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Stadt schrubbt jetzt mehr selbst

Langenhagen Stadt schrubbt jetzt mehr selbst

Im Jahr 2016 übernimmt die Stadt in weiteren 15 Einrichtungen die Reinigung selbst. Dazu werden jetzt 15 neue Stellen geschaffen. Zufrieden ist damit jedoch niemand so recht.

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Viele Füße sind es, die auch in die Brinker Schule jeden Tag viel Dreck hineintragen. Ob diese Flächen künftig weiter von stadteigenem Personal gereinigt werden oder der Auftrag wieder ausgeschrieben werden muss, wird die Politik entscheiden.

Quelle: Rebekka Neander

Langenhagen. Sind es knapp 5 Prozent Mehrkosten? Oder am Ende 90? Nachzulesen ist jede dieser Zahlen. Die niedrigste Zahl hatte der Fachbereich Gebäudewirtschaft vor geraumer Zeit errechnet. Allerdings auf Basis der Annahme, die Stadt werde die Reinigung der eigenen Gebäude künftig voll und ganz übernehmen. Die höchste Zahl steht nun in der sogenannten „1. Änderungsliste“ für den Haushaltsentwurf 2016. Sie beschreibt, und darin sind sich ausnahmsweise alle einig, den schlechtesten aller Zustände: Fremd- und Eigenreinigung städtischer Gebäude gleichzeitig.

Der Streit in der Rechnerei ist Controlling für Feinschmecker: Welche Kosten müssen am Ende tatsächlich diesem „Produkt“ zugeordnet werden? Der Finanzbereich der Stadtverwaltung hatte früh Zweifel an dem eindeutig positiven Gutachten der Gebäudewirtschaft angemeldet. Viele „Overhead-Kosten“, also übergreifende Verwaltungskosten, seien nicht ausreichend berücksichtigt worden. Und so beauftragte Bürgermeister Mirko Heuer den Leiter der Finanzabteilung, Wilfried Köster, seinerseits mit einer Kostenaufstellung.

Parallel dazu befasste sich auch die Politik mit dem Thema. Anlass war ein unter Altbürgermeister Friedhelm Fischer angestoßenes Pilotprojekt: An drei stadteigenen Gebäuden (ein Verwaltungstrakt, eine Schule und ein Kindergarten) wurde ein Jahr lang mit eigenen Kräften gereinigt. Das Ergebnis aus Sicht der betroffenen Menschen war eindeutig: zufriedene Nutzer und zufriedene Arbeitskräfte. Über die Gründe wurde hernach kräftig gestritten - im Rat, in der Verwaltung und auch in der Wirtschaft. Gehört doch Uwe Haster, der Vorsitzende des hiesigen Wirtschaftsklubs, mit seinem Unternehmen zu den größeren Auftragnehmern der Stadt.

Am Ende dieser Diskussion fasste die rot-grüne Mehrheitsfraktion einen salomonischen Beschluss, wie sie meinte: Alle im Jahr 2016 auslaufenden Verträge werden durch stadteigene Mitarbeiter übernommen. Nach einem Jahr werde der Erfolg überprüft und erst danach entschieden, ob dieses Projekt, wie einst von der Gebäudewirtschaft klar empfohlen, weiter ausgebaut wird. Zurückdrehen lässt es sich nicht: Die Reinigungskräfte werden unbefristet eingestellt. Die Verträge der im Pilotprojekt gefundenen Kräfte sind bereits entfristet worden.

Der Ratsbeschluss liegt bereits einige Monate zurück. Die Zahlen dazu liegen jetzt vor. So steigen die Kosten im Jahr 2016 um 519.658 Euro. Durch den Wegfall der Fremdverträge werden 192.315 Euro gespart. Diese durch die einmalige Anschaffung vieler Materialien erhöhte Differenz von 327.315 Euro wird sich in den kommenden Jahren auf rund 280.000 Euro einpendeln.

Im Stellenplan für 2016 sind 15 zusätzliche Vollzeitstellen ausgewiesen, die auf Teilzeitkräfte aufgeteilt werden. Darin enthalten ist auch eine mobile Einsatztruppe für kurzfristige Krankheitsvertretungen. Dies, so Heuer, mache diese Mischlösung so teuer. Denn sie muss von Anbeginn in dieser Stärke vorgehalten werden.

Höhere Sauberkeit wird gelobt

Zu den neu durch stadteigene Kräfte zu reinigenden Objekten gehören die Volkshochschule, das Haus der Jugend, Bereiche der Feuerwehr, die Musikschule, die Stadtbibliothek, mehrere Kindergärten sowie einige Dorfgemeinschaftshäuser. Die im Pilotprojekt betreuten Einrichtungen, darunter die Brinker Schule und die Heimat der Gebäudewirtschaft am Frankenring, lobten vehement den subjektiv höheren Sauberkeitsgrad und eine spürbar stärkere Identifikation der Reinigungskräfte mit dem Gebäude.

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