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Mehr Arbeit auf mehr Schultern verteilt

Langenhagen Mehr Arbeit auf mehr Schultern verteilt

Weil das enorm gewachsene Aufgabenfeld von einer Person allein nicht mehr zu bewältigen ist, hat die Stadtverwaltung aufgestockt: Neben der Gleichstellungsbeauftragten wird es künftig auch eigens eine Integrationsbeauftragte geben.

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Anne Weyhing ist nach der Elternzeit zurück.

Quelle: privat

Langenhagen. Fremd ist ihr die Aufgabe nicht. Bereits seit einem guten Jahr ist Justyna Scharlé Integrationsbeauftragte der Stadt. Zumindest fast. Bislang war sie offiziell die Vertretung für Anne Kirchenbüchler, jetzt verheiratete Weyhing, die in Elternzeit war. Und sie war in dieser Funktion zugleich Gleichstellungsbeauftragte. Theoretische Aufteilung der Arbeitszeit: 30 Stunden für die Gleichstellung, 9 Stunden für die Integration. „Seit März aber war klar, dass das so nicht mehr funktionieren kann.“ Dies sagt Bürgermeister Mirko Heuer. Nicht zuletzt reifte nach dem heftigen Anstieg der Flüchtlingszahlen im Laufe des Sommers bei ihm die Überzeugung, die Aufgabengebiete im Rahmen der von ihm forcierten Verwaltungsreform zu teilen.

Zur seit Januar nun neu geschaffenen Abteilung 13 „Marketing und Kommunikation“ gehört Scharlé als Leiterin des Präventionsrates, als Integrationsbeauftragte der Stadt sowie als verantwortliche Koordinatorin für die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe. Während der Präventionsrat zuvor im Bereich Ordnungswesen angesiedelt war, landete die gesamte Koordination der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer bislang bei Doris Lange im Allgemeinen Sozialdienst. Lange ist dort jedoch zudem mit fast allen Belangen der Flüchtlingsbetreuung befasst wie auch der unaufhörlichen Suche nach Unterkünften.

Scharlé wird deshalb im gerade begonnenen Jahr einen Schwerpunkt legen auf die Suche nach Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge. Unter anderem soll eine Datenbank erstellt werden mit allen bislang etablierten Helferkreisen, um deren Betreuung zu verbessern. Erleichtert würde dadurch auch die bereits angekündigte Erfassung aller Flüchtlinge durch Ehrenamtliche: Sie sollen einen Datenkatalog für jeden Flüchtling zusammenstellen, dessen Basis das Jobcenter für die Stadt zusammengestellt hat. „Damit hat jeder Schutzsuchende in Langenhagen bereits alle notwendigen Informationen beisammen, wenn er sich beim Jobcenter um eine Arbeit bewirbt“, erläuterte Scharlé auf Nachfrage.

Seit November ist Anne Weyhing im Rathaus wieder im Dienst. Nach ihrer Elternzeit hat die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt wieder ihre Arbeit aufgenommen. Aus Rücksicht auf die Familie vorerst allerdings nur mit 15 Wochenstunden.

„Die Aufgaben haben sich nicht automatisch mit den Stunden reduziert“, sagt Weyhing. Deshalb will sie frühere Projekte fortführen, sich um die Koordination von Gesprächskreisen wie das Frauenbündnis oder den Runden Tisch gegen häusliche Gewalt kümmern. Zu ihren Aufgaben zählt Weyhing auch die Begleitung der Stellenbesetzungsverfahren der Stadtverwaltung. Einen Schwerpunkt werde sie auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf legen, kündigt sie an. Doch wie das künftig ohne Sachbearbeiterin gehen werde, kann Weyhing selbst noch nicht einschätzen. „Das entmutigt mich aber nicht“, sagt sie.

Die Gleichstellungsbeauftragte will nach eigenem Bekunden einen wechselnden Präsenztag im Rathaus anbieten. Gesprächstermine können unter Telefon (0511) 73079197 oder per E-Mail an anne. weyhing@langenhagen.de abgestimmt werden.

Heuer: Politik soll informiert werden

Anne Weyhing ist seit Anfang November wieder im Amt. Der Rat hatte 2007 beschlossen, die Stadt möge die gesetzlich vorgeschriebene Stelle einer Gleichstellungsbeauftragten hauptamtlich besetzen und mit einer Arbeitszeit von 30 Wochenstunden ausstatten. Weyhing ist aus familiären Gründen jedoch nur noch mit 15 Stunden pro Woche zurück. Bürgermeister Mirko Heuer wird die Politik in der nächsten internen Gesprächsrunde mit den Fraktionsvorsitzenden darüber informieren. Theoretisch hätte der Rat das Recht, mit Hinweis auf die ursprünglich geforderte Stundenzahl die Stellenbesetzung der Gleichstellungsbeauftragten erneut zu thematisieren. Über die Pläne Weyhings ist Heuer bis dato nicht im Detail informiert. Ihm sei lediglich bekannt, dass es noch Bedarf an Feinabstimmung zum bislang für Gleichstellung und Integration veranschlagten Jahresbudget von 11.900 Euro gebe. Zudem müsse geklärt werden, wie Weyhing künftig ohne eigene Assistentin arbeiten könne. Diese wurde von Heuer der Abteilung 13 zur Stärkung der Flüchtlingsarbeit zugeschlagen. Ein Arbeitstreffen habe es, dies bestätigen beide, aus „terminlichen Gründen“ seit Anfang November nicht geben können. Dass Weyhing nun noch vor ihm nun das Gespräch mit der Zeitung sucht, findet bei Heuer nach eigenem Bekunden nur begrenzt Verständnis. Gleichwohl betonte er auf Nachfrage, es gebe derzeit „wichtigere Dinge“, mit denen er sich zu befassen habe. Er habe sich deshalb auch nicht mit Nachdruck um ein Gespräch mit der Gleichstellungsbeauftragten bemüht.

Sven Warnecke und Rebekka Neander

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