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Stadt will Kinder besser schützen

Langenhagen Stadt will Kinder besser schützen

Eigentlich waren zwei Bereiche mit Spielplatz und Quartierstreff an der Liebig-/Freiligrathstraße geplant. Doch weil die spielenden Kinder und ältere Besucher den Bereich anders nutzen als gedacht, soll er nun zur Spielstraße werden.

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Buddeln, klettern oder schaukeln: Die Spielmöglichkeiten auf dem ersten integrativen Spielplatz im Bereich der Liebig-/Freiligrathstraße in Langenhagens Stadtteil Wiesenau ist sehr groß.

Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Langenhagen. Den neu gestalteten Bereich an der Liebig-/Freiligrathstraße mit Spielplatz und Quartierstreff nutzt der Wiesenauer Nachwuchs so intensiv, dass die Stadt jetzt eine Spielstraße einrichtet.

Eigentlich hatten sich die Planer zwei Bereiche vorgestellt: einen zum Spielen für die Kinder, einen unter alten Bäumen für die Älteren. Doch die Nutzer, kleine wie große, halten sich nicht an die Pläne. Vor allem die Jungen und Mädchen flitzen mit ihren Rädern oder Skateboards zwischen den Geräten auf dem ersten Inklusionsspielplatz der Stadt und dem Quartierstreff hin und her.

„Wir haben schon so manche Schrecksekunde erlebt“, sagt KSG-Quartiersmanagerin Claudia Koch. Denn weder den Bereich mit Bänken direkt vor ihrer Einrichtung noch den Spielplatz begrenzen Bordsteine oder Markierungen. „Die Kinder nehmen den Bereich als einen wahr“, hat sie beobachtet - unter anderem auch deshalb, weil dort bis vor Kurzem eine Baustelle das Durchfahren der Autos verhindert hat. Nun kommen die Autofahrer wieder die Freiligrathstraße entlang, nicht immer mit dem vorgeschriebenen Tempo 30. „Manche sind sicher schneller unterwegs“, sagt Koch.

Nach den ersten Hinweisen auf die Gefahrenstelle haben sich städtische Mitarbeiter die Situation angeschaut. Das Ergebnis: „Wir weisen im neu ausgebauten Bereich der Freiligrathstraße vor der Quartiersmitte eine verkehrsberuhigte Zone aus“, kündigt Stadtsprecherin Juliane Stahl an. Landläufig sei diese Regelung als Spielstraße bekannt, fügt sie hinzu und betont, die Regelung werde sehr kurzfristig eingerichtet. Einen besonderen Hinweis an den Kreuzungen Freiligrathstraße/Sonnenweg und Freiligrath-/Hackethalstraße werde es nicht geben. „Der Bereich darf ja weiterhin befahren werden“, sagt Stahl.

Ihren Angaben zufolge gibt es mit einer leichten Straßenkante zwischen Spielplatz und Fahrbahn sowie Quartiersmitte eigentlich eine Abgrenzung. Außerdem engten Pflanzbeete den Bereich für Autofahrer ein. Die Stadt bessere nun gern nach - und sehe die Frequenz als Beweis dafür, wie gut der Bereich angenommen werde.

Koch indes geht noch weiter: Die Quartiersmanagerin wünscht sich regelmäßige Tempokontrollen und eine Verkehrsschulung für die spielenden Kinder. „Es muss nachhaltig wirken“, sagt sie aus Erfahrung.

Spielstraße - Fußgänger haben Vorrang

In einem verkehrsberuhigten Bereich – auch Spielstraße genannt – dürfen Fußgänger die komplette Straße benutzen, Kinder überall spielen. Sie haben prinzipiell Vorrang, dürfen den Verkehr aber nicht unnötig behindern. Es gilt für den Fahrzeugverkehr Schrittgeschwindigkeit. Parken ist außerhalb gekennzeichneter Flächen unzulässig. Ausnahme: zum Ein- oder Aussteigen sowie zum Be- oder Entladen. Überholen ist generell verboten.

Kommentar: Gut entschieden!

Eine Ruhezone mit Bänken für die Älteren, ein Spielplatz für den Nachwuchs, der Quartierstreff für alle: Damit punktet die Stadt in der Wiesenauer Mitte offenbar mehr, als die Planer sich haben vorstellen können. Die kleinen und großen Besucher überrennen den neuen Mittelpunkt – im wahrsten Sinn des Wortes. Deshalb verdient die schnelle Entscheidung der Stadt ein Lob, dort die Autofahrer auszubremsen und das quirlige Leben zu schützen. Denn vor allem jetzt im Sommer spielen die Kinder draußen, sodass sie sehr schnell von der unbürokratischen Lösung profitieren können.

Von Antje Bismark

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