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Publikum plädiert für Freispruch

Langenhagen Publikum plädiert für Freispruch

Gebannt verfolgen 140 Zuschauer das Stück „Terror“ aus der Feder von Ferdinand von Schirach, umgesetzt vom Ensemble des Schlosstheater Celle. Das Drama ist ein spannendes Mitmachstück. Denn: Das Urteil über den Kampfpiloten trifft das Langenhagener Publikum als Geschworene im Gericht.

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Verteidiger Biegler (links) und Angeklagter Lars Koch.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Langenhagen. Worum geht es überhaupt? Lars Koch (Marizio Micksch) ist Major der Luftwaffe. Von seinem Kampfjet aus schießt er ein Zivilflugzeug ab, in dem 164 Menschen sitzen. Den Flieger entführt ein mutmaßlich islamistischer Terrorist und droht damit, das Flugzeug in der ausverkauften Münchener Allianz-Arena zum Absturz zu bringen. Lars Koch verhindert das Attentat auf 70 000 Menschen, indem er 164 Menschen tötet – und nun muss er sich vor Gericht verantworten.

Ist der angeklagte Major ein Held oder Verbrecher? Über 90 Minuten lang wird der besagte Tag rekapituliert – das Für und Wider für diese Handlung ausgetauscht. Nach der Pause folgen schließlich die Plädoyers. Staatsanwältin Nelson (Tanja Kübler) begründet ihr Urteil auf schuldig damit, dass das Leben niemals gegen Leben aufgewogen werden dürfe. Denn: Recht und Moral müssen streng voneinander getrennt werden. Dagegen plädierte der Anwalt (Philip Leenders) für nicht schuldig. Er argumentiert, der Staat braucht die Möglichkeit des Abschusses von Flugzeugen, die als Waffe eingesetzt werden, um Terroristen nicht in die Hände zu spielen. „Wir sind im Krieg gegen den Terrorismus und in diesem geht es nicht ohne Opfer“, sagte der Anwalt des Majors.

Final werfen die Zuschauer Tonscherben in einen Beutel und das Urteil wird wortwörtlich auf einer Waage abgewogen. Für die Abstimmung sammeln Gerichtsdiener mit Klingelbeuteln die Tonscherben ein, die für „schuldig“ plädierten. Diese Scherben sind auf der Bühne gewogen worden, und ihr Gewicht macht deutlich weniger als die Hälfte des Gewichtes aller abgegebenen Scherben aus. Der Richter hat dieses Urteil am Ende verkündet: Koch habe das geringere Übel gewählt.

Der Kirchenkreis Burgwedel/ Langenhagen wagt damit in der Reihe „Kirche trifft“ etwas ganz Neues und äußerst spannendes – und ist dabei aktueller denn je.

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Von Katerina jarolim-vormeier

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