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Viele Fragen zu den neuen Nachbarn

Informationsversammlung in Langenhagen Viele Fragen zu den neuen Nachbarn

Viele Fragen zu Flüchtlingen: Rund 100 Bürger haben Bürgermeister Mirko Heuer am Donnerstagabend Fragen zur Flüchtlingsunterbringung in Langenhagen gestellt. Die Stadt appellierte an die Bürger, die neuen Nachbarn kennenzulernen und erteilte Vorverurteilungen eine klare Absage.

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Zahlreiche Bürger sind zur Versammlung gekommen, Doris Lange, Mirko Heuer und Monika Gotzes-Karrasch (v.l.) stehen Rede und Antwort.

Quelle: Gurol

Langenhagen. Etwa 100 Anwohner aus Kaltenweide und Krähenwinkel sind am Donnerstagabend der Einladung der Stadt gefolgt und haben auf einer Informationsveranstaltung im Niet Hus Fragen zur Unterbringung von Flüchtlingen gestellt. Im Vorfeld hatte es Kritik an der Informationspolitik von Bürgermeister Mirko Heuer und der Stadt gegeben, weil der Ortsrat und der Verein "Bürger für Kaltenweide"(BfK) erst aus Zeitung und Internet über den genauen Planungsstand zum Thema informiert worden waren.

Die Informationskette griff Bürgermeister Heuer in seiner Einleitung auf, sie war aber - auch wenn es deutlich kritische Worte von Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr und von Verein BfK gab - nur kurz Thema des Abends.

Drei neue Standorte für Flüchtlingsunterbringung

Viele Bürger nutzten die Veranstaltung dagegen, um Fragen zur Unterbringung, zur Zukunft der Container und zur Integration zu stellen. Bürgermeister Heuer stellte zu Beginn noch einmal die derzeitigen Pläne dar: Insgesamt soll es drei neue Standorte für Flüchtlingsunterkünfte geben. Die erste soll ab Februar am Bauernpfad errichtet werden. Dort sollen in zwei Holztafelbauten 60 Flüchtlinge untergebracht werden. Ende Februar soll mit dem Bau von Containern an der Leibnizstraße in der Kernstadt begonnen werden. Dort sollen, wie in der Pfeifengrasstraße, wo die Montage der Container Ende März/Anfang April beginnen soll, 56 Flüchtlinge untergebracht werden. Der alte NP-Markt an der Kananoher Straße soll als Notunterkunft für 30 Personen fungieren, falls keine Unterbringungsmöglichkeiten mehr bestehen.

Sowohl Heuer als auch Doris Lange, Leiterin Sozialberatungsdienst und die Erste Stadträtin Monika Gotzes-Karrasch bemühten sich, die Fragen der Bürger so gut es ging zu beantworten. Nicht immer war das möglich. Welche Flüchtlinge kommen und wie viele konnten sie genauso wenig beantworten, wie die Frage, wie sich die Flüchtlingssituation entwickeln wird und ob weitere Standorte nötig sein werden. Das sei davon abhängig, wie sich die Zuweisungsquoten entwickelten. „Bisher ist es uns gelungen, die Flüchtlinge dezentral unterzubringen. Dabei wollen wir bleiben“, sagte Heuer. Sozialarbeiter sollen sich nach Angaben Langes darum kümmern, dass die Flüchtlinge in den neuen Unterkünften ausreichend betreut werden.

Den Sorgen der Bürger über die neuen Nachbarn begegnete Städträtin Gotzes-Karrasch mit einem eindeutigen Appell: Sie rief dazu auf, den Flüchtlingen eine Chance zu geben und sie kennenzulernen. "Wenn Sie sie kennenlernen, werden Sie eine andere Einstellung dazu bekommen. Sie werden feststellen, die Probleme werden nicht so gewaltig sein“, sagte sie. Das hätte sich schon an anderer Stelle gezeigt. Eine deutliche Abfuhr erteilte Heuer der Nachfrage nach Wachschutz für die neuen Unterkünfte. „Eine Security wird es nicht geben“, sagte er.

Der Ticker zur Veranstaltung zum Nachlesen

+++ Alle Fragen sind beantwortet, die Versammlung ist beendet. Entgegen des Unmuts im Vorfeld ist die Veranstaltung größtenteils sachlich und fair geblieben. Damit beenden wir unseren Liveticker. Einen ausführlichen Bericht zum Abend finden sie auf haz.de sowie in der Sonnabend-Ausgabe der Nordhannoverschen Zeitung.

+++ Städträtin Gotzes-Karrasch appelliert an die Anwesenden, den Flüchtlingen eine Chance zu geben und sie kennenzulernen. "Wenn Sie sie kennenlernen, werden Sie eine andere Einstellung dazu bekommen. Sie werden feststellen, die Probleme werden nicht so gewaltig sein." Das hätte sich schon an anderer Stelle gezeigt. Sie bekommt viel Applaus für ihren Appell.

+++ Wird privater Wohnraum für Flüchtlinge beschlagnahmt? Das möchte eine Anwohnerin wissen. "Für mich ist das keine Option", sagt Heuer. „In Langenhagen wird es diese Situation für Privatgebäude mit mir nicht geben.“

+++ Ein Ehrenamtlicher, der sagt, die ersten Fragen der Flüchtlinge seien "Wann kann ich arbeiten, wann kann ich mein Leben selbst gestalten", bekommt Applaus.

