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Der Anbau kommt – trotz Kritik

Langenhagen Der Anbau kommt – trotz Kritik

Der Rat hat sich mehrheitlich für die jetzt von der Verwaltung vorgeschlagene Variante des Rathausanbaus – also für das aktualisierte Raum- und Funktionsprogramm – ausgesprochen. Doch angesichts der nunmehr 10.345 Quadratmeter für 458 Arbeitsplätze hat es durchaus auch kritische Stimmen gegeben.

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Das Rathaus soll nach dem Willen der Politik zwischen Konrad-Adenauer-Straße und Waggumer Hof erweitert werden. Doch wie viel Raumbedarf hat eine Verwaltung der Zukunft?

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Das mittlerweile zu kleine Rathaus soll bis 2022 saniert und entlang der Konrad-Adenauer-Straße in Richtung Osten erweitert werden. Dafür hatte die Politik der Verwaltung grünes Licht gegeben. Der von der Rathausspitze favorisierten Idee eines Neubaus auf dem Handelshof wurde indes eine Absage erteilt. Die Zahlen für den Anbau stehen soweit. Es gibt eine Sanierung des vorhandenen Rathauses für etwa 7 Millionen Euro. Zudem soll sich die Verwaltung auf dem bislang als Parkplatz genutzten Waggumer Hof für noch einmal 13 Millionen Euro erweitern dürfen, um nach dem Willen der Politiker „zukunftsweisende Voraussetzungen für moderne Verwaltungsarbeit“ zu schaffen, wie es seinerzeit im Ratsbeschluss hieß.

In der Folge wurde von einem externen Unternehmen aus Hamburg ein funktionales Raumprogramm zur Optimierung der städtischen Verwaltungsflächen – auch für die zum Teil extern etwa in Godshorn bislang untergebrachten Mitarbeiter und Abteilungen – erarbeitet.

Das fand zumindest bei SPD-Fraktionschef Marc Köhler breite Zustimmung, um „endlich den Anbau in Angriff zu nehmen“. Gleichwohl konnte er sich einen Seitenhieb in Richtung Verwaltung nicht verkneifen, dass diese wegen ihrer ins Spiel gebrachten Neubaupläne die Angelegenheit erheblich verzögert hätte. „Leider haben wir inzwischen viel Zeit verloren“, befand der Sozialdemokrat.

Nicht wenig überraschend erntete er dafür von seiner christdemokratischen Kollegin Claudia Hopfe Kritik. Sie finde es gut, dass solange diskutiert wurde, denn es galt auch Nachfragen und Anregungen zu prüfen, betonte die CDU-Fraktionschefin. Doch auch ihre Fraktion werde genau wie die SPD für die Beschlussdrucksache der Verwaltung stimmen.

So weit, so gut – die Mehrheit war gesichert. Zumal auch das FDP-Ratsmitglied Joachim Balk den Anbau auf dem Waggumer Hof begrüßt. Er traue dem von der Verwaltung vorgelegten Raumprogramm „ein Stück weit“. Doch das war es dann auch mit dem Zuspruch.

Angesichts des bisherigen Platzbedarfs der Rathausverwaltung inklusive sämtlicher derzeit genutzter Nebengebäude hatte der Grünen-Fraktionschef Dirk Musfeldt einen Zuwachs an Flächenbedarf von insgesamt etwa 50 Prozent errechnet – das hält er für „unangemessen“. In die gleiche Scharte schlug der Unabhängigen-Ratsherr Wilhelm O. Behrens. „Wir sollten vielleicht auf dem Teppich bleiben“, mahnte er die Verwaltung. Seiner Ansicht nach sei das Raumprogramm „überdimensioniert“.

BBL-Fraktionschef Jens Mommsen hielt den Anbau am Waggumer Hof für „unsinnig“ – angesichts der von ihm erwarteten rechtlichen Probleme mit den Erben des Architekten Dieter Oesterlen, der für seinen Bau das Urheberrecht besitzt. Mommsen fordert indes, jegliches Augenmerk auf den dringenderen Bau beziehungsweise die Sanierung der Langenhagener Schulen zu legen. Danach könne sich über einen Rathausneu- oder -anbau unterhalten werden, meinte er.

Köhler indes verteidigte das nun vorgelegte Raumprogramm – um für die „Zukunft gewappnet zu sein“. Schließlich wachse Langenhagen im Gegensatz zu anderen Städten kontinuierlich, in der Folge auch die Verwaltung. Da musste ihm auch der Grünen-Fraktionschef Recht geben. „Auch wir sind für Zuwachs“, betonte Musfeldt. Aber mehr als 50 Prozent an Raum „ist doch deutlich über den Durst“.

Von Sven Warnecke

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