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Musikmuschel am Stadtpark vor dem Abriss

Langenhagen Musikmuschel am Stadtpark vor dem Abriss

Für knapp 100.000 Euro soll die Stadt den Musikpavillon an der Niederrader Allee abreißen - diesen Vorschlag der Verwaltung befürwortet der Stadtplanungs- und Umweltausschuss einstimmig.

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Die Konzertmuschel im Stadtpark ist bei einer Brandstiftung so stark beschädigt worden, dass eine Sanierung inzwischen unwirtschaftlich erscheint.Neander

Quelle: Neander

Langenhagen. Längst nutzen nur noch Randalierer das Areal, so lautet zumindest die Einschätzung der Stadt. „Die Wände sind mit Graffiti beschmiert, überall liegen Scherben“, sagte Stadtbaurat Carsten Hettwer in der Sitzung. Hinzu kämen Beschwerden von Anwohnern, die sich vom Lärm während diverser Trinkgelage belästigt fühlten. Denn: „Der desolate Musikpavillon unterliegt keiner sozialen Kontrolle“, bilanziert die Verwaltung in ihrer Drucksache. Das Areal könne weder eingezäunt noch dauerhaft und wirtschaftlich kontrolliert werden. Seit im Mai dieses Jahres ein auf der Bühne angezündetes Sofa und das dadurch entstandene Feuer die Gebäudeteile zusätzlich beschädigt hätten, sei die Sicherheit längst nicht mehr gewährleistet.

„Gleichwohl“, sagte Hettwer, „hat sich der Standort für Musikveranstaltungen etabliert“. Deshalb sieht der Plan vor, nach dem Abriss die Fläche höher zu legen und zu pflastern und auf diese Weise eine multifunktionale Bühne zu schaffen. Dazu soll im seitlichen Bühnenbereich ein Stromverteiler aufgestellt werden, geplant ist auch ein Areal für mobile Toiletten. Hinzu kommen Hülsen für Masten, an denen ein Zeltdach befestigt werden kann.

Diesem Vorschlag folgten die Politiker einstimmig. „Hinter uns liegt eine jahrelange Debatte, die nicht gefruchtet hat“, sagte Werner Knabe (BBL) mit Blick auf die Vandalismusschäden. Aus Sicht von Wolfgang Langrehr (SPD) spricht bei dieser Debatte vieles für den städtischen Plan, weil die Infrastruktur für Veranstaltungen erhalten bleibe. Michael Horn (Grüne) regte eine Verlegung der Fläche in den Park an: „Damit reduziert sich die Belastung für die Nachbarn.“ Dazu sagte Hettwer: „Wir schauen bei der Einzäunung des Schwimmbades, welche Möglichkeiten sich dort ergeben.“ Bernhard Döhner (CDU) hingegen wünschte sich eine mobile Spielfläche für Veranstaltungen.

Über das Vorhaben entscheidet der Rat abschließend in seiner Sitzung am 14. Dezember.

Kommentar

Seit Jahren schon sorgt die Musikmuschel mehr wegen der Vandalismusschäden und der Trinkgelage für Aufsehen denn als Veranstaltungsort für Open-Air-Konzerte. Insofern ist der Abriss richtig und endlich an der Zeit. Fraglich allerdings ist, ob die Stadt in diesen Standort weiter investieren soll – auch mit Blick auf die Kritik aus der Nachbarschaft – oder ob Veranstaltungen wie der Tanz aus dem April vorübergehend an einen anderen Platz verlegt werden können. Denn die von Stadtbaurat Carsten Hettwer ins Gespräch gebrachte Alternative am Bad bietet durchaus Charme: Jenseits der Wohnbebauung, gut erreichbar und wegen des Bades dann auch wieder unter sozialer Kontrolle.

Von Antje Bismark

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