Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Welchen Wohnraum braucht Langenhagen?

Langenhagen Welchen Wohnraum braucht Langenhagen?

Wohnungen? Einfamilienhäuser? Große oder kleine Grundstücke? Und: Wie teuer darf das Ganze sein? Langenhagen trägt derzeit zusammen, welche Art von Wohnraum künftig nötig sein wird. Was tatsächlich gebaut wird, entscheidet jedoch die Politik. Die Diskussion startet pünktlich zum Wahlkampf.

Voriger Artikel
Kabel defekt: 5000 Haushalte sind ohne Strom
Nächster Artikel
Polizei nimmt Randalierer vorläufig fest

Wohnungsbauprojekte in Langenhagen. (Symbolbild)

Quelle: Bismark

Langenhagen. Wohnraumversorgungskonzept - ein sperriges Wort und doch der künftig vorgeschriebene Schlüssel, wollen Bauunternehmen Zutritt zu staatlichen Zuschüssen haben. Jeweils 14.000 Euro zahlen die Stadt und die Region Hannover deshalb an ein Planungsbüro, damit es eine Analyse des gebauten Langenhagen und seiner Einwohner vorlegen kann.

Im April und im Juni sollen dazu Experten tagen. In diesem - politikerlosen - Arbeitskreis werden all jene zusammensitzen, die etwas mit Wohnungsbau und -vermarktung zu tun haben: Makler, Banken, Bauträger oder auch Sozialverbände werden hierhin ansässige Vertreter entsenden. Parallel werden Haushalte befragt - und Zahlen gesammelt: zur Entwicklung der Bevölkerung, zur Einkommensstruktur, zu Flächenverbrauch und -existenz. Zielgruppen werden benannt: Wer arbeitet wo? Wer pendelt wohin? Wer hat welchen Bildungsabschluss? Welche Qualität haben die Arbeitsplätze in der Stadt? Herauskommen soll eine Analyse des aktuell existenten Wohnungsmarktes, die benennt, wovon ausreichend vorhanden ist und woran es fehlt.

Doch genau dies zu benennen, dürfte in der Kommunalpolitik ein spannende Debatte entfachen: Dass es in Langenhagen deutlich zu wenige preiswerte Wohnungen gibt, davon sind die Beschwerde-Foren im Internet übervoll. Auch hat die Stadtverwaltung breite politische Zustimmung erfahren für den Ansatz, an fünf Standorten insgesamt rund 60 Wohneinheiten im niedrigen Preissegment zu entwickeln. Gleichwohl weist jedoch die Einkommensstatistik ein ganz anderes Manko auf: So liegt Langenhagen beim Einkommensteuer-Anteil unter dem Landesdurchschnitt. Was also soll nun wachsen?

Erschwert wird die Diskussion durch eine Entwicklung, die im Rathaus eigentlich mit Freude registriert wird, obwohl sie die Verwaltung zugleich unter großen Druck setzt: Langenhagen wächst in Ausmaß und Tempo gegen jeden Trend - und ihre eigenen Prognosen. Im Februar lag die Einwohnerzahl laut Melderegister bei 56.662 Personen. Selbst wer gut 1700 angemeldete Zweitwohnungen abzieht und rund 1000 Flüchtlinge, bleibt mit rund 54.000 Einwohnern deutlich über jener Zahl, die 2012 im ISEK zugrunde gelegt worden ist. Kurz gesagt: Alle aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept entnehmbaren Strategien hinken der Realität schon jetzt hinterher.

Dem Rat, so der Plan, sollen im August aussagekräftige Zahlen vorliegen. Wie schnell die Politiker aus diesen Handlungsstrategien entwickeln, wird sich zeigen. Am 11. September wird gewählt.

Von Rebekka Neander

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr