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Flüchtlinge trainieren das Fahrradfahren

Langenhagen Flüchtlinge trainieren das Fahrradfahren

Wedad Ali war erst beim theoretischen Verkehrsunterricht vom Kontaktbereichsbeamten Dirk Schell, jetzt schnallt sie ihren Helm fest, steigt aufs Fahrrad und radelt los. Auf dem Fahrradparcours in der Niedersachsenstraße trainieren die Flüchtlinge, um sicher am Straßenverkehr teilnehmen zu können.

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 Alexander Machill passt die Fahrradhelme, die von den Lions gespendet wurden, gleich mit an. Hier probiert er mit der 16jährigen Wedad Ali die richtige Passform.

Quelle: PATRICIA CHADDE

Langenhagen. „Klasse“, lobt Dirk Schell. Denn bei der 16-Jährigen fällt kein Holzkegel, als sie die doppelt Acht abfährt und schließlich zu der schiefen Rampe kommt. Das Verkehrstraining, organisiert von der Stadt Langenhagen, soll die Mobilität der jungen Flüchtlinge fördern. Gleichgewichtssinn, Kontrolle und Umsicht sind für die Fahrradfahrer lebenswichtig.

Wedad Ali kann einhändig Radfahren, hält Spur und meistert enge Kurven. Bei den weiteren 17 Teilnehmern, deren Alter sich überwiegend zwischen 8 und 17 Jahren bewegt, ist der Ehrgeiz ebenfalls erwacht. Bald herrscht richtig Verkehr in der Acht und sogar ein kleiner Stau bildet sich. „Alles wie im echten Leben“, findet Dirk Schell, der vor allem auf Routine setzt. "Je häufiger man Rad fährt und übt, umso besser", sagt er und fügt hinzu: "Was übrigens auch für alle Fahrradfahrer gilt, die nicht aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan kommen."

Die guten Voraussetzungen für die neue Mobilität der Flüchtlinge hat viele Mütter und Väter. Die Fahrräder wurden erst von Bürgern an den Repair-Treff gespendet, die reparierten Modelle dann an Flüchtlinge weitergegeben. Rund 1000 Euro für passende Fahrradhelme stellte der örtlichen Lions-Club zur Verfügung. „Wir haben noch Helme in Reserve“, sagt Lions-Vizepräsident Alexander Machill, der den bruchfesten Kopfschutz bei der Verlagsgruppe Madsack zu günstigen Konditionen einkaufen konnte. Auch Jurist Heinrich Lüddecke zählt zu den aufmerksamen Zuschauern des Fahrradtrainings. Er ist als städtischer Mitarbeiter in der Funktion des Vormunds minderjähriger Flüchtlinge dabei, während die Integrationsbeauftragte Justyna Scharlé schon neue Pläne mit dem Kontaktbeamten schmiedet.

Demnächst soll In den Heerstern ein öffentlicher Fahrradparcours eingerichtet werden, um bessere Trainingsmöglichkeiten für alle anbieten zu können. Das bedeutet zugleich Bedarf an noch mehr Fahrrädern und noch mehr Helmen. „Wir unterstützen die Aktion sehr gerne“, sind sich Uwe Gülke als Vertreter des Repair Treffs und Alexander Machill von den Lions einig. Wie man bei der Aktion in der Niedersachsenstraße sehen kann, werden die Spenden gut angenommen. Nach einer Stunde Übung wird schon ein bisschen kühner gelenkt, es fallen auch mehr Kegel. „Die nehmen jetzt richtig Fahrt auf“, freut sich Dirk Schell über den Trainingseffekt bei seiner Verkehrsschülern. „Allseits gut Fahrt“, wünscht er zum Abschied nach 90 Minuten Fahrpraxis. Wer mag, ist zum nächsten Training eingeladen.

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Von PATRICIA CHADDE

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