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Von der Schwarzen Witwe zum 3. Geschlecht

Langenhagen Von der Schwarzen Witwe zum 3. Geschlecht

Wie sagen wir's dem Volk? - fragt sich Kabarettist Matthias Deutschmann bei der Mimuse im Schulzentrum, und zu sagen hat der 57-Jährige einiges: über die Schwarze Witwe der CDU, das Schlossgespenst von Bellevue und vor allem über Jan Böhmermann.

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"Was darf Satire?": Matthias Deutschmann untersucht diese Frage im Schulzentrum.

Quelle: Bismark

Langenhagen. "Tut mir leid, dass ich den ganzen Abend über Politik rede", sagt Deutschmann mittendrin im zweiten Teil seines Programms. Doch genau diese politische Analyse ist es, die seine Zuschauer seit 35 Jahren schätzen. Schließlich lässt der Kabarettist keine politische Couleur aus: Er zieht über das Linken-Gespann aus Rosa Luxemburg 2 und Napoleon IV. ebenso her wie über den thüringischen Verfassungsschutz, der künftig als Völkischer Beobachter fungiert. "Wir Kabarettisten müssen eigentlich keine Texte mehr schreiben, sondern nur noch zuhören, beobachten, aufschreiben", sagt er und schlägt den Bogen zu Angela Merkel, die als Schwarze Witwe der CDU jene Männer wie Roland Koch, Friedrich Merz oder Christian Wulff entweder tötet oder verjagt - wenn von ihnen die Gefahr ausgehe, dass sie Merkel an der Spitze gefährlich werden. Daran ändere auch der amtierende Bundespräsident Joachim Gauck nicht, der als Schlossgespenst in Bellevue lebe. Trauer schwingt durch, dass Politiker wie Helmut Schmidt fehlen: "In einem Lungenzug von ihm war mehr drin als in einer Parteitagsrede von Sigmar Gabriel." Das kann auch Wilfried Kretschmann nicht ausgleichen: "Der Mann redet langsamer als er denkt und spuckt alle Silben aus, die Oettinger vorher verschluckt hat."

Wie also sagt man's dem Volk - ohne es zu verunsichern, wie es Thomas de Maiziere im Herbst 2015 sagte. Am besten direkt, damit lässt sich auch die wichtigste Frage des Abends gleich mit beantworten: "Was darf Satire?" Denn nach Jan Böhmermann, der nun völlig unerwartet die Merkel ins Schwanken bringt, stehe fest: Richter agieren künftig als Satiresachverständige, die sicherlich noch schnell einige zusätzliche Instanzen schaffen. "Und dann werde ich mit meinem Sachverstand hoffentlich auch eingeladen", sagt Deutschmann und hofft zugleich auf eine Auflösung der Frage: "Kann eine Unperson wie Erdogan ein Persönlichkeitsrecht haben?" Gleichwohl, räumt er ein, wenn er gewusst hätte, was passiert, hätte er auch so ein Gedicht geschrieben. "Die Merkel angeschlagen, und ein ganzer Paragraf vor dem Aus - Wahnsinn!"

Dabei gibt es nach Einschätzung Deutschmanns durchaus noch andere Themen mit Zündstoff, wobei das vielleicht nicht das ganz richtige Wort ist: "Wer heute von Bevölkerungsexplosion spricht, meint höchstens noch die Menschen im Nahen Osten, aber nicht die in der Deutschen Demografischen Republik." Und wer das Wort Flüchtling verwende, verkenne das Gender-Problem: "Wir brauchen die Toilette für das dritte Geschlecht." Das Thema betreffe jede(n) Einzelne(n): "Bleiben Sie deshalb morgens so lange im Bett, bis Sie wissen, als was oder wer Sie durch den Tag gehen wollen", lautet seine Empfehlung.

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