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„Mister Schützenfest“ ist tot

Langenhagen „Mister Schützenfest“ ist tot

Sein Name steht wie kein zweiter für das Schützenwesen in Langenhagen - Heiner Rust hat es über Jahrzehnte geprägt. Der Oberschützenmeister starb in dieser Woche überraschend mit 62 Jahren.

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Große Bestürzung: Oberschützenmeister Heiner Rust ist überraschend mit 62 Jahren gestorben.

Quelle: Hollemann

Langenhagen. Die Nachricht seines plötzlichen Todes hat seine Weggefährten schockiert, nicht nur in den Schützenvereinen der Stadt, sondern auch in der Verwaltung und der Politik. Zu vielen Aktiven hatte Rust in den vergangenen Jahren enge Kontakte aufgebaut. „Gerade haben wir unser erstes gemeinsames Schützenfest vorbereitet“, sagt Bürgermeister Mirko Heuer. Diese Zusammenarbeit habe er positiv erlebt, denn: „Er war ein Pfundskerl mit Ecken und Kanten, auf dessen Wort man sich verlassen konnte.“ Der Tod sei ein extrem schmerzlicher Verlust für die Stadt, gleichwohl gelte sein Mitgefühl in diesem Moment Rusts Lebensgefährtin Waltraud Koch. „Für mich persönlich war er mein Cola-light-Kumpel“, sagt Heuer.

Dem Schützenverein Brink gehörte Rust seit 1966 an, in den Niedersächsischen Schützenverband trat er ein Jahr später ein. Im Jahr 1972 übernahm er als zweiter Jugendleiter und Mitglied im Festausschuss im SV Brink das erste Mal Ehrenämter, seit 1994 leitet er den Verein. In jenem Jahr wurde er zum stellvertretenden Oberschützenmeister, fünf Jahre später zum Oberschützenmeister der Schützen-Gemeinschaft (SG) gewählt. In seiner Doppelfunktion als Geschäftsführer der SG organisierte er seit 21 Jahren das Schützenfest der drei Kernstadt-Vereine. „Dabei hat er durchaus an Bewährtem festgehalten“, sagt Michael Freiberg, Vorsitzender vom Schützenverein Langenforth. Er habe zugleich auf Sachzwänge reagiert. Ein Beispiel: Weil immer weniger Besucher zu den Königsfeiern in die einzelnen Schützenhäuser kamen, feiern die Vereine seit zwei Jahren auch die Könige gemeinsam. Bei allem Engagement, auch als Vereinschef der Krähenwinkeler Schützen von 2011 bis 2015, sicherte sich Rust auch immer wieder Titel: So wurde er 2012 Kreiskönig und setzte sich im Verband mit gut 3600 Mitgliedern durch. Ein Jahr später holte er den Titel als Kreiskaiser. Freiberg verweist auf Rusts weitere Erfolge, so erhielt er 15-mal die Königswürde, war zehnmal König der Könige und errang ungezählte Ketten.

Sein Herz schlug auch für den Fußball

Dieser Erfolg ließ sich am Anfang der Vereinskarriere nicht ahnen: Von 1972 bis 1998 schlug Rusts Herz auch für den Fußball, so war er Trainer in Vereinen wie dem TSV KK, FC Burgwedel oder Germania Arpke. Parallel dazu förderte der 62-Jährige die Zusammenarbeit mit anderen, darunter den Musikern mit Ernst Müller.

Für Kreisschützenobermeister Mathias Böttcher bedeutet der Tod von Rust einen großen Verlust für das Schützenwesen allgemein, speziell aber auch für den Schützenverein Brink. „Er hat Verdienste ohne Ende.“ Böttcher habe ihn im Lauf der Jahre kennen- und schätzen gelernt. Rust sei in Langenhagen der Inbegriff des Schützenwesens, auch für das große Schützenfest - „eine Institution mit Ecken und Kanten“.

Die ehemalige Leiterin des Langenhagener Ordnungsamtes Karin Saremba hat mit Rust über Jahre Sicherheit und Ablauf des Schützenfestes heiß diskutiert. Dabei traf sie auf einen Menschen, „wie man ihn sich wünscht“. „Halt pragmatisch und alles auf den Punkt bringend. Und das mit ganz viel Ausstrahlung.“ Probleme seien einfach angepackt worden. „Ein großer Verlust für die Schützen und für Langenhagen allgemein.“

Julia Ertmer, Sprecherin des Schützenvereins Brink und mehrfache deutsche Meisterin, ist von Heiner Rust als zwölfjähriges Talent entdeckt worden. Liebevoll nennt sie ihn „Hansdampf in allen Gassen“. Denn er habe das Schützenwesen gelebt. „Als Freund stand er jederzeit mit Rat und vor allem mit Tat zur Seite. Sein Verlust hinterlässt eine große Lücke in unserem Schützenverein, die nur schwer zu schließen ist.“

 Antje Bismark und Sven Warnecke

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