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Angst vor der Obdachlosigkeit

Langenhagen Angst vor der Obdachlosigkeit

In K.’s Leben ist nicht immer alles rundgelaufen. Die Hauptschule hat der 24-Jährige nicht abgeschlossen und eine Ausbildung auch nicht. Dafür bestellte er im Internet Handys und andere Dinge, die er eigentlich nicht bezahlen konnte.

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Die junge Familie K. aus Langenhagen sucht dringend eine Wohnung. Doch als ALGII-Empfänger mit Schufa-Einträgen ist das schwer. Doch ohne Wohnung gibt es keine Jobs.

Quelle: Isabell Rollenhagen

Langenhagen. Bei seiner zwei Jahre jüngeren Freundin sieht es nicht viel besser aus. Auch sie hat keine abgeschlossene Berufsausbildung und ist verschuldet. Nun kommt für das junge Paar aus Langenhagen noch ein weiteres Problem hinzu: Sie werden ihre Wohnung verlieren.

Denn der Eigentümer will das Haus sanieren lassen und dann die Mieten erhöhen. Das werden die K.’s nicht bezahlen können: Sie leben von Hartz IV.

Deshalb müssen sie und ihre zweijährige Tochter ausziehen. Doch die Familie findet keine neue Bleibe. „Wir haben uns schon auf über 100 Wohnungen beworben“, sagt K. „Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen.“

Die Vermieter seien meist abgeschreckt, wenn sie von der finanziellen Situation der K.’s hören. Die Unterstützung vom Staat sei dabei nicht einmal das Hauptproblem: Vor rund eineinhalb Jahren haben K. und seine Freundin Privatinsolvenz beantragt. Das Verfahren verfolgt die beiden noch gut fünf Jahre. Insgesamt haben er und seine Freundin 10 000 Euro Schulden. Das schreckt Eigentümer ab.

Die beiden haben keine hohen Ansprüche an die neue Wohnung - nicht mehr. „Mittlerweile ist es uns egal, wo sie liegt und in welchem Zustand sie ist“, sagt der Langenhagener. „Ich bin gut im Improvisieren und handwerklich begabt. Irgendwie bekomme ich es schon hübsch.“

Die Familie bräuchte nur eine Wohnung, um in eine bessere Zukunft starten zu können. Weil sie die Suche mittlerweile auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet haben, können K. und seine Freundin ihre berufliche Zukunft zur Zeit nicht gestalten.

Beide wollen eine Ausbildung machen, um ihrer Tochter später etwas bieten zu können. „Doch wenn ich nicht weiß, wo ich in ein paar Monaten lebe, kann ich mich nicht auf eine Stelle bewerben.“ So fühlt sich die Familie in einem Teufelskreis gefangen: ohne Job keine Wohnung, ohne Wohnung keinen Job. Und wenn die Familie in einigen Wochen wirklich ausziehen muss, ist auch die Tochter obdachlos. K. fühlt das Jugendamt im Nacken. Unterstützung bei der Wohnungssuche gibt es nicht, sagt der 24-Jährige. „Die Ämter helfen uns dabei nicht.“

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