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Raumbedarf für Gymnasium und IGS steht fest

Langenhagen Raumbedarf für Gymnasium und IGS steht fest

Gymnasium und IGS haben jetzt der Stadt ihren Bedarf an Räumen übermittelt, die für einen Unterrichtsbeginn nach den Ferien zwingend notwendig sind. Dabei blieb keine noch so kleine Kammer ungeprüft, die zugunsten eines Klassenraumes vielleicht zum Büro werden könnte. 

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Der erste Container ist gut gefüllt mit dem Styropor, das aus dem Kriechkeller entfernt worden ist.

Quelle: Neander

Langenhagen. Vor dem Büro von Wolfgang Kuschel ist es laut. Handwerker setzen Deckenplatten ein. Teppich wird gereinigt. Baumaterial fliegt in den Container auf dem Hof. Es ist für den IGS-Leiter vielleicht ein winziger Vorgeschmack, was im Zuge des drohenden Abrisses und Umzugs noch auf ihn zukommt. Tatsächlich aber sind es Aufräumarbeiten: Spätfolgen der Bonbon-Aktion der Abiturienten, die am Freitag zu einem kapitalen Wasserschaden führten. Die Schüler im Chemieraum über der IGS-Verwaltung hatten das Papier der von den Abiturienten geworfenen Bonbons in den Ausguss gestopft. Bei Schulleiterin Gabriele Janke löst diese Nachricht ein Seufzen aus. „Die Abiturienten können nichts dafür, das waren andere Schüler“, betont Janke, „und eigentlich ist diese Bonbon-Aktion ja ganz süß.“

Überhaupt haben Kuschel und Janke derzeit andere Sorgen. Mit Hochdruck haben sie inzwischen errechnet, wie viele Räume die beiden Schulen wann und wo nach den Sommerferien brauchen werden. Dabei kommt von der IGS schon mal ein Vorstoß: „Das Gymnasium kann von uns acht Räume haben. Wir dagegen brauchen dann aber fünf provisorische Räume für unseren naturwissenschaftlichen Fachunterricht.“ Deutlich entspannter würde die Situation, wenn die Stadt mithilfe von Außengerüsten den Unterricht im Obergeschoss freigeben würde.

Auch Gabriele Janke hat für ihr Gymnasium eine Liste vorgelegt. „Die ist sehr differenziert“, sagt Janke, „weil alles davon abhängt, wie viele Räume wir nach den Ferien im Gebäude noch nutzen können.“ Fraglich sei dabei auch, ob gleich die gesamte Schule umziehen müsse und damit auch die Verwaltung. Weil die zuständige Dezernentin auf Dienstreise ist, hat Janke bei der Landesschulbehörde eine vertraute Ansprechpartnerin: Irene Kretschmer, Jankes Vorgängerin am Gymnasium, kümmert sich übergangsweise um die Belange ihrer alten Schule.

In der IGS wurden inzwischen alle Räume auf eine neue Nutzung überprüft. Aus Fach- werden Klassenräume, in manchen Lehrerzimmern müssen sich nun mehrere Kollegen einen Tisch teilen. Wo sonst konferiert wird, können Lehrer arbeiten. Alles, was sich irgendwie als Klassenraum eignet, wird dazu umgewidmet. „Das wird hier jetzt richtig kuschelig“, sagt der IGS-Leiter. Auch andere Schulen seien nach Raumkapazitäten angefragt worden, sagt Kuschel. „Das Gymnasium hat dabei aber natürlich immer den ersten Zugriff.“

All diese Pläne sind zwar schon weit gediehen, aber noch immer mit Fragezeichen. „Die Kollegin, die die Stundenpläne macht“, sagt Kuschel, „wird in den Ferien immer wieder daran müssen - und dafür dann auch freie Hand bekommen.“ Keine einfache Aussage in einer Schule, in der normalerweise alles in möglichst großer Runde abgestimmt wird.

Sofas waren ein Gemütsproblem!

Wie konnte das passieren? Die Kardinalfrage rund um den drohenden Abriss von Gymnasium und Teilen der IGS treibt auch Wolfgang Kuschel um. Der langjährige Rektor der IGS hat seine Schule zehn Jahre lang auch aus der Perspektive des SPD-Ratsherrn betrachten können. „Natürlich war Brandschutz immer ein Thema“, sagt Kuschel, „aber eigentlich drehte sich in dieser Zeit alles um die Not an Räumen und deren Nutzung.“ Repariert wurde viel in jener Zeit: flächendeckende Regenschäden im Dach, herabfallende Fassadenteile, stinkende Toiletten. „Aber alle hatten dabei wohl einen Tunnelblick und waren nur auf ihr eigenes Projekt beschränkt.“

Beim Brandschutz fielen eher Dinge auf, „die dann zum Gemütsproblem wurden“: In den Neunzigerjahren wurde die IGS angehalten, alle Sofas und Gardinen aus den Klassenräumen zu entfernen. Heiner Kuckuck, der bei der Stadt seit mehr als 20 Jahren die IGS betreut, hatte Kuschel nachdrücklich darauf hingewiesen, dass zu viel Gemütlichkeit am Ende nicht empfehlenswert sei. „Im Grunde haben wir seither immer vor allem brennbares Equipment beachtet: Kulissen beim Theater, Bänke oder Verdunklungsvorhänge auf der Bühne.“ Auf Betonstärke habe niemand geguckt. Nachdem nun aus dem Kriechkeller zwischen C- und A-Trakt das gesamte Dämmmaterial ausgebaut worden ist, hofft Kuschel auf einen gnädigen Winter. „Das ist hier alles ziemlich schlecht isoliert, aber das war eigentlich immer schon so.“ Letztlich, auch wenn es niemand so plötzlich gewünscht hätte, sei der Neubau keine so schlechte Idee.

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