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Das Trauma wird malerisch aufgearbeitet

Langenhagen Das Trauma wird malerisch aufgearbeitet

Auf der Flucht erleiden Frauen vielfach ein Trauma. Darauf hat das Langenhagener Ophelia-Beratungszentrum mit dem Angebot einer kunsttherapeutischen Gruppe reagiert.

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Anja Ananieva (links) und Antoaneta Slavova vom Ophelia-Beratungszentrum sichten die Bilder, die im Rahmen des von ihnen angebotenen kunsttherapeutischen Projektes entstanden sind. 

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Seit März können die traumatisierten Menschen so ihre Schreckenserlebnisse malerisch aufarbeiten. Für viele Frauen sind mit der Flucht auch traumatische Erlebnisse verbunden. Um diese Erfahrungen nun verarbeiten zu können, hat die Leiterin des Ophelia-Beratungszentrums, Antoaneta Slavova, eine kunsttherapeutische Gruppe speziell für Flüchtlingsfrauen ins Leben gerufen. Seit März treffen sich wöchentlich fünf bis sechs Frauen zum Malen. So entstünden innerhalb der Gruppe auch weitere Kontakte. Die Teilnehmerinnen würden sich trotz aller Sprachbarrieren gegenseitig helfen, berichtet die Kunsttherapeutin und Sozialpsychologin.

„Das entwickelt sich langsam“, bilanziert Slavova nach einem halben Jahr. Das Malen erleichtere den Zugang zu den traumatisierten Frauen ungemein. Gleichzeitig könnten sie mithilfe von Farben und Pinsel ihre Erfahrungen verarbeiten. „Ganz unbewusst“, sagt Slavova. Sie betont auch, dass auf die Betroffenen niemals Druck ausgeübt werde, damit sie sich öffneten. Vielmehr stünden die Belange der traumatisierten Frauen im Vordergrund. Sie sollen merken, dass sie nicht alleine sind, ergänzt Corona Bröker vom Ophelia-Team. Dabei kommt es auch weniger auf Kunstverständnis oder Können an. Vielmehr geht es um freies Gestalten in einem geschützten Bereich innerhalb einer kleinen Gruppe.

Ob es mit Blick auf die aktuellen Flüchtlingsströme künftig mehr Arbeit für Ophelia geben wird, kann Slavova derzeit noch nicht sagen. Bislang gebe es keine gestiegenen Beratungszahlen. „Das ist noch zu früh.“ Die Menschen müssten erst einmal ankommen. Mit der Zeit - und vor allem dann in Sicherheit - kämen aber die Erinnerungen zurück, weiß Slavova aus ihrer Tätigkeit. Aus diesem Grund soll es möglichst im nächsten Jahr auch ein kunsttherapeutisches Angebot für traumatisierte Mädchen geben. „Doch das hängt vom Geld ab“, sagt sie.

Nach den Anfängen in den Räumen von Ophelia in der Ostpassage wird dieses kunsttherapeutische Projekt nun mittwochs von 10 bis 12 Uhr an der Schützenstraße 4 in der städtischen Mila-Einrichtung - Menschen in Langenhagen - angeboten. Sie sei den Flüchtlingen auch als Anlaufstelle schon bekannt, meint Slavova. Das Angebot wird mit der Langenhagener Sozialberatungsstelle koordiniert. Zudem bietet das Mehrgenerationenhaus Mütterzentrum für die Zeit des Kurses eine Kinderbetreuung für die Teilnehmerinnen an.

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