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Sanierung am Silbersee wird doppelt so teuer

Langenhagen Sanierung am Silbersee wird doppelt so teuer

Lange hat es mit der Beseitigung der Munitionsreste aus dem Ersten Weltkrieg auf dem ehemaligen Sprengplatzes am Silbersee gedauert. Doch nun muss die Stadt tief in die Tasche greifen. Statt der bislang geplanten knapp 700.000 Euro Kosten werden die Arbeiten doppelt so teuer.

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Bei der Sanierung des südöstlichen Bereichs des Silbersees wird mit schwerem Gerät gearbeitet.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Die Altlasten aus dem Ersten Weltkrieg, die am südöstlichen Ufer des Silbersees liegen, werden seit April beseitigt. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis Ende September dauern, teilte auf Anfrage Langenhagens Stadtsprecherin Juliane Stahl mit. Für die Nutzer bedeutet das eine nicht unerhebliche Einschränkung in der Badesaison. Denn neben dem gesperrten Teilbereich direkt am See ist auch ein großer Teil des Parkplatzes gesperrt.

Lange war um die Übernahme der Kosten zwischen Stadt, Land und Bund gerungen worden. Doch seit einem Erlass des Niedersächsischen Umweltministeriums aus dem Jahr 2013 besteht die Möglichkeit auf einen Zuschuss, falls das Beseitigen der Altlasten auch dem Gewässerschutz dient - heißt es in den Statuten. Deshalb erhält Langenhagen vom Land einen Zuschuss von 55 Prozent der bislang auf circa 670.000 Euro veranschlagten Kosten.

Nun folgt im Zuge der Sanierung indes die Ernüchterung. Wegen der noch viel größeren Belastung des abgetragenen Bodens verdoppeln sich die Kosten. Deshalb musste die Stadtverwaltung per Eilentscheidung - so wie es auch das Kommunalverfassungsgesetz (NGKomG) vorsieht - weitere 700.000 Euro freigeben, um eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit abzuwenden. Auch ohne vorherigen politischen Beschluss. Inwieweit sich daran das Land ebenfalls mit einem Zuschuss beteiligt, hängt nach Auskunft von Stahl nun davon ab, ob in dem Fördertopf noch Geld vorhanden ist. Das werde geprüft.

Das zusätzliche Geld werde benötigt, um den „mit sprengstofftypischen Verbindungen“ belasteten Boden fachgerecht entsorgen zu lassen, teilte die Stadtsprecherin auf Anfrage mit. Damit meint sie Rückstände von TNT sowie entsprechender Abbauprodukte. „Der belastete Boden wird auf einer Spezialdeponie in der Nähe von Celle entsorgt“, sagt sie. Die Mehrausgaben würden aber über das Konto „Bad“ beglichen. Diese Summe werde in das nächste Jahr verschoben, heißt es dazu auch in einer Drucksache des Rathauses.

Abzusehen sei das indes nicht gewesen, meint Stahl. Denn die Untersuchungen seien zuvor zu einem anderen Ergebnis gekommen. In der Folge habe die Stadt drei weitere Labore beauftragt. Ohne die Eilentscheidung wäre es zwangsläufig am Silbersee zu einem Baustopp gekommen, meint die Stadtsprecherin. „Die umfangreichen Voruntersuchungen haben keinen Anlass für diese Belastungen ergeben“, sagt Stahl. Diese Ergebnisse habe auch die Untere Bodenschutzbehörde der Region Hannover so nicht erwartet.

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