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Geld, Kunst und Komödie inspirieren Frauen

Langenhagen Geld, Kunst und Komödie inspirieren Frauen

Was hilft gegen weibliche Altersarmut? Rechtzeitiges Umfahren möglicher Schlaglöcher bei der Wahl des Arbeitsplatzes? Oder Überlegungen, welche Zimmerpflanzen und Haustiere letztlich essbar sind? Die Frauen-Kulturtage der VHS lieferten einmal mehr so tiefgehende wie amüsante Einblicke.

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Malerin Anne Brömme beeindruckt mit ihrer subtilen Maltechnik und ausgefeilten Kompositionen.

Quelle: CHADDE

Langenhagen. In ihren einführenden Worten wies VHS-Leiterin Annette von Stieglitz auf die Kampagne „he for she“ hin und befand beim Blick auf politische Entwicklungen im ehemaligen Land der Visionäre USA: „Es war für mich undenkbar, dass ein ausgewiesen sexistischer, frauenfeindlicher Mann als Präsidenten in Frage kommt und auch noch gewählt wird. Passen wir also auf und treten der Reanaissance des Rückschritts entschlossen entgegen."

Auf die Wahl ausländischer Staatsoberhäupter haben Langenhagens Frauen wenig Einfluss, auf die Gestaltung ihres Lebensmodells um so mehr. Und hier setzten Finanzexpertin Helma Sick und Politikerin Renate Schmidt an: „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“, so der Titel ihres Buches, aus dem sie ausgewählte Passagen vortrugen. Schnell und früh ist der weibliche Weg in die Altersarmut eingeschlagen, wie eindrücklichen Lesestücke belegten. Erkrankt der ehemalige Hauptverdiener schwer und hat keine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen oder teilen sich junge Partner anfallende Lebenskosten nach dem Modell "er zahlt die Eigentumswohnung, sie die Lebensmittel", haben Frauen wirtschaftlich das Nachsehen.

Die sich anschließende Diskussion zeigte, dass Schmidt und Sick einen wunden Punkt trafen, was auch zu Anfeindungen führte. Daher stellte Helma Sick klar: „Wir haben ein sozialpolitisches Buch geschrieben, klären auf, informieren und bieten Frauen wirtschafltiche Handlungsmöglichkeiten an." Jede Frau sollte die schlaue Lektüre zu ihrem Vorteil nutzen.

Bei Zuhörerin Andrea Prang (40) zeigte der Expertinnen-Vortrag sofort Wirkung: „Ich hielt den Minijob nach meiner Elternzeit für eine gute Idee. Jetzt werde ich mir etwas Besseres einfallen lassen“, so die zweifache Mutter. „Nehmen Sie ihre Vorsorge selber in die Hand“, plädierte Renate Müller für eigentverantwortliches Handeln, was die Auseinandersetzung mit dem Partner einschließt.

Aber auch der weiblichen Intuition wurde mit der Ausstellung „Gegenüber sein“ von Malerin Anne Brömme Raum gegeben. Deren Mutter hatte ausrücklich vor brotloser Kunst gewarnt und eine Ausbildung zur Keramikern empfohlen. So haben die fein und schichtweise gearbeiteten Werke mehr als zwei Dimensionen und viele Bewunderinnen.

Zur Nacht wurde es dann lustig, frech und ausgelassen im daunstärs. Karin Berkenkopf alias Frieda Braun bot mit ihrem robust-witzigen Programm „Rolle vorwärts“ Lösungen bei Altersarmut, indem sie der Frage nachging: welche Pflanzen und Tiere sind essbar. Fazit: eine großartige Mischung.

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Politikerin Renate Schmidt (links) und Finanzexpertin Helma Sick zeigen Frauen Wege der Finazvorsorge auf.

Quelle: CHADDE

Von PATRICIA CHADDE

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