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G-Trakt kann stehen bleiben

Langenhagen G-Trakt kann stehen bleiben

Um ein erneutes Desaster wie jetzt am Schulzentrum auf jeden Fall zu vermeiden, setzt die Stadt auf Technologie: Computerprogramme sollen verhindern, dass Mängel nicht behoben oder Fristen versäumt werden. Unterdessen wurden dem Rat jetzt auch die letzten Ergebnisse des Brandschutzgutachtens für das Schulzentrum vorgelegt.

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Das Geländer für die sogenannten Fluchtbalkone am Schulzentrum wird bis Ende der Woche an allen Stellen geschlossen sein. 

Quelle: Neander

Langenhagen. Baufällig, aber nicht abrissreif - so lässt sich das Prüfergebnis für den G-Trakt zusammenfassen, das Brandschutzgutachter Daniel Stürzl der Stadt vorgelegt hat. Damit ist jetzt das gesamte Schulzentrum auf womöglich nicht vorhandenen Brandschutz bis in die Tiefe untersucht. Vergleichbare Untersuchungen hatten im Frühjahr den Abriss des Gymnasiums und Teile der IGS im A-, C- und H-Trakt nahegelegt. Diese Gebäudeteile seien nicht zu retten, Brandschutz habe dort nie bestanden. Der E- und der F-Trakt hingegen könnten saniert werden.

Das gesamte Gutachten wurde am Montag erstmals allen Ratsmitgliedern in nicht öffentlicher Sitzung erläutert. „Dabei wurde den Mitarbeitern der Stadt höchstes Lob für das Krisenmanagement ausgesprochen“, berichtete Stadtbaurat Carsten Hettwer gestern dieser Zeitung.

Ausgesprochen wurde jedoch auch etwas anderes: Bereits 1980 und 1994 hat es laut neuem Gutachten Hinweise auf Baumängel im Brandschutz gegeben, „denen aber nicht nachgegangen worden ist“, wie Hettwer gestern sagte. Auch jetzt werde die Stadt nicht tiefer in die Vergangenheit einsteigen, betonte auch Bürgermeister Mirko Heuer. „Wir werden alle Energie darauf verwenden, für die Zukunft Lösungen zu finden, damit so etwas nicht noch einmal passieren kann.“ Heuer hat für den Neuaufbau einer Personalentwicklung in der Stadtverwaltung deshalb auch einen „IT-gestützten Wissensaustausch“ in Auftrag gegeben. Im Klartext heißt das: Alle Aufträge, Fristen und festgestellten Mängel werden darin erfasst samt der erforderlichen Konsequenz und ihrer Erledigung.

„Das ist im Zeitalter einer schnelleren Personalfluktuation immens wichtig“, sagte Hettwer. Oft entstünden bei Personalwechsel zeitliche Zwischenräume ohne einen direkten Übergang oder gar eine Übergabe durch den Funktions-Vorgänger. „Nur die Stadt Wolfsburg leistet es sich, eine Stelle immer mit einer sechsmonatigen Übergangsfrist zu besetzen“, berichtete Hettwer.

Einen Zeitplan für die Entwicklung eines solchen Computerprogramms kann Heuer nicht nennen. „Die Entwicklung eines solchen Wissensmanagements braucht ihre Zeit“, sagte er. „Das wird nichts mehr in diesem Jahr und vielleicht auch nicht im nächsten.“

Beim Neuaufbau des Schulzentrums ist alles offen

Am 6. Oktober wird die Verwaltung im Bildungsausschuss noch einmal vorstellen, was an welcher Schule stadtweit wie dringend neu oder umgebaut werden muss. Ob sie dabei gleich einen Beschlussvorschlag unterbreiten wird zu der Frage, welche Gebäudeteile am Schulzentrum saniert oder gleich abgerissen werden sollen, ist derzeit offen. „Wir prüfen das noch“, sagte Stadtbaurat Carsten Hettwer gestern auf Nachfrage. Unter anderem müssten unterschiedliche Raumstandards verglichen werden. Zudem müsse in eine Analyse auch einfließen, in welchem Zustand die nicht abrissreifen Gebäude sind. „Dazu gehört auch die Aula, die zwar sanierungsfähig ist, aber in keinem Fall mehr den Raumansprüchen heutiger Zeit entspricht“, ergänzte Bürgermeister Mirko Heuer. Hettwer machte aber auch klar, dass die Stadt derzeit beim Schulzentrum eigentlich gar keinen Zeitdruck hat. „Die Interimsphase 1 – nämlich der Start nach den Ferien – steht.“ Alles weitere „darf nicht übers Knie gebrochen werden“.

Auch wenn es angesichts des Gebäudes nicht den Anschein hat, besteht einzig beim Rathaus „wirklich Zeitdruck für eine Entscheidung, weil wir Mietverträge rechtzeitig kündigen müssen“. Deshalb wird die Stadtverwaltung dafür auch einen Beschlussvorschlag unterbreiten, der da heißt: „Neubau – einfach, weil es hier nicht nur ums Geld geht“, wie Heuer betonte, „sondern auch um die künftige Nutzbarkeit des gesamten Gebäudes.“ Die Verwaltung hatte der Politik vor der Sommerpause gleich ein ganzes Bündel an Bau-Plänen zur Prüfung mit der Bitte mitgegeben, bis Oktober zumindest die grobe Richtung zu diskutieren. So muss der Rat auch entscheiden, wer und in welcher Weise auf einem halben Dutzend Grundstücken preiswerte Wohnungen bauen soll. „Die Entwicklungsgesellschaft hat die entsprechenden Flächen jetzt bereits gesichert“, sagte Heuer. Über Bauumfang und Belegung müsse aber die Politik entscheiden.

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