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Kinder sind traurig über zerstörte Hirsche

Langenhagen Kinder sind traurig über zerstörte Hirsche

Über Jahre sind zwei Hirsche aus Stroh beliebter Anlaufpunkt für viele Kinder gewesen. Doch dann haben Chaoten die Figuren in Brand gesteckt. Zurück bleiben viele traurige Kinder und die bange Frage, ob es jetzt wohl vorbei ist mit den Briefen an Heidi.

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Phil (5) zeigt seiner Mutter Carolin Battermann, wo sich der Strohhirsch befunden hat. Auch Schwester Mira (3) ist traurig.

Quelle: Stephan Hartung

Langenhagen. Traurig hockt der fünfjährige Phil am Wegesrand des Waldstücks zwischen Silberseesiedlung und Neuer Bult. „Heidi wollte uns Kindern doch nur eine Freude machen“, sagt er. Heidi, das ist eine ältere Frau aus der Nachbarschaft rund um die Straße Brennenhorst. Sie will nicht in der Zeitung stehen. Heidi fühlt sich im Hintergrund wohl, aus dieser Position hat sie vielen Kindern heimlich, still und leise viel Freude bereitet. Dort, wo Phil hockt, befanden sich bis vor wenigen Tagen noch zwei Hirsche aus Stroh, ehe Unbekannte sie anzündeten. Das Spiel ist damit aus.

Es begann vor mehr als zwei Jahren. Heidi stellte einen ausgedienten Weihnachtsbaum nach draußen. Der Baum enthielt Bastelaufgaben für Kinder, die später auch mal Süßigkeiten vom „Zauberbaum“, so hieß er in der Folge, holen durften. Daraus entstand eine stille Kommunikation: Die Kinder hinterließen am Zauberbaum ihr Dankeschön - und erhielten beim nächsten Besuch beispielsweise ein Gedicht. „Für lange Zeit war es ein festes Ritual, am Sonntagvormittag zum Zauberbaum zu gehen“, sagt Phils Mutter Carolin Battermann und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Aber man musste früh aufstehen, denn insgesamt haben etwa zehn Kinder mitgemacht. Sonst war alles weg.“

Chaoten zerstören Hirsche

Nach und nach dehnte sich das Spiel immer mehr aus. An Ostern erhielten die Kinder eine Botschaft, dass für sie Eier versteckt sind. Alsbald kamen auch die Hirsche hinzu, ebenfalls entsprechend geschmückt und später auch immer wieder mit kleinen Überraschungen versehen. Doch irgendwann kamen öfters auch Chaoten vorbei: Am Himmelfahrtstag warfen sie die Hirsche zunächst nur um, vor wenigen Tagen zündeten sie sie sogar an.

Von dem Spielzimmer im Freien ist nichts mehr geblieben, aus Frustration hat Heidi alle Installationen abgebaut. Symbolisch befindet sich ein kleines Grab an der Stelle, wo die Hirsche gestanden hatten.

„Es ist einfach schade, alle Kinder sind sehr traurig“, sagt Carolin Battermann. Ein Wiederaufleben der Aktion möchte sie nicht ausschließen. „Vielleicht greift es wieder jemand auf, in welcher Form auch immer. Eventuell ist Weihnachten ein guter Anlass.“

Phil ist ebenfalls enttäuscht, hat dabei aber auch an Heidi gedacht - und möchte ihr ein Geschenk zum Trost zu Hause vorbeibringen, denn wo sie wohnt, ist in der Nachbarschaft bekannt. „Ich habe für sie einen Vogel gebastelt.“

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