenken dazu führen, dass Politiker ihre Einstellungen und Forderungen ändern. Aber dann sollten sie es auch deutlich sagen – und nicht die ohnehin kaum nachprüfbare Forderung aufstellen, 1000 Bäume in zehn Jahren pflanzen zu lassen.

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