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EDC-Belegschaft protestiert laut

Langenhagen EDC-Belegschaft protestiert laut

Mehrere Hundert EDC-Mitarbeiter sind am Montag aus Protest gegen die angekündigte Werksschließung durch Langenhagen gezogen. Bei dem von der Polizei eskortierten Marsch zum Forum ist es im Zentrum zu leichten Behinderungen gekommen.

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Mitarbeiter von EDC laufen über die Emil-Berliner-Straße in Richtung Berliner Platz.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Für die Polizei war die Demonstration eine der angenehmeren: Es sei alles ruhig und friedlich geblieben, die gut 300 Teilnehmer seien rasch und diszipliniert marschiert, berichtet im Anschluss Einsatzleiter Hendrik Stange von der Polizei Langenhagen. Aus diesem Grund seien die Verkehrsbehinderungen speziell auf der Walsroder Straße in Grenzen geblieben, resümiert der Beamte im Anschluss.

Das Ende des Protestzuges bildeten drei 40-Tonner von Spediteuren, die durch die Schließung der EDC ebenfalls zu den Verlierern gehören. Sie gaben mit ihren lauten Signalhörnern ihrem Unmut freien Lauf. Das sei durchaus mit dem Demonstrationsrecht gedeckt, kommentiert das Stange.

Das Ende des CD-Presswerks der Entertainment Distribution Company (EDC) in Langenhagen ist so gut wie besiegelt, sagt EDC-Betriebsrat Uwe Rittentrop. Aktuell arbeiten bei der seit Ende Mai im Insolvenzverfahren steckenden Firma noch etwa 600 Mitarbeiter.

„Für die bereits gekündigten 262 Kollegen aus dem Logistikbereich gibt es keine Perspektive mehr. Für sie ist es das dann in sechs Wochen gewesen“, berichtet er dieser Zeitung. Was mit den anderen geschehe, wie lange sie möglicherweise noch im CD-Presswerk weiterbeschäftigt werden können, steht indes noch nicht fest. Dazu liefen Gespräche zwischen den Arbeitnehmervertretern und dem Hauptkunden Universal. Doch bislang gab es von dieser Seite wenig Bewegung, bedauert Rittentrop. Aus diesem Grund gehe es vordergründig noch um Abfindungen und einen Sozialtarifvertrag. Im Raum stünde eine Weiterbeschäftigung bis Januar oder gar bis März.

Natürlich sei die Stimmung in der Belegschaft „unterirdisch“, berichtet Rittentrop weiter. Einen von Universal nun neu ins Spiel gebrachten branchenfremden weiteren Investor quittierte die Belegschaft mit lautem Gelächter. Daran könne niemand mehr glauben, meint der Betriebsratschef. Ein besonders düsteres Szenario malten seinen Angaben zufolge in der Betriebsversammlung die EDC-Geschäftsleitung und der bestellte Sachwalter: So verlasen sie eine Botschaft vom Hauptkunden Universal. „Falls es zu Störungen im Betriebsablauf kommen sollte, droht die sofortige Werksschließung“, berichtet Rittentrop aus der Nachricht.

Es herrscht nicht nur große Niedergeschlagenheit, sondern es gibt auch eine gehörige Portion Wut gegen den Großkunden Universal und die EDC-Firmenleitung. Das wurde am Montag auf den selbstgemalten Plakaten mehr als deutlich: „Die Taschen unserer Geschäftsführung sind gefüllt, die Zeche bezahlen wir Mitarbeiter“, war dort etwa zu lesen.

Ungeachtet all dieser Unwägbarkeiten betont Rittentrop aber auch: „Wir machen ordentlich weiter – bis zum letzten Tag.“

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Von Sven Warnecke

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