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Stadt lässt Wertstoffinsel abbauen

Langenhagen Stadt lässt Wertstoffinsel abbauen

Seit Mittwochmorgen können Wiesenauer ihr Altpapier, leere Flaschen und gebrauchte Kleidung nicht mehr an der Papenriede entsorgen: Angestellte der Entsorgungsfirmen haben die Container abgebaut - auf Antrag der Stadt. Sie reagiert damit auf die permanente, illegale Müllablagerung.

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Christa Boy entsorgt zum letzten Mal ihre Glasflaschen an der Papenriede.

Quelle: Bismark

Langenhagen. Christa Boy radelt wenige Minuten vor 9 Uhr noch zur Papenriede, um leere Gläser in die Container einzuwerfen. Dass kurze Zeit später Patrick Kloppenburg und Christian König von der Abfallentsorgungsgesellschaft aha die Papiercontainer ins Auto stellen, davon weiß die Wiesenauerin noch nichts. "Hier steht doch kein Hinweis", sagt sie und fügt hinzu, offenbar habe die Stadt niemanden informiert. Aber: "Verstehen kann ich das", sagt sie mit Blick. Immer wieder habe sie den Müll bemerkt, den Unbekannte zumeist nachts abgeladen hätten.

Über Monate dokumentierten die Nachbarn die Verschmutzung. "Bei einigen wussten wir auch die Kennzeichen, aber das will man ja nicht weitergeben, weil dann unsere Namen bekannt sind", sagt eine Anwohnerin, die den Abtransport der Container verfolgt. "Endlich", ergänzt sie sichtlich erleichtert. Auch Waldemar Schickedanz, der den Unrat im Auftrag von aha einsammelt, kennt das Problem: "Die Leute haben alles weggeschmissen und damit die Ratten angelockt", weiß er aus Erfahrung, während Uwe Winse von Rhenus die Glascontainer auf sein Auto hebt.

Gegen 9.30 Uhr gehört die Wertstoffinsel an der Papenriede der Geschichte an - für viele überraschend. "Wo sollen wir denn künftig hinfahren?", fragt eine Anwohnerin des Roggenkamps irritiert. Als Ausweichstandort schlägt die Stadt den Standort Buchengarten vor, dort stehen an der Ecke zur Brinker Straße Container für Altpapier und Altkleider. In der Klusriede gibt es im Abschnitt zwischen Am Eichenkamp und Am Hohen Brink Container für Altglas, Altpapier und Altkleider.

Eine Alternative in direkter Nachbarschaft gebe es nicht, zumindest für die Glascontainer laufen nach Aussage von Bürgermeister Mirko Heuer die Gespräche mit einem privaten Grundstückseigentümer. "Wir mussten die Reißleine ziehen", sagt Heuer mit Blick darauf, dass aha trotz einer Reinigung an jedem Werktag den Müll nicht in den Griff bekommen hatten. "Bei der Stadt gingen regelmäßig Hinweise ein, dass dort wieder Matratzen, Toilettendeckel und Hausmüll entsorgt worden waren", sagt Heuer. Das könne die Verwaltung auf Dauer nicht reagieren.

Der Forderung der Nutzer nach einer Videoüberwachung erteilt Heuer eine Absage: "Es gibt keine datenschutzrechtliche Legitimation für eine Datenaufzeichnung und zeitversetzten Auswertung." Selbst bei einer Just-in-Time-Überwachung kämen hohe Kosten wegen der Masten und Technik auf die Stadt zu. Außerdem bestehe erhöhte Vandalismusgefahr. Der Bürgermesiter appelliert an Langenhagener, die Müllsünder feststellen, diese auch zu melden. "Das ist die effektivste Hilfe."

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