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Die Mieter sind genervt

Langenhagen Die Mieter sind genervt

Nach dem Feuer in einem Mehrfamilienhaus am Iffezheimer Weg sind auch knapp sechs Monate später noch nicht alle Schäden beseitigt. Einige Anwohner sind entsprechend genervt. Zumal bei der Sanierung des Kellers einiges Mobiliar verschwunden ist.

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Brigitta Günther beklagt sich über die untätige Imobiliengesellschaft.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Das Feuer war am 20. Februar abends im Keller ausgebrochen - bis heute ist die Ursache nicht geklärt. Wegen der starken Rauchentwicklung musste dieser Bereich des Mehrfamilienhauses inklusive der Kellerverschläge komplett saniert werden. Über Monate zogen sich die Arbeiten hin - auch die Einschränkungen für die Bewohner.

Nun beklagt sich Brigitta Günther, dass noch brauchbares, vom Feuer und Rauch unbeschädigtes Mobiliar entsorgt wurde. Neben einem funktionstüchtigen Fernsehgerät, Gefrier- und Kühlschrank sei auch ihr Batterieladegerät für das Auto weg. „Seitdem laufe ich hinter meinen Sachen her“, berichtet sie im Gespräch. Vor allem das Batterieladegerät brauche sie hin und wieder. „Wenn mein Auto mal wieder nicht anspringt“, sagt die rüstige 82 Jahre alte Bewohnerin. Nun müsse sie immer einen Pannendienst rufen. „Das ist vertane Zeit.“

Günthers Angaben zufolge geschehe seit dem Brand nicht sehr viel in der Wohnanlage. Mehrmals habe sie sich etwa wegen der kaputten Außenbeleuchtung und der gefährlich hohen Kantensteine in der Zuwegung zu den Wohnungen beim Eigentümer beschwert. „Eine Antwort habe ich aber nie erhalten“, sagt Günther.

Bei ihrer Kritik erhält sie auch Unterstützung von den Nachbarn Rosemarie und Horst Rosum. Das Ehepaar wohnt dort zwar erst knapp ein Jahr, trägt sich aber bereits wieder mit Umzugsplänen. Auch sie beklagen sich darüber, dass nach dem Brandschaden die Sanierung nur schleppend vorangegangen ist. „Im Keller sind Leitungen immer noch nicht verlegt“, sagt der 76 Jahre alte Horst Rosum. Zudem wurden die Kellerräume neu vergeben, was groteske Züge habe, meint Rosum. Denn nun werde sein komplett leerer neuer Raum von einem anderen Mieter mit Strom versorgt. Und bei ihm selbst dreht sich der Stromzähler trotz komplett abgeschalteter Verbraucher lustig weiter. Er und seine sieben Jahr jüngere Frau haben genau wie ihre Nachbarin Günther den Verdacht, dass die Deutsche Wohnen als Eigentümer die Immobilie nach nur kurzer Zeit schon wieder verkaufen will.

Doch das dementiert Marko Rosteck, Sprecher der Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen in Berlin. „Es gibt keine Verkaufspläne“, betont er auf Anfrage. Zudem handele es sich bei den noch nicht abschließend verlegten Leitungen im Keller lediglich um Telefonleitungen. „Die Reparatur dieser Leitungen steht leider nicht in unserer Verantwortung, sondern muss von der Telekom erfolgen“, berichtet er. Darauf habe Deutsche Wohnen das Unternehmen bereits mehrfach hingewiesen und auch deutlich angemahnt. „Leider aber hat dies noch nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. Wir werden jedoch weiterhin auf eine Lösung drängen.“

Rostecks Angaben zufolge sei auch nur Inventar nach vorheriger Abstimmung mit den Mietern entsorgt worden. Lediglich zwei Mietparteien wollten ihr Inventar behalten. Dieses sei in einem separaten Raum zwischengelagert worden, berichtet der Unternehmenssprecher. „Uns ist nicht bekannt, dass hierbei etwas verloren gegangen wäre.“

Zudem hätte jeder Mieter ein Schreiben über die Neuordnung der Kellerräume erhalten. „Dabei haben wir gemeinsam mit der beauftragten Elektrofirma ein möglichst einfaches Verfahren gewählt“, berichtet Rosteck weiter. So wurde jeder mit einer Nummer versehenen Wohnung die entsprechende Kellernummer zugewiesen. „Wir gehen davon aus, dass dieses Verfahren funktioniert, da sich seitdem keiner unserer Mieter dazu bei uns gemeldet hat.“

Die Kritik an der defekten Außenbeleuchtung kann Rosteck zum Teil verstehen. Denn bis zum Brand habe es seinen Angaben zufolge einen intakten Bewegungsmelder gegeben. „Leider ist die beauftragte Firma ihrer aus unserem Auftrag entstehenden Verpflichtung bislang nicht nachgekommen“, berichtet er. Bei den an den Wegen stehenden Laternen könne sein Unternehmen indes wenig tun. „Unserem aktuellen Wissen nach gehören diese Leuchten der Stadt.“ Man sei aber dabei, diese Frage zu klären. „Sollten wir die Möglichkeit haben, diese Leuchten zu reparieren, werden wir dies umgehend in die Wege leiten.“

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