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Linke wollen in den Rat

Langenhagen Linke wollen in den Rat

Die Partei "Die Linke" will erstmals in den Langenhagener Rat einziehen - und weist dabei erstaunliche Themennähe zum amtierenden Bürgermeister auf. Denn wie Mirko Heuer (CDU) wollen auch sie die Gewerbesteuer erhöhen und den Bürgerhaushalt aus seinem Nischendasein befreien.

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Den Kandidaten für den Rat Langenhagen steht auch der Bewerber um einen Sitz im Regionsparlament, Hans-Herbert Ullrich (rechts), zur Seite.

Quelle: privat

Langenhagen. "Langenhagen hat kein Ausgabenproblem. Langenhagen hat ein Einnahmeproblem." Mit dieser Aussage stünde Michael Braedt derzeit ziemlich alleine - zumindest im Rat. Im Rathaus der Flughafenstadt allerdings hat der Linken-Kandidat für den Wahlbereich Langenforth dagegen prominente Fürsprecher: Auch der Bürgermeister und der Abteilungsleiter Finanzen, Wilfried Köster, sind bereits zweimal mit ihrem Ansinnen gescheitert, die Gewerbesteuer um 20 Punkte auf 480 Punkte zu erhöhen. "Was glauben Sie, wie viele Sozialarbeiter man mit den dann zusätzlichen fünf Millionen Euro finanzieren könnte?" fragt Braedt rhetorisch, um zugleich das im Rat seit Jahren beklagte Ausgabenproblem zu widerlegen: "So viele Stellen können Sie gar nicht streichen, um eine solche Summe zu erwirtschaften."

Zwölf Personen umfasst laut Braedt die Langenhagener Gruppe der Linken, neun davon kandidieren nun für den Rat. Bis auf Wiesenau sind alle Wahlbereich mit jeweils zwei Kandidaten besetzt. Auf die Kommunalwahl haben sich die Politiker mit einer langwierigen Auswertung der lokalen Presse vorbereitet. Entsprechend detailliert liest es sich: Der Sozialsektor beginnt bei bezahlbarem Wohnraum samt Mietpreisbremse und erstreckt sich über den Ausbau von Quartierstreffs über eine stadtübergreifende Vernetzung von Sozialpässen bis zur dezentralen Unterbringung Geflüchteter und der Unterstützung ihrer ehrenamtlichen Betreuer. "Zudem könnten wir uns vorstellen, die Betriebskostenzuschüsse für Kinderbetreuung durch freie Träger an die Bedingung zu knüpfen, auf befristete Verträge zu verzichten", ergänzt Matthias Pander, der für Langenhagen-Mitte antritt. Die Stadt Langenhagen hat diesen Schritt bereits vollzogen.

Im Umweltschutz legen die Linken Wert auf den Erhalt des Stadtparkes und seiner Teiche, den Bau von Duschen am Silbersee, ein Nachtflugverbot für den Flughafen, Tempo 30 in Wohngebieten und die Ausdehnung der Tonnenabfuhr. Die Schulen sollen bedarfsgerecht ausgebaut und Senioren-Wohngemeinschaften gefördert werden. Auch den bereits beschlossenen Barfußpfad im Eichenpark unterstützen die Linken, Gleiches gilt für die umgehende Wiederherstellung des Haus der Jugend "ohne Finanzierungsvorbehalt".

Finanzieren wollen die Linken diese Wünsche vorrangig durch die Erhöhung der Gewerbesteuer. Auf einen Rathausneubau wollen sie verzichten. Der städtische Etat solle seine Schwerpunkte auf Soziales und Umweltschutz setzen. Eine Ausrichtung auf Logistikzentrum mit Flughafennähe dürfe es nicht geben.

Für den Wahlbereich Wiesenau tritt die Erzieherin Brigitta Runge an, für Langenforth neben Braedt, der als Chemiker im Niedersächsischen Umweltministerium für die "unschönen Dinge" wie Glyphosat oder Fracking zuständig ist, die Berufskraftfahrerin Bianka Barann an. In Langenhagen-Mitte steht Pander der Berufskraftfahrer Olaf Trute-Barann zur Seite. Kaltenweide und Krähenwinkel werden von Felicitas Weck, Referentin für Kommunalpolitik bei der Gewerkschaft Ver.di, und Ute Braedt, ehemalige Konrektorin der IGS Kronsberg, an. Für Engelbostel, Schulenburg und Godshorn stehen der Informatiker Dietrich Teickner und der kaufmännische Angestellte Thorsten Enste auf dem Wahlzettel.

Die Kandidaten sind, so Braedt, zwar bislang in Langenhagen eher wenig in Erscheinung getreten, auch wenn sie zum Teil in der Flughafenstadt aufgewachsen sind. Das wollen sie nun aufholen: Deshalb werden sie nicht nur ihre Broschüren selbst an alle Haushalte verteilen und die Plakate bewusst eher in kleineren Wohnstraßen aufhängen.

Von Rebekka Neander

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