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Kompromiss für Teiche in Sicht

Langenhagen Kompromiss für Teiche in Sicht

In dem seit Wochen hoch emotional geführten Streit um die Zukunft der Teiche im Stadtpark zeichnet sich eine Lösung ab: Der Südteich könnte erhalten bleiben, aus dem Nordteich hingegen ein ökologisch hochwertiges Feuchtbiotop werden.

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Bei heißem Wetter sind die Teiche schnell geschrumpft.

Quelle: Archiv

Langenhagen. Diese Idee soll im Herbst in der Politik diskutiert werden. Unterdessen hat die Stadt eine illegale Entwässerung in den Nordteich stilllegen lassen.

Dies könnte das Ende anonym verfasster Flugblätter und gegenseitiger Anschuldigungen sein, darüber wer wann wie viele tote Fische angeblich übersehen hat. Denn der Denkansatz, den der Nabu jetzt vorgestellt hat, fand im Umweltausschuss durchaus Gegenliebe. Danach soll der Südteich auch ausdrücklich für das Füttern von Enten und Fischen freigegeben werden. „Das ist ein guter Startschuss, auch wenn wir noch weitere Naturschutzexperten hinzuziehen sollten“, sagte BBL-Ratsherr Werner Knabe dazu. „Gleichwohl ist das nicht unsere dringlichste Baustelle derzeit.“ Es sei nicht wichtig, „ob wir darüber im September oder Oktober diskutieren.“

Knabe gehörte in den vergangenen Wochen zu den ärgsten Kritikern der Stadt und hatte der Verwaltung wiederholt vorgeworfen, nicht rechtzeitig das Verenden von Fischen während der Niedrigwasserphase der Teiche verhindert zu haben.

Bürgermeister Mirko Heuer gab Ausschuss und Publikum am Donnerstag persönlich einen Überblick über die Chronologie der Ereignisse. Dabei wies er erneut alle Vorwürfe von sich und seinen Mitarbeitern, die Stadt habe zu spät reagiert. Dies könne er unter anderem mit täglich aufgenommenen Fotografien der Pegelstände dokumentieren.

Heuer kündigte gleichwohl tiefgreifende Änderungen an, um auf Dauer eine befriedigende Situation zu erhalten: „Vielleicht ist es notwendig, Bereiche des Nordteiches mit Folie auszulegen, um das Versickern zu verhindern.“ Vergleichbares sei im Brinker Park geschehen. Dort reichere die Feuerwehr auf Anweisung der Stadt den Teich in Akutfällen mit Frischwasser an.

Der Sauerstoffgehalt der Teiche im Stadtpark leide zudem unter der Tatsache, dass das zugeleitete Grundwasser aus einer Tiefe von mehr als sieben Meter komme und daher grundsätzlich eher sauerstoffarm sei. Wie Stadtbaurat Carsten Hettwer ergänzte, haben Langzeitvergleiche der Messpunkte zum Badbau sowie der Region Hannover einen bemerkenswerten Tiefstand des Grundwassers dokumentiert. „Seit April 2014 gab es bereits eine Absenkung um 40 Zentimeter.“

Unterdessen haben Mitarbeiter der Stadtentwässerung bei einem weiteren Ortstermin ein in den Graben zum Nordteich gelegtes Rohr entdeckt. Mit ihm wurde eine kurzfristig angelegte Grube beim Kanalbau am Schwimmbad während der Starkregenphase entwässert. Weil dies nicht dem ursprünglich geplanten Konzept zur Entwässerung der Badbaustelle entspricht, baut die Stadtentwässerund dieses Rohr wieder zurück.

Kommentar: Und nun ist mal gut!

Ja, auch Fische und Muscheln haben ein Recht auf artgerechte Haltung. Und ja, es muss eine Dauerlösung für die Teiche gefunden werden. Aber dafür wird im Herbst trefflich zu diskutieren sein. Öffentlich. Mit Sachverstand und Namensnennung, aber ohne anonyme Pamphlete und verstandsbefreite Beschuldigungen. Langenhagen hat derzeit wahrlich andere Sorgen: Ein abrissreifes Schulzentrum und ein nicht versiegender Flüchtlingsstrom binden Kraft und Nerven im Rathaus. An den Teichen sind alle Argumente ausgetauscht, eine Lösung ist in Sicht. Ruhe täte jetzt nicht nur den Tieren gut.

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