Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Stadt schafft Platz für Flüchtlinge

Langenhagen Stadt schafft Platz für Flüchtlinge

Die Stadt Langenhagen hat an der Hans-Böckler-Straße Platz für 24 Flüchtlinge geschaffen. Doch der Bedarf ist riesig. Seit Anfang 2013 sind in Langenhagen 368 Menschen aus Krisengebieten untergekommen. Gleichwohl müssten es laut gesetzlicher Quote allein in diesem Jahr 246 sein.

Voriger Artikel
Kunstprojekt steigert Selbstwertgefühl
Nächster Artikel
Godshorn trauert um TSV-Chef Bernd Richter

Sozialarbeiterin Doris Lange, Stadtbaurat Carsten Hettwer und Bürgermeister Mirko Heuer inspizieren die neue Unterkunft.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Die Stadt hat ein erklärtes Ziel: Sie will an der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen, Häusern oder auch Containern in Modulbauweise festhalten - anders als andere Kommunen, die der puren Not gehorchend Asylsuchende in großer Zahl in ehemaligen Krankenhäusern, Turnhallen oder Zeltlagern unterbringen.

Die Kosten für die Kommunen sind hoch: Die Ausgaben für die Unterbringung und Betreuung werden sich in diesem Jahr voraussichtlich mehr als verdoppeln - von 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2014 bundesweit auf mindestens 5 Milliarden Euro. Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer betont, dass Bund und Land zwar die gesetzlich festgeschriebenen Kosten übernehmen. „Doch bei der Stadt bleibt ein Defizit.“ Die Verwaltung hat zwischenzeitlich 19 Immobilien angemietet oder gekauft. Vom Ein-Zimmer-Apartment bis hin zur Gemeinschaftsunterkunft, wie etwa dem ehemaligen Hotel Zollkrug an der Walsroder Straße, ist alles dabei.

Seit gestern wohnen nun die ersten Familien aus dem syrischen Krisengebiet in der von der Stadt gekauften, gut 300 Quadratmeter großen Immobilie an der Hans-Böckler-Straße. Bereits morgen folgen weitere Flüchtlinge aus dem Sudan. Die Stadt hatte das Objekt im Gewerbegebiet Brink aus einer Insolvenzmasse herausgekauft. Über die Kaufsumme wird Stillschweigen bewahrt.

Innerhalb von knapp drei Monaten und für etwa 80 000 Euro wurde das Gebäude umgebaut. Entstanden sind nach Angaben von Doris Lange vom Allgemeinen Sozialdienst der Stadt im Erdgeschoss und in der ersten Etage Räume für 24 Menschen, zumeist Familien mit Kindern. Die übrigen Räume sollen nach Möglichkeit an alleinstehende Flüchtlingsfrauen vergeben werden. „Solange wir das noch steuern können“, sagt Lange. Denn dort Männer einzuquartieren berge Probleme.

In diesem Zusammenhang lobt Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch die Langenhagener für ihre Geduld, ihre Offenheit und Bereitschaft, Flüchtlinge in der Stadt willkommen zu heißen. Mehr noch: Gerade die vielen Ehrenamtlichen, die sich der Menschen annehmen würden, seien mehr als hilfreich. Heuer hebt dabei auch die Offenheit hervor, die die Verwaltung bei diesem Thema bislang an den Tag gelegt hat. Dabei helfe auch die gezielte Verteilung auf das gesamte Stadtgebiet, ergänzt Stadtbaurat Carsten Hettwer. Denn dort, wo Flüchtlinge bislang untergebracht worden seien, entstanden keinerlei Schwierigkeiten, betont er.

Der Raumnot geschuldet, wohnen nun zehn weitere Flüchtlinge im Rohdehaus, dem ehemaligen Stadtarchiv. Wegen fehlender Sanitäreinrichtungen wurde dort eigens ein Container aufgestellt, berichtet Lange. Zudem soll in der nächsten Woche der Auftrag für mehrere Container in Modulbauweise vergeben werden, kündigt Hettwer an. Diese sollen an der Osterriedestraße weiteren 30 Menschen eine erste Heimstatt bieten. Zudem entstehen an der Hackethalstraße derzeit acht Wohnungen für etwa 30 Menschen. Zwei davon sind bereits belegt.

Von Sven Warnecke

Doch ob die Stadt die dezentrale Unterbringung beibehalten kann, wagt niemand zu sagen. Angesichts der überfüllten Auffanglager ist mit mehr Flüchtlingen in Langenhagen zu rechnen. Aus diesem Grund werden weitere Immobilien gesucht. „Immer munter weiter“, nennt das Gotzes-Karrasch. Schließlich wisse die Verwaltung nicht, was nächstes Jahr werde. Deshalb müsse auch in Langenhagen über Sporthallen oder Zeltlager nachgedacht werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr