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Ölige Hände statt blanker Nägel

Langenhagen Ölige Hände statt blanker Nägel

Von Arzthelferin über Frisör und Landwirt bis Zoowärter: 120 Neuntklässler der Robert-Koch-Realschule haben am Dienstag von den Erfahrungen, die sie bei ihrem Praktikum sammelten berichtet und stellten ihren Lehrern und Mitschülern die ausprobierten Berufe anschaulich vor.

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Tom (15, von links) stellt Realschulkonrektor Jörg Rettig und den Achtklässlern Carlo (14) und Dennis (14) den Beruf eines Bürokaufmanns vor.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Langenhagen. Mit eindrucksvollen Schautafeln, Informationsbroschüren, Arbeitsutensilien und Werkzeugen aus dem jeweiligen Berufen haben die Neuntklässler der Robert-Koch-Realschule (RKS) gestern die Ergebnisse und Erlebnisse aus ihren zweiwöchigen Schulpraktika präsentiert.

„Für die Schüler ist das Praktikum eine gute Gelegenheit, in mögliche Traumberufe hineinzuschnuppern“, sagte der Realschulkonrektor Jörg Rettig. Gleichzeitig böte es auch die Chance, einen Beruf wegen der schlechten Erlebnisse nicht zu erlernen, ergänzte der Pädagoge.

Fundierte Erfahrungen sammelten die 120 Realschüler in unterschiedlichen Betrieben. Zwei Praktika für jeweils zwei Wochen absolvieren die Neuntklässler – möglichst in unterschiedlichen Bereichen. Diese stellten sie ihren Lehrern vor und auch den Achtklässlern, die sich so vor ihren selbst bevorstehenden Praktika über verschiedene Berufe informieren konnten.

„Das Praktikum hat mir gezeigt, das Bürokaufmann absolut kein Beruf für mich ist“, sagte etwa Tom. Der 15-Jährige sammelte Hintergrundwissen und erfuhr dabei, dass in dem Job Ordnung, Zeitmanagement und Flexibilität gefragt sind. Zuvor absolvierte er ein Praktikum bei einem Bauunternehmer. „Das handwerkliche entspricht eher meinen Vorstellungen, als die sitzende Büroarbeit“, erklärte Tom. Laut Rettig stellen viele Schüler beim Praktikum fest, ob sie eher schmutzige Hände statt blanker Fingernägel haben wollen.

Für Melina brachte das Praktikum beim Friseur die Erkenntnis, dass die Verdienstmöglichkeiten in der Ausbildung zwischen 210 bis 400 Euro betragen. Zwei Wochen lang sah die 15-Jährige zu, wie ein korrekter Haarschnitt auszusehen hat. Sie probierte auch an einer Perücke, wie sie Lockenwickler in die Haare eindreht. „Den Beruf eines Friseurs will ich nicht lernen, ich will eine Erzieherschule besuchen“, weiß Melina nun.

Vollends überzeugt war René von seinem Praktikum im Fliegerhorst Wunstorf. Eigens für das Praktikum fuhr er um 6 Uhr morgens los. Zwei Stunden dauerte die Anfahrt mit Bahn und Bus. „Das ist bewundernswert, dass er allein anreist und nicht von Eltern gebracht wird“, lobte der Realschulkonrektor den vorbildlichen Einsatz. An dem Standort der Luftwaffe durfte er zum Beispiel Stoßdämpfer an einem ausrangierten Flugzeug auswechseln. „Fluggerätmechaniker wäre was für mich“, bilanzierte der 15-Jährige.

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Von Katerina jarolim-vormeier

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