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Kulturring fürchtet um seine Zukunft

Langenhagen Kulturring fürchtet um seine Zukunft

Die Entscheidung der Stadt, die Dorfgemeinschaftshäuser bis auf Weiteres als Notunterkunft von Flüchtlingen vorzuhalten, stößt beim Kulturring Godshorn auf heftige Kritik. Obwohl die Stadt Hilfe angeboten hat, will der Vorstand nun über einen möglichen Rückzug beraten.

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Detlef Euscher (links) weiß derzeit nicht, wie er das inzwischen etablierte Kleinkunstprogramm am Leben halten kann. Zu den regelmäßigen Gästen gehören unter anderem Matthias Brodowy (rechts).

Quelle: Jarolim-Vormeier

Godshorn. Detlef Euscher fühlt sich vor den Kopf gestoßen. Im zwölften Jahr nun genießt das Kleinkunstprogramm im Dorfgemeinschaftshaus Godshorn einen nunmehr etablierten Ruf auch in der Szene. Doch was daraus werden soll, weiß Euscher als Vorsitzender des Kulturringes Godshorn derzeit beim besten Willen nicht. „Ich verstehe die absolute Notsituation der Stadt vollkommen“, schickt Euscher voraus. Der folgende Nachsatz enthält kein „Aber“, sondern ist eine klare Ansage: „Wir sind überfordert.“

Die Sachlage ist auf dem Papier einfach: Die Stadt will die Belegung von Sporthallen mit Flüchtlingen verhindern und hat deshalb für den Notfall die Eignung der Dorfgemeinschaftshäuser geprüft. Dabei haben die Dorf-Treffs in Godshorn und in Schulenburg sich als gut geeignet herausgestellt. Private Vermietungen sollen dort nun auslaufen, keine neuen Buchungen mehr angenommen werden. Dem Kulturring Godshorn hat die Stadt Hilfe angeboten: Alternativ-Spielorte könnten geprüft werden, bei einer kurzfristigen Absage würde eine Konventionalstrafe von der Stadt übernommen. Einen Belegungstermin gibt es indessen nicht.

Das wirkliche Leben aber, so Euscher, rettet diese Regelung nicht. „Wir sind drei Leute über 70 - die können nicht das ganze Bühnen-Equipment quer durch die Stadt karren.“ Zudem seien die angebotenen Spielstätten zum Teil aus technischen Gründen nicht geeignet. „Für das Programm 2015 haben wir alles gedruckt, für das Gastspiel der Pfeffermühle und von Matthias Brodowy das Eintrittsgeld eingenommen.“ Das sei nicht zurückzudrehen.

Für die Zukunft gibt sich Euscher illusionslos: „Die unterschriebenen neun Verträge für 2016 zahle ich aus und für 2017 fange ich erst gar keine Planung mehr an.“ Ob er damit nicht vielleicht voreilig die Zukunft des Kulturringes aufgibt, vermag Euscher nicht einzuschätzen, vor allem aber nicht ohne Vorstand und Verein zu entscheiden. Der Vorstand werde am morgigen Dienstag auch darüber beraten, wann innerhalb der nächsten zwei Wochen eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden kann. Ganz ohne Ausweg will Euscher dann doch nicht in die Zukunft blicken: Sollte sich ein fester Ausweich-Spielort finden lassen, der technisch geeignet ist, könnte Hilfspersonal seitens der Stadt die ärgsten Sorgen des Kulturringes lindern.

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