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London-Reise endet in Köln

Langenhagen London-Reise endet in Köln

Köln statt London, Rhein statt Themse und Dom statt Tower Bridge: Wegen einer Verkettung unglücklicher Umstände ist die Reise von 28 IGS-Schülern aus Langenhagen in die britische Hauptstadt ausgefallen.

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IGS-Schüler aus Langenhagen: Ihre Reise endete vor dem Kölner Dom.

Quelle: Privat

Langenhagen. Die Zwölftklässler und ihre beiden Lehrerinnen wollten am Sonntag um 19.25 Uhr mit einer Germanwings-Maschine starten. „Wir saßen schon vor dem Gate“, sagt Lehrerin Karin Wunderlich. Doch die Signale für das Check-in leuchteten nicht auf, im Gegenteil: Gegen 20 Uhr erfuhr die Gruppe, dass es keine Crew für den Flieger gab. „Deshalb sammelten wir die Tickets ein und schickten die Schüler nach Hause“, sagt Wunderlich und fügt hinzu, dass es gegen 2.30 Uhr - die Lehrerinnen harrten am Flughafen aus - dann einen Ersatzflug gab: am Montagmorgen nach Hamburg, dann nach Köln und von dort nach London-Heathrow.

Die nächtliche Abfrage ergab: Nur zwei Schüler wollten nicht mehr mitreisen. Am Montag um 9 Uhr trafen sich alle wieder am Terminal, fuhren mit dem Bus nach Hamburg, verbrachten dort den Tag und flogen abends nach Köln. „Das Flugzeug landete leicht verspätet“, sagt Wunderlich. Dann kam dieser Moment, den sie als fast den schlimmsten bezeichnet, der Schüler und Lehrer in einer solchen Situation trifft: Auch dieser Flug wurde annulliert. „Die Trauer der Schüler war und ist riesig“, sagt die Lehrerin, die mit ihrer Kollegin ein anspruchsvolles Programm für den Englisch-Leistungskurs, unter anderem mit einem Shakespeare-Stück, vorbereitet hatte.

„Liegt London am Rhein?“

Drei Schülerinnen traten noch in der Nacht den Heimweg an, für alle anderen organisierte Germanwings neben einem Abendessen noch eine Hotelübernachtung und die Bahnfahrt Dienstagnachmittag. „Das Motto heißt für uns: Liegt London am Rhein?“, meint Wunderlich und zollt zugleich den Germanwings-Mitarbeitern an den Schaltern Respekt, die die Wünsche der Schüler berücksichtigten.

„Es tut uns ganz furchtbar leid, wir können uns nur in aller Form entschuldigen“, sagt Heinz Joachim Schöttes, Leiter der Germanwings-Unternehmenskommunikation. Er könne den Frust der Schüler und Lehrer auch aus der eigenen Erinnerung an Klassenfahrten nachvollziehen. Die Flugausfälle begründet er für Langenhagen damit, dass die Crew die Arbeitszeit überschritten hatte. Für Köln habe es eine kurzfristige Krankmeldung im Cockpit gegeben. Gleichwohl werde Germanwings versuchen, die Gruppe zu entschädigen. „Jeder Teilnehmer erhält 500 Euro, bekommt den Flugpreis erstattet und das Angebot für einen Freiflug im Germanwings-Netz ab Hannover“, sagt er und fügt hinzu, das Unternehmen zahle auch die Übernachtungs- und Transportkosten.

„Das Finanzielle“, sagt Wunderlich, „ist nicht zwingend das Problem.“ Viel schwerer wiege die Enttäuschung. Sie sieht darin aber auch die Chance, dass die Jugendlichen an dem Geschehen reifen: „Sie müssen feststellen, dass nicht alles im Leben nach Plan läuft.“

Von Antje Bismark

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