+++ Die Sorge, was die Flüchtlinge in den Unterkünften machen, ist offenbar groß. Wiederholt kommt die Frage, wie die Flüchtlinge in den Containern betreut werden, wie sie sich beschäftigen. Ein Team aus Sozialarbeitern sei tagsüber immer vor Ort, sagt Lange. "Mir wäre es lieber, die wären nachts da". Heuer schneidet ihm harsch das Wort ab. "Die Frage stellt sich nicht, es wird keine Security geben."

+++ Einige Bürger wollen auch die Flüchtlingsfrage auf Bundesebene diskutieren. Das löst bei den anderen Anwesenden viel Unmut aus. Hier soll es um die Fragen gehen, die Langenhagen betreffen - vor allem Kaltenweide und Krähenwinkel.

+++ Die 1. Stadträtin Monika Gotzes-Karrasch betont noch einmal, man hätte gerne die Grenze bei der Belegung von 30 Personen gezogen. "Momentan kommen wir aber in einen Bereich, wo so viele kommen, dass das nicht mehr möglich ist", sagt sie. Man versuche, die Flüchtlinge innerhalb der Stadt zu verteilen. "Im Moment muss man aber auch sagen, dass in Kaltenweide gar keine Flüchtlinge untergebracht sind."

+++ Ein anderer Mann sorgt sich darum, ob seine Kinder auch künftig einen Platz in der Schule haben werden. "Natürlich ist das Kaffeesatzleserei", sagt Heuer über den Schulbedarfsplan, der aufgestellt wurde. Man versuche das Möglichste, versprechen könne er nichts. 

+++ Warum sagt die Stadt nicht einfach, dass sie keine Flüchtlinge mehr aufnehmen kann, möchte ein Anwohner wissen. "Das geht nicht", sagt Doris Lange. Langenhagen bekommt wie alle Kommunen und Städte Flüchtlingszahlen zugewiesen - diese müssen aufgenommen werden.

+++ Ist es geplant, Kitas mit Flüchtlingen zu belegen? Nein, sagt Heuer. "Es ist nicht geplant, öffentliche Einrichtungen belegen." Das hieße aber auch, dass entsprechende Unterkünfte jetzt gebaut werden müssten, um Flüchtlinge aufzunehmen.

+++ Ein Bürger fragt, ob weitere Container auch an der Grundschule Krähenwinkel geplant sind. Heuer dementiert. Der Standort war im Gespräch, von den in Betracht gezogenen Standorten sind aber nur die drei jetzt genannten Standorte übrig geblieben."

+++ Der Verein Bürger für Kaltenweide und der Kaltenweides Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr kritisieren noch einmal die Informationskette. „Am Dienstag stand das schon via Facebook im Netz, das kann nicht sein, das ist eine äußerst ärgerliche Geschichte“, sagt Langrehr. 

+++ Heuer stellt noch einmal dar, wo Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden sollen. Zunächst entsteht die Unterkunft am Bauernpfadmit 60 Plätzen, dann werden Container an der Leibnizstraße aufgestellt, als drittes werden Container an der Pfeifengrasstraße errichtet - beide mit Plätzen für je 56 Flüchtlinge. "Wir wollen bei der dezentralen Unterbringung bleiben", sagt Heuer.

+++ Mittlerweile reichen die Plätze nicht mehr, einige Bürger sitzen auf der Treppe. Heuer beginnt und verteidigt zunächst die Informationspolitik der Stadt. Nach seiner Darstellung habe die Stadt den normalen Informationsweg genommen. Zunächst müsse die Politik informiert sein und Dinge beschlossen haben, bevor der Bürger informiert werden kann.

+++ Ein kurzer Rückblick: In der vergangenen Woche hatte der Verwaltungsausschuss in nicht öffentlicher Sitzung Aufträge für weitere Flüchtlingsunterkünftige vergeben, unter anderem in Kaltenweide und Krähenwinkel. Der Ortsrat Kaltenweide hatte von der Erweiterung des Weiherfeldes aus der Zeitung erfahren, über den genauen Planungsstand war er unter dem Punkt „Bericht der Verwaltung“ informiert worden . Der Ortsrat, aber auch Anwohner hatten daraufhin Bürgermeister Heuer und die Stadt für ihre Informationspolitik kritisiert.  

+++ Etwa 15 Minuten vor Beginn der Veranstaltung füllt sich der Saal im Niet Hus langsam. Etwa 30 Bürger sind bereits eingetroffen, einige Plätze aber sind noch frei. Auch Bürgermeister Heuer ist noch nicht eingetroffen.

Von Sabine Gurol

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Kaltenweide/Krähenwinkel
Die Veranstaltung am Donnerstag über Flüchtlinge richtet sich an die Anwohner in den nördlichen Ortschaften.

Zahlen, Standorte, Betreuung: Über diese Themen rund um die Unterbringung von Flüchtlingen informiert die Stadt am Donnerstag die Anwohner im Norden.

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