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Mag die Gewerkschaft den Bäcker nicht?

Langenhagen Mag die Gewerkschaft den Bäcker nicht?

Schwere Vorwürfe wegen des Umgangs mit Mitarbeitern erhebt die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) gegen den Langenhagener Unternehmer Gerhard Boßelmann. Der Inhaber der Landbäckerei Bosselmann dementiert das, wirft der Gewerkschaft indes nur billige Mitgliederwerbung vor.

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Die Gewerkschaft beklagt Zustände in der Bosselmann-Zentrale in Langenhagen.

Quelle: Bismark

Langenhagen. Wer morgens beim Bäcker seine Brötchen holt, erwartet auf der anderen Seite der Ladentheke ein freundliches Gegenüber. „Ein freundlicher oder zumindest respektvoller Umgang ist aber gerade in den Backstuben und hinter dem Tresen der Hannoveraner Traditionsbäckerei Bosselmann - Die Landbäckerei von Arbeitgeberseite gegenüber den Beschäftigten eher selten zu finden“, beklagt Thomas Bernhard, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) in der Region Hannover die Zustände in dem Langenhagener Betrieb. Das habe er aus Gesprächen mit Beschäftigten erfahren. So sollen Mitarbeiter Boßelmanns etwa über einen rauen Umgangston klagen, zudem würden sie im Krankheitsfall sogar unter Druck gesetzt oder aber bei angedeuteter Kritik „unzumutbar“ versetzt, berichtet der Gewerkschafter.

Gleichwohl: Bernhard sagt auch, dass die Zustände nicht nur bei der Langenhagener Landbäckerei so sein sollen, sondern im Bäckerhandwerk vielerorts ab einer gewissen Größe gang und gäbe wären. Zudem räumt der NGG-Geschäftsführer ein, dass Bosselmann in der Produktion zum Teil weit über Tarif zahle und im Verkauf den gesetzlichen Mindestlohn beachte.

Genau das sei der Grund, warum die Gewerkschaft gegen sein Unternehmen regelmäßig zu Felde zieht, sagt Gerhard Boßelmann auf Anfrage dieser Zeitung. Er bezeichnet das als „billige Mitgliederwerbung“. Denn bislang sind in seinem Betrieb nur ganz wenige der 120 Mitarbeiter in der Gewerkschaft organisiert. Und einen Betriebsrat habe die Belegschaft wegen der guten Bedingungen ebenfalls abgelehnt, sagt Boßelmann. Er räumt allerdings ein, dass es vielleicht den einen oder anderen Unzufriedenen geben könnte. Doch denen stehe seine Tür für Gespräche immer offen.

Seinen Angaben zufolge versuche die NGG seit Jahren, bei ihm einen Fuß in die Tür zu bekommen. „Bislang vergeblich“, sagt Boßelmann. Dennoch würde die Gewerkschaft regelmäßig Attacken gegen seinen Familienbetrieb reiten, beklagt sich der Langenhagener Unternehmer, der die Vorwürfe als „völligen Schwachsinn“ bezeichnet.

Die für Freitag in Hannover geplante NGG-Aktion erachtet Boßelmann als rufschädigend. Deshalb erwägt er rechtliche Schritte. Und nicht nur das. Er kündigt gegenüber dieser Zeitung an, eigene Mitarbeiter zu dem Stand der Gewerkschaft zu entsenden, damit sie ein realistisches Bild seines Unternehmens zeichnen.

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