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Neuer Chef für das Stadtmarketing

Langenhagen Neuer Chef für das Stadtmarketing

Nach Jahren des Streits und Scheiterns wagt Langenhagen einen neuen Anlauf für ein Stadtmarketing. Mit Ralph Gureck übernimmt zwar ein Jurist, aber nach eigenen Worten ein erfahrener Marketingspezialist die Abteilung "Marketing und Kommunikation". Mirko Heuer trifft dabei auf einen alten Bekannten.

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Wird aus dem Stadtmarketing Langenhagen künftig mehr als Aktionen wie die erfolgreichen kulinarischen Radtouren? Ralph Gureck übernimmt diese Aufgabe im August.

Quelle: Neander

Langenhagen. Kaum ein Stelleninhaber wird in Langenhagen mit einem so großen Erwartungskatalog begrüßt. Stadtmarketing galt bislang in der Flughafenstadt als Synomym für verschwendetes Geld, zerstrittene Gremien, gescheiterte Vereine und missglückte EU-Projekte. Doch all dies soll der aus Langenhagen stammende Ralph Gureck hinter sich lassen, wenn er im August seinen Schreibtisch im Rathaus beziehen wird. Der studierte Jurist steht dann der neuen Abteilung "Kommunikation und Marketing" vor: Städtepartnerschaften, Integrationsbeauftragte, Pressestelle - all das gehört künftig zum Aufgabenbereich des 49-Jährigen, der nach seinem Jura-Studium in Hannover im Marketing verschiedener Unternehmen gearbeitet habe. 

Die Einrichtung dieser Stelle ist das Ergebnis eines jahrelangen Ringens in Politik und Verwaltung nach dem richtigen Konzept für einen Neustart. Dass es am Ende nun kein Verein geworden ist, sondern eine hauptamtliche Kraft, die als Netzwerker alle bestehenden Strukturen bündeln und stärken soll, wird getragen von einem breiten Konsens in der Politik.

Gleichwohl wird es nun um die Details weitere Diskussionen geben. Während Bürgermeister Mirko Heuer in der Vergangenheit keinen Hehl aus dem Wunsch gemacht hat, auch Elemente wie den Bürgerhaushalt oder das Projekt Saubere Stadt unter dem Oberbegriff Stadtmarketing zu vereinen, ging es der Politik vor allem um eine Vernetzung der kulturellen Elemente und einer erweiterten Definition von Wirtschaftsförderung, die über die unmittelbare Betreuung der Unternehmen hinaus geht. Heuer will derzeit keine weiteren "Eckpfosten" seiner Vorstellung kommunizieren. Der neue Mitarbeiter solle ganz bewusst zunächst den Status quo in der Stadt erfassen und analysieren. "Auf konkrete neue Pläne werden wir sicherlich nicht im ersten halben Jahr zu sprechen zu kommen", sagte Heuer jetzt auf Nachfrage.

Vor der Kommunalwahl nun spielt das Stadtmarketing keine besondere Rolle. Weder im Wahlprogramm der SPD noch der Grünen wird es an zentraler Stelle erwähnt. "Wir sind froh, dass die hauptamtliche Stelle jetzt geschaffen und besetzt wurde", sagte SPD-Fraktionschef Marc Köhler bei der Vorstellung des Wahlprogramms.

Für Heuer ist der neue Mitarbeiter kein Unbekannter. Man kenne sich aus der "Schule und vom Tanzen", sagte Heuer am Rande der jüngsten Ratssitzung dieser Zeitung. Während des Studiums habe man sich aus den Augen verloren, bis er "Gureck unter den Bewerbungsunterlagen" wiedergefunden habe. Dies aber, betonte Heuer, habe er "allen Gremien" offen gesagt und sich bei der "Bewertung zurückgehalten". Die von dem externen Personalbüro am Ende des Auswahlverfahrens erstellte Matrix habe Gureck eindeutig an oberster Stelle genannt. Dem Vernehmen nach wurde er von der Auswahlkommission einstimmig gewählt. Weder der Personal- sowie der Verwaltungsausschuss hatten in nicht öffentlicher Sitzung Einwände, wie es heißt.

Kommentar: Auf ein Neues

Immerhin. Die neue Stelle ist besetzt. Auf dem Papier also sind alle Hürden gemeistert, für Langenhagen ein Stadtmarketing auf die Beine zu stellen, das dieser Stadt gerecht wird. Ein einfaches Unterfangen wird dies nicht. Zum einen aufgrund der vielen Verletzungen, die die gescheiterten Versuche hinterlassen haben in Politik, Verwaltung und nicht zuletzt der heimischen Wirtschaft. Zum anderen weil Langenhagen zwischen heimeligem Dorf und pulsierender Gewerbestadt einen wahrlich einzigartigen Spannungsbogen aushalten muss. Ralph Gureck ist deshalb vor allem Raum und Zeit zu wünschen, seinen eigenen Eindruck gewinnen und seine Kompetenzen beweisen zu können.

Von Rebekka Neander

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