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Siebenjähriger noch in Lebensgefahr

Nach Unfall auf Eis Siebenjähriger noch in Lebensgefahr

Am Tag nach dem schrecklichen Eisunfall in Langenhagen kämpften die Ärzte am Donnerstag weiter um das Leben des verunglückten Siebenjährigen. Der stark unterkühlte Junge war am Mittwochabend in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) eingeliefert worden.

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Ein Feuerwehrmann steht am Mittwoch fassungslos an dem Tümpel in Langenhagen, an dem sich das Unglück zugetragen hat.

Quelle: Stratenschulte

Langenhagen. Rettungskräfte hatten das Kind aus einem vereisten Teich im Ortsteil Schulenburg gerettet.

Vier Kinder im Alter von sieben und acht Jahren hatten dort gespielt. Zwei begaben sich auf die Eisfläche und brachen ein. Ein Junge konnte sich aus eigener Kraft ans Ufer retten, der andere blieb leblos im Wasser liegen. Er wurde schließlich von einem herbei gerufenen Retter geborgen und wiederbelebt. Zu dem genauen gesundheitlichen Zustand des Kindes, das in der Siedlung zwischen Tannen- und Ulmenstraße wohnt, gab es am Donnerstag keine offizielle Stellungnahme.

Zwei Kinder sind am Mittwochabend im Langenhagener Ortsteil Schulenburg beim Spielen ins Eis eingebrochen. Ein siebenjähriger Junge musste von den Rettungskräften reanimiert werden. Er verstarb am Sonntag im Krankenhaus.

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In Schulenburg zeigten sich die Menschen schockiert über den Unfall. „Mit so etwas rechnet niemand“, sagte eine Anwohnerin. „Es ist eine Tragödie.“ Auch Kai Jüttner muss das Geschehene noch verarbeiten. „Ich habe die ganze Nacht kein Auge zu gemacht“, sagte der 32 Jahre alte Feuerwehrmann, der als einer der ersten am Einsatzort eintraf. Er war es, der sofort in den Tümpel sprang, um den Jungen herauszuholen. „In diesem Augenblick habe ich einfach nur funktioniert“, so der ausgebildete DLRG-Rettungsschwimmer. „Verarbeiten kann man solche Situationen erst später.“ Jüttner und weitere Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden nach dem Einsatz von einer Notfallseelsorgerin betreut.

So verhalten Sie sich richtig

Bricht eine Person in ein zugefrorenes Gewässer ein, ist jede Sekunde wertvoll. Schon nach kurzer Zeit können die Betroffenen wegen des kalten Wassers Arme und Beine nicht mehr bewegen.

  • Setzen sie sofort einen Notruf ab.
  • Legen Sie sich bei einem Rettungsversuch flach auf das Eis, um Ihr Körpergewicht auf eine möglichst große Fläche zu verteilen.
  • Rutschen Sie nicht bis an die Einbruchstelle heran. Versuchen Sie den Eingebrochenen mit einer Leiter, einem Schlitten, einem Seil oder einer Stange aus dem Wasser zu ziehen.
  • Wickeln Sie den Geretteten in Decken ein und bringen ihn möglichst schnell in einen warmen Raum.
  • Geben Sie der Person heiße, zuckerhaltige Getränke.

Während die Polizei weiterhin die genauen Umstände des Unfalls überprüft, stand auch in Schulenburg am Donnerstag die Frage im Vordergrund, wie es zu dem Unglück kommen konnte. „Man geht so oft an dem Wasserloch vorbei, ohne daran zu denken, wie gefährlich die Stelle ist“, sagte eine Langenhagenerin. Die 54-jährige Anne-Marie Schallhorn gibt an, dort immer wieder Kinder vom Eis vertrieben zu haben. „Die Kleinen können das Risiko ja nicht abschätzen.“

Schulenburgs Ortsbürgermeister Dietmar Grundey kritisierte, die Stadt Langenhagen als Eigentümerin der Fläche, hätte den Tümpel, der in unmittelbarer Nähe eines Kinderspielplatzes liegt, besser absichern müssen. Die Verwaltung der Stadt schreibt auf ihrer Internetseite, dass es grundsätzlich verboten ist, zugefrorene Gewässer zu betreten. Nur wenn eine ausdrückliche Freigabe durch die Stadt erfolgt – das passiert ab einer Eisdicke von 15 Zentimetern – dürften Personen die Flächen betreten. Verbotsschilder waren an dem Tümpel nicht aufgestellt. „Ich bedauere, dass in Schulenburg Kinder verunglückt sind“, sagte Langenhagens Pressesprecherin Juliane Stahl am Donnerstag auf Anfrage der HAZ. Nähere Auskünfte könne die Stadt derzeit aber nicht erteilen.

Von Jörn Kießler und Sven Warnecke

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Kai Jüttner ist sofort ins Wasser gesprungen, um den Jungen aus dem See zu ziehen.

Es waren schreckliche Momente: Feuerwehrmann Kai Jüttner hat den ins Eis eingebrochenen Jungen aus dem Teich geholt. Den Einsatz werde er nie vergessen, sagte er einen Tag später. Seit Sonntagmittag ist klar: Der Junge hat den Unfall nicht überlebt.

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