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Kritik an Hauskauf für Flüchtlinge

Engelbostel Kritik an Hauskauf für Flüchtlinge

Es soll die insgesamt dritte Immobilie werden, die die Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingen kauft: Ein Reihenendhaus an der Straße Gosewischs Garten hat am Dienstag den Ortsrat Engelbostel beschäftigt. Für die Bürger stellen sich dabei einige Fragen.

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Auf der Suche nach Wohnraum für Flüchtlinge könnte die Stadt ein zweites Mal an der Straße Gosewischs Garten in Engelbostel fündig werden.

Quelle: Nils Oehlschläger

Langenhagen. Der Platz zur Unterbringung von Flüchtlingen wird in Langenhagen allmählich knapp. Die Zahl von 584 im Stadtgebiet untergebrachten Flüchtlingen - Stand Dienstag - werde sich in diesem Jahr noch einmal verdoppeln, kündigte die Erste Stadträtin Monika Gotzes-Karrasch in der Sitzung des Engelbosteler Ortsrates an.

Etwa sechs Bürger waren am Dienstagabend gekommen, um sich vor allem über den geplanten Erwerb eines Reihenendhauses an Gosewischs Garten zu informieren. Dort will die Stadt bis zu 17 Flüchtlinge unterbringen. Dieses Vorhaben hat einige kritische Fragen aufgeworfen, die vor allem von einem Anwohner vorgetragen wurden. Etwa in der Art, warum die Kosten für den Erwerb der Immobilie nicht offengelegt würden. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es die Preise nach oben treibt, wenn diese Beträge durchgesteckt wurden“, antwortete Gotzes-Karrasch. So würde sich die Stadt bei solchen Investitionen selber die Preise verderben.

Auch nach den jüngsten sexuell motivierten Straftaten in Köln oder Hamburg sei er um die Sicherheit in der Ortschaft besorgt, sagte der Anwohner weiter. „Natürlich nehme ich Ihre Sorgen ernst“, entgegnete die Erste Stadträtin. Man dürfe Flüchtlinge jedoch nicht pauschal verurteilen. Besonders in einer Ortschaft wie Engelbostel könne die Integration der Flüchtlinge gut gelingen. „Das sind Menschen, denen können Sie ins Gesicht gucken, die treffen sie beim Einkaufen oder auf der Straße“, sagte Gotzes-Karrasch. „Das ist keine anonyme Masse.“

Widerstand gegen den geplanten Kauf des Reihenendhauses machte der stellvertretende Ortsbürgermeister Mike Scheer deutlich. „Ich möchte darauf hinweisen, dass das Votum des Ortsrates von der Stadt letztes Mal mit Füßen getreten worden ist“, sagte er. Das Gremium hatte sich bereits gegen den Erwerb der ersten Immobilie an Gosewischs Garten ausgesprochen, war jedoch vom Rat überstimmt worden. „Hier wird Leuten aus Engelbostel die Möglichkeit genommen, hier bleiben zu können“, sagte Scheer. „Vielleicht ist die Stadt Langenhagen in der Lage, das eines Tages zurückzuführen.“ Ortsratsmitglied Eckart Brix (SPD) sprach sich indes für den geplanten Kauf des Hauses aus, sofern dort Familien untergebracht würden.

„Wir werden uns bemühen“, sagte Gotzes-Karrasch. „Aber hundertprozentig zusagen kann ich Ihnen noch nichts.“

Von Nils Oehlschläger

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