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Stadt bei Gewerbesteuer im Land spitze

Langenhagen Stadt bei Gewerbesteuer im Land spitze

Langenhagen ist spitze: Die Stadt hat im vergangenen Jahr im landesweiten Vergleich der 90 größten Kommunen die meisten Steuern eingenommen. Sie kassierte pro Einwohner 1518 Euro. Mit Blick auf die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise mahnt der Bund der Steuerzahler nun aber zur Sparsamkeit.

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Das Rathaus in Langenhagen.

Quelle: Oheim

Langenhagen. Langenhagen ist Steuerprimus Niedersachsens - bei 52.493 Bürgern kassierte die Stadt knapp 80 Millionen Euro. Bereits im Jahr 2006 und 2008 stand die Stadt steuerlich an der Spitze. Aktuell folgen auf Platz zwei und drei Verden (1.372 Euro) und Aurich (1.329 Euro). Schlusslicht ist die Gemeinde Westoverledingen mit 108 Euro. Abgerutscht ist nach der VW-Affäre indes der einstige Steuerprimus Wolfsburg. Und zum Vergleich: Die Nachbarstadt Garbsen landet bei 416 Euro Gewerbesteuer pro Kopf im durchschnittlichen Mittelfeld. Die Zahlen hat am Freitag der Bund der Steuerzahler veröffentlicht. Er warnt aber die Städte davor "ausgabeträchtigen Politikversprechen im Vorfeld der diesjährigen Kommunalwahl" zu viel Gehör zu schenken.

Das sieht auch Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer so. "Ich denke, die Verwaltung hat ausdrücklich und eindringlich davor gewarnt, die guten Zahlen aus 2015 als allgemeingültig zu bewerten, da es sich um Sonderergebnisse aus den Vorjahren handelte", sagte er gestern auf Anfrage. Seinen Angaben zufolge seien die von der Stadt kalkulierten Einnahmen in Höhe von etwa 68 Millionen Euro durchaus realistisch - und auch für das laufende Jahr gültig. "Daher haben wir genauso ausdrücklich und eindringlich vor weiteren Ausgabeerhöhungen gewarnt", betont der Verwaltungschef. Zumal nach dem Tarifabschluss in den Sozialberufen künftig allein mit jährlichen Mehrkosten von circa zwei Millionen Euro zu rechnen sei.

Allerdings bezweifelt Heuer, dass die Verwaltung "Einfluss auf Politikerversprechen zur Kommunalwahl" habe. "Tatsache ist, dass wir rechtzeitig und offen kommuniziert haben, dass wir ohne Steuererhöhungen zukünftig keinen dauerhaft ausgeglichenen Haushalt darstellen können", sagt er. Doch mit diesem Ansinnen war der Bürgermeister am recht deutlichen Veto der Politik gescheitert. "Bei der Grundsteuer leisten wir uns inzwischen, verglichen mit den Regionskommunen und dank sehr guter Gewerbesteuereinnahmen - einen recht niedrigen Hebesatz." Er sei gespannt auf die weitere politische Diskussion in Sachen Steuererhöhung und Aufgabenkritik. Zudem hofft er, dass sich die Wirtschaftsunternehmen weiterhin gut entwickeln.

Von Sven Warnecke

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