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Mit Konzert verabschiedet sich das Violinensemble 

Langenhagen Mit Konzert verabschiedet sich das Violinensemble 

Mit einem Konzert in der Elisabethkirche am Sonntag, 19. November, verabschiedet sich das Violinensemble aus dem kulturellen Leben der Stadt – vor 20 Jahren traten dort die Musiker erstmals auf.

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Mit einem Konzert in der Elisabethkirche verabschiedet sich das Violinensemble am Sonntag aus dem kulturellen Leben der Stadt.

Quelle: privat

Langenhagen.  Mit einem Konzert am Sonntag, 19. November, schließt sich für Irma Flötling ein Kreis: „Vor genau 20 Jahren haben wir in der Elisabethkirche unser erstes Konzert gegeben“, erinnert sich die Langenhagenerin. Doch die Geschichte des erfolgreichen Ensembles begann einige Jahre zuvor. Zunächst nahm Flötling zu Beginn der 1990-er Jahre ihre Arbeit als Lehrerin an der Musikschule auf und schulte junge Violinisten. „Schon damals wollte ich ein Ensemble bilden“, sagt sie und verweist darauf, dass es diese Klangkörper sehr selten in Europa gibt: „Außer in Russland, dort haben sie Tradition.“

Quelle: Bismark/Archiv

Die Vorteile eines Ensembles liegt für sie auf der Hand: „Die Kleinen lernen viel schneller von den Großen, die Motivation ist viel größer als bei einem Solo, und die Gemeinschaft wächst mit jeder Probe.“ Hinzu komme, dass die Streicher sich intonationsmäßig anpassen müssten. „Das sind alles pädagogische Gründe, die für ein Ensemble sprechen“, sagt sie. Aber: „Eine Violine ist ein schönes Instrument, allerdings stellen sich die Erfolge nicht so schnell ein wie bei anderen Instrumenten.“

Quelle: privat

Deshalb baute Flötling ihr Ensemble über drei, vier Jahre auf: „Wir steckten ja noch in den Kinderschühchen.“ Als sie acht bis neun gute Schüler ausgebildet hatte, wagte sie mit ihnen die ersten Auftritte. „Aber alles erst einmal im Kleinen.“ Weil sie aber nicht nur Töne, sondern auch schwierige Stücke spielen wollte, wagte sich das Violinensemble schließlich im November 1997 an Händel und Bach beim ersten Konzert in der Elisbethkirche: „Damals konzentrierten wir uns noch auf Klassik.“ Die Kirche war voll, und das Violinensemble ließ seitdem keine Gelegenheit aus, bei einem Auftritt sein Können zu zeigen.

„Wenn wir an einem Sonntagmorgen um 9 Uhr im Rathaus spielen sollten, dann haben wir das gemacht“, sagt Flötling und lobt ihre Schüler, die stets konzentriert mitgewirkt hätten, und deren Eltern. Fünf Jahre habe sie mit dem Ensemble hart gekämpft um jene Anerkennung zu erreichen, die die Musikerinnen heute genießen. „Dabei haben wir jeden Skeptiker überzeugt, dass wir nicht auf den Instrumenten kratzen“, sagt die Leiterin mit Stolz auf ihre „Mädels“.

Quelle: privat

Denn im Rückblick kann Flötling das Ensemble in drei Gruppen einteilen, die im Laufe der Jahre in den Klangkörper hinein- und anschließend auch wieder herauswuchsen. Flötling verbindet die Erinnerungen an Konzertreisen: Die erste führte nach Österreich, die zweite nach Kanada und die dritte nach Southwark, wo die Musikerinnen an der Themse ein Konzert gaben. Schwierigkeiten, guten Nachwuchs zu finden, habe sie nie gehabt: „Die Schüler lernten ja schon im Küken-Ensemble das Intonieren und Zusammenspielen.“ Verändert hat sich nicht nur die Zusammensetzung, sondern auch das Repertoire: Auf klassische Stücke folgten Filmmelodien wie „True Loves“ oder aus König der Löwen, später kam Jazz dazu. 

Mit dem Konzert am Sonntag verabschieden sich das Violinensemble und Flötling aus dem kulturellen Leben der Stadt: „Um das Niveau von Profis zu halten, braucht man viel Zeit und Kraft, um solch gute Schüler auszubilden.“ Das gelinge ihr in Zukunft nicht mehr, weil sie im Sommer in den Ruhestand gehe. Über diese Entscheidung seien alle traurig, die Schüler und auch sie selbst: „Das Ensemble war mein Lebenswerk.“ Gleichwohl blieben tolle Momente von den Proben in Erinnerung: „Wenn Kinder im Alter von sechs Jahren zu mir kommen und ich sie zwölf Jahre begleite, dann werden sie wie eigene Kinder.“

„Violinen treffen auf Orgel“

Das letzte Konzert des Violinensembles steht unter dem Motto „Violinen treffen auf Orgel“, denn die Musikerinnen unter der Leitung von Irma Flötling musizieren mit Kantor Arne Hallmann, der an der Orgel auch Solowerke vortragen wird. Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Vivaldi, Händel, Pachelbel und Elgar. Außerdem erklingt der „Säbeltanz“ von  Katchaturian. Das Küken-Ensemble präsentiert einen Countrysong. „Die Besucher erwartet ein bunt gemischtes Programm auf hohem Niveau“, sagt Flötling.

Information: Das Konzert beginnt am Sonntag, 19. November, um 17 Uhr in der Elisabethkirche. Der Eintritt ist frei, um Spenden zur Finanzierung des Konzertes wird gebeten.

Von Antje Bismark

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