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Konzert mit Schwierigkeiten

Langenhagen Konzert mit Schwierigkeiten

An den Musikern lag es nicht. Das knappe Dutzend an Solisten und Ensembles, das für das Herbstkonzert ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt hatte, hat sich seinen Applaus verdient. Worüber sich Musikschulleiter Manfred Unger trotzdem ärgerte, verriet er in seiner gewohnt launigen Moderation.

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Besser ohne Mikrofon und eher in der Kammerkonzert-Variante präsentiert sich die Big Band zum Konzertende. Sie nimmt damit Rücksicht auf die begrenzten akustischen Möglichkeiten im Forum.

Quelle: Rebekka Neander

Langenhagen. Das wird offenkundig ein hartes Jahr für die Musikschule. Das Jahr ohne den Theatersaal, ohne professionelle Technik, ohne gute Akustik, ohne Flügel, ohne Schlägel - aber das ist eine andere Geschichte.

Der Reihe nach: Seit dem Frühsommer ist der Theatersaal an der Robert-Koch-Realschule zur Sanierung gesperrt. Die dort bislang versammelte Kultur muss ausweichen bis zum Herbst kommenden Jahres. Nicht allen gelingt das in Langenhagen. Die Abonnenten des Theaters für Niedersachsen fahren nun mit dem Bus bis nach Hildesheim.

So weit hatten es Freunde und Eltern der Langenhagener Musikschüler am Sonntag nicht. Sie mussten lediglich ins Forum an der Schützenstraße umziehen, einen Ort, an dem die Musikschule in grauer Vorzeit bereits gastierte.

Dass Manfred Unger damit außerordentlich unglücklich ist, ließ er sein Publikum mehrfach wissen. „Das wird heute die Kammerkonzert-Variante.“ Größere Gruppen, eine Bläserklasse gar, sei den Zuhörern im geradezu akustikfreien Forum nicht zuzumuten. „Die Big Band wird ohne Mikrofon spielen und außerdem ganz zum Schluss. Dann ist es ja auch vorbei.“

Knapp 1000 Euro, erfuhren die Zuhörer, habe die Stadt in zusätzliche Technik stecken müssen: Scheinwerfer und den Versuch einer Tontechnik. Unger hielt mit seiner Verachtung nicht hinter dem Berg. „Ich traue mich gar nicht, das Ding auf der Bühne Klavier zu nennen.“ Der Flügel stehe gut verpackt im Foyer des gesperrten Theatersaals, ein Transport ist unbezahlbar.

Damit aber nicht genug: Im Hinblick auf die Solisten im Programm ließ Unger auch seinem Unmut über das Controlling der Stadt freien Lauf. Wenn es nach der Stadt gehe, sollten eigentlich vornehmlich größere Ensembles gefördert werden. Für Solisten sei in der Buchhaltung schwerlich ein Fanclub zu finden. Auf Nachfrage erläuterte Unger später den Hintergrund dieses Seitenhiebs: Derzeit arbeite der Finanzbereich der Stadt am Betriebsabschluss der Musikschule für das zurückliegende Jahr. Und so gehe es einmal mehr um Kennzahlen, Deckungsgrade von Entgelten und Leistungszielen. „Da bekommen wir schon mal den einen oder anderen Hinweis, dass Einzelunterricht eben nicht so lukrativ ist wie der Unterricht von Ensembles.“ Er, so Unger, sei sehr gespannt auf die Vorschläge zum Gebührenniveau, die im Bildungsausschuss am 24. November öffentlich vorgestellt werden sollen.

Schlägel vermisst die Musikschule übrigens auch. Gleich zwei Taschen davon. Die wurden kurz vor dem letzten Konzert der Schlagwerkgruppen aus dem Forum gestohlen - „zusammen mit einem Zigarettenautomaten“. Das Konzert habe seinerzeit nur gerettet werden können, weil alle umliegenden Musikschulen Schlägel leihweise zur Verfügung stellten. Nun sammelt die Musikschule Spenden auch dafür.

Es wird ein hartes Jahr.

